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Green Dating Willst du mit mir das Klima retten?

Dating App auf Handy
© oatawa / Adobe Stock
Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Tierwohl, pflanzliche Ernährung – auf den ersten Blick nicht gerade Themen mit besonders großem Sexappeal. Für immer mehr Menschen aber entscheidend, wenn es um die Partnerwahl geht. Green Dating nimmt Fahrt auf.

Tinder, Ok Cupid, Bumble und Co – Wer heutzutage Single ist, kennt meist mindestens eine oder auch alle Datingplattformen. Während wir in der Regel an Hand von Aussehen, sozialem Status, Hobbys, Humor und Interessen entscheiden, ob wir nach links oder rechts swipen, gibt es Menschen, denen ganz andere Dinge viel wichtiger sind: Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Tierwohl zum Beispiel. Klar, wenn ich mich vegan ernähre, suche ich mir nicht unbedingt eine:n Partner:in, die jeden Tag mindestens ein Steak verdrückt und dem:der das Klima und die Zukunft des Planeten relativ wumpe sind, sondern jemanden, der:die meine Werte teilt. Logisch, zumindest dann, wenn eben diese Aspekte für mich sehr wichtig sind.

Sag mir, was du isst und ich sag dir, ob es passt

Eine Entwicklung, die sich auch auf Social Media und in den Dating Apps zeigt. Burger- oder Hähnchenschenkel-Emojis tauchen eher nicht direkt auf den Premiumplätzen in der Bio auf, wohl aber ein kleiner grüner Keimling. Der macht direkt klar: bei mir kommt nur pflanzliches in die Pfanne. Bei der Suche nach der großen Liebe spielen eine ökologische Lebensweise und soziales Engagement eine immer größere Rolle. Plant-based oder vegan – wer hätte gedacht, dass einmal unsere Ernährungsweise als eines der wichtigsten beschreibenden Merkmale auf der Suche nach der Liebe sein wird? Doch für viele ist genau das ausschlaggebend dafür, ob jemand potentiell in Frage kommt oder nicht. Laut Tinder, dem aktuellen Marktführer unter den Dating-Apps, sucht vor allem die Generation Z heute vermehrt nach einer neuen Eigenschaft in potenziellen Partner:innen: der geteilten Liebe zur Natur. Inwieweit dann Kompromisse möglich sind, ist natürlich individuell, dennoch scheint ein gewisses Maß an Verantwortungsbewusstsein inzwischen für viele Voraussetzung zu sein, überhaupt Kontakt aufzunehmen. 

Die Dating-App Branche reagiert

Neben den großen, bekannten Playern Tinder, Ok Cupid und Co, gibt es inzwischen einige Plattformen, die sich auf natur- und tierliebende Menschen spezialisiert haben. Die Größte unter ihnen ist das Portal Gleichklang, das es schon seit 15 Jahren gibt. Weitere Partnerbörsen und Apps für Veggies sind zum Beispiel Veggly, Vegandme und Krowl. Doch auch Mainstream-Apps reagieren. So kann man beispielsweise auf OK Cupid Klimakatastrophenleugner von vornherein herausfiltern lassen – sie werden bei der Suche dann nicht mehr angezeigt. Und auch Tinder berichtet in seinem Jahresbericht zum Nutzerverhalten 2021, dass die Nutzer:innen vermehrt umweltbezogene Informationen in ihre Selbstbeschreibung einfügen. 

Ähnliche Wertevorstellungen wichtiger denn je

Wie nachhaltig wir leben, welchen Stellenwert der Verzicht auf tierische Produkte für uns hat, wie bewusst wir einkaufen oder auf Kraftfahrzeuge verzichten – all das gewinnt mehr und mehr an Bedeutung, wenn wir uns auf die Suche nach einem:r Partner:in machen. Niemand will sich regelmäßig über Mülltrennung und Fleischkonsum streiten. Gleich und Gleich gesellt sich gern, ist nicht nur ein Spruch: Je mehr Gemeinsamkeiten wir teilen, desto höher sind aus psychologischer Sicht unsere Chancen auf eine langfristige Partnerschaft, nach der sich sehr viele da draußen sehnen. 

Quellen: Utopia.de, zeit.de

Barbara

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