Fünf falsche Entscheidungen, die Frauen in ihren 20ern treffen

Ob unsere Autorin im Nachhinein stolz auf ihre doofen Entscheidungen ist? Nö, gar nicht! Trotzdem findet sie: „War schon alles gut so!“

von Kirsten Mannshardt

Das Leben in den 20gern fand ich ziemlich gut. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen und behaupten: So eine geile Zeit, kommt nie wieder. Jeder Tag wurde voll ausgekostet. Verpflichtungen? Ein Fremdwort. Lieblingsbeschäftigung: Feiern und mit Freunden abhängen. Alles fühlte sich herrlich unbeschwert und leicht an – dank einer Portion gesunder Blauäugigkeit. Genau diese Blauäugigkeit verhalf mir auch zu einem Haufen doofer Entscheidungen, die ich traf, weil ich es nicht besser wusste. Stolz bin ich darauf zwar nicht, aber ich denke, es musste so kommen. Am Ende waren es nämlich genau diese Entscheidungen aus denen ich für mein Leben gelernt habe. Von daher: „War schon alles gut so!“

1. Feiern bis der Arzt kommt

Drei- bis viermal die Woche feiern bis zum Morgengrauen? Mit Anfang 20 war das für mich überhaupt gar kein Problem. Mein Körper hat das schließlich alles immer ziemlich gut weggesteckt. Nur in der Klausuren-Phase hätte man den guten Noten zur Liebe vielleicht doch besser auf die eine oder andere Party verzichten sollen. Damals erschien mir das schier unmöglich – man hätte schließlich etwas verpassen können. Mein heutiges Ich weiß natürlich, dass das kein Drama gewesen wäre. 

2. Bad Boys in Schutz nehmen

Bad Boys meide ich heute, wo es nur geht, weil sie meinem sensiblen Gemüt nicht gut tun. Mit 20 sah das anders aus. Da hatte ich ein Herz für diese Spezies, die sich selbst am meisten liebt. „Ach, der meint das bestimmt nicht so“, war ein Gedanke mit dem ich mein gekränktes Ich ziemlich oft tröstete. Hätte ich mal schon früher auf meine innere Stimme gehört.

3. Futtern bis zum Abwinken

Und zwar Burger, Pizza, Pasta, Chips, Eiscreme und eben alles, was so richtig  schön auf die Hüfte geht. Was Anfang 20 im wahrsten Sinne des Wortes nicht weiter ins Gewicht fiel, lagerte sich in den Folgejahren nach und nach auf meinen Hüften ab. Und jetzt habe ich den Salat und muss mit gesundem Zeugs gegen das Hüftgold ankämpfen. Ratet mal, wer gewinnt…    

4. Mich soll jeder mögen

Oh, was war ich bemüht es immer allen recht zu machen. „Nein“ sagen fiel mir extrem schwer, meine Meinung ehrlich zu sagen noch viel mehr. Das führte dazu, dass ich oft Sachen gemacht habe, auf die ich eigentlich überhaupt keine Lust hatte. Heute weiß ich, dass ich nicht jedem gefallen muss und das auch absolut nicht erstrebenswert ist. Vor allem aber ist mir klar, dass die Menschen, die mich wirklich gerne haben auch dann noch da sind, wenn ich mal nicht nach ihrer Pfeife tanze

5. Über mich zerbreche ich mir morgen den Kopf 

Sich mit sich selbst zu beschäftigen und sich ehrlich zu fragen, was man im Leben erreichen will, war mir oft viel zu anstrengend. Und ehrlich gesagt habe ich es auch als unangenehm empfunden vor diesen elementaren Lebensfragen zu sitzen. Ich wollte einfach nur im Hier und Jetzt leben. Also habe ich den Austausch mit mir selbst auf morgen vertagt und dann auf übermorgen und so weiter. Heute denke ich, dass es die ideale Zeit dafür gewesen wäre, sich selbst besser kennen zu lernen – so ganz ohne jegliche Verantwortung im Nacken.   



Wer hier schreibt:

Kirsten Mannshardt

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