Gender Reveal Party: Wie bekloppt ist denn dieser Trend?

Junge oder Mädchen? Für einige Eltern scheint es kaum etwas Wichtigeres als das Geschlecht ihres zukünftigen Babies zu geben – und machen aus der Verkündung mit Gender Reveal Parties neuerdings ein riesiges Happening.

Ich habe verstanden, dass ich nicht dem Mainstream angehöre, weil ich mich bei der Geburt meines zukünftigen Kindes überraschen lassen möchte, ob da momentan ein kleines Mädchen oder kleiner Junge in mir tobt. Ich habe auch ausführlich darüber geschrieben, warum ich das Geschlecht nicht wissen will. Kurzform: Ich bin zwar neugierig, finde aber Überraschungen auch toll – davon hat man mit fortschreitenden Alter ziemlich wenig. Zum anderen ist es mir nicht wichtig. Ich kann mir sowohl vorstellen, Mutter eines Mädchen oder eines Jungen zu werden. Es darf also noch das Geheimnis des kleinen Lebewesens in mir bleiben. So klischeehaft es klingt: Gesund ist mir wichtig.

Der neueste Trend aus den USA: Gender Reveal Party

Ich habe dennoch absolutes Verständnis dafür, dass man sich das Geschlecht sagen lässt. Manche Eltern können sich besser drauf einstellen, andere wollen eventuelle Enttäuschungen vorbeugen und wieder andere lassen sich die Info geben, weil es doch irgendwie dazu gehört. Völlig fein! Aber was schwappt denn da bitte für ein neuer Party-Trend aus den USA zu uns rüber? Die Gender Reveal Party! Die Verkündung des Geschlechts wird zelebriert. Es werden Freunde und Familie eingeladen und dann – für den großen Augenblick – Konfettikanonen gezündet, Ballons zum Platzen gebracht oder riesige Torten angeschnitten. Zum Vorschein kommt natürlich ein Feuerwerk an Rosa oder Hellblau. Und mir wird echt schlecht.

Verkündung des Geschlechts in Hellblau oder Rosa

Manche Paare überraschen mit dieser Party ihre Freunde und Verwandte. Bei anderen wird diese Gender Reveal Party für die werdenden Eltern organisiert. Dafür schreibt der Gynäkologe das Geschlecht auf einen Zettel und verschließt den Umschlag. Die werdenden Eltern vertrauen den Umschlag dann jemanden aus dem engsten Umfeld an, der die Geschlechter-Feier dann organisiert. Schaut man sich ein paar Videos auf YouTube oder Instagram von Gender Reveal Parties an, bekommt man nicht den Eindruck, dass das Ergebnis immer für pure Freude sorgt. Haben die Schwiegereltern sich etwa einen Stammhalter gewünscht und auf Hellblau gehofft? Oder ist vielleicht die Lieblingsfarbe der Mama doch eher rosa? Bei manchen sieht man auch nur verwirrte Gesichter, weil sie die Farbe vom Konfetti in der Luft nicht erkennen können oder sich die Tortenfüllung vermischt hat und plötzlich lila erscheint.

Gender Reveal Party: Leute, was soll dieser Quatsch?

Ich frage mich ehrlich: Sind nicht alle ein wenig überfordert von dem Moment der Verkündung? Müssen die werdenden Eltern sich vielleicht erst einmal an den Gedanken gewöhnen, dass sie nun einen Jungen bekommen? Und was ist mit den Freunden? Ist es ihnen nicht schlichtweg egal, was dabei herauskommt – sollen sich aber trotzdem total mitfreuen und zur Gender News gratulieren? Gibt es überhaupt ein Szenario, bei dem man sich dann nicht freuen oder gratulieren sollte? Und bekommt da nicht etwas ein kleines bisschen zu viel Aufmerksamkeit, das im Jahr 2018 eigentlich keine Rolle mehr spielen sollte? Unabhängig von der großen Gender-Diskussion steht für mich fest: Bei diesem bekloppten Trend bin ich nicht dabei. Ich plädiere für einen neuen: Healthy Baby-Parties! Nach jedem Ultraschall ohne auffälligem Befund möchte ich eine Feier veranstalten, tanzen, Freunde umarmen und Konfetti um mich schmeißen. Das wäre es doch!

Wer hier schreibt:

Franziska Steinberg
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Gender Reveal Party: Wenn die Verkündung es Geschlechts zelebriert wird
Gender Reveal Party: Wie seltsam ist denn dieser Trend?

Junge oder Mädchen? Für einige Eltern scheint es kaum etwas Wichtigeres als das Geschlecht ihres zukünftigen Babies zu geben – und machen aus der Verkündung mit Gender Reveal Parties neuerdings ein riesiges Happening.

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