Halleluja! – Weihnachten mit erwachsenen Kindern

Weihnachten wird endlich richtig besinnlich, wenn die Kinder erstmal groß sind? Denkste. Unsere Autorin weiß ein Lied zu singen von Menü-Sonderwünschen und Feierleichen unterm Tannenbaum

von Sabine Hollstein

Alle Jahre wieder. Die Rituale unserer Familie beginnen bereits Anfang Dezember, wenn ich die alljährlichen Fragen an meine erwachsenen Kinder stelle: "Wie wird Weihnachten gefeiert?", "Seid ihr bei uns?", "Was wollt ihr essen?". Optional: "Welche Geschenkwünsche habt ihr?". Und zu guter Letzt: "Wie können wir alle eure Anregungen und eigenen Vorhaben so zusammenbringen, dass ICH AUCH noch Spaß dabei habe?

Ich kenne viele Familien, in denen die Familie durchaus nicht immer zusammen feiert. Also bin ich sehr glücklich darüber, dass auf meine Frage, ob sie bei uns feiern möchten, immer der Satz fällt: "Bitte einmal alles wie immer!". Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es ohne sie wäre. Aber es kam schon mal die Idee, dass man zusammen verreisen könnte, um dem jährlichen Weihnachtstrubel zu entgehen. Puh. Im Ernstfall würden wir da dann einfach mal mitmachen...

Die Essensfrage ist bei uns schon schwieriger. Irgendwo in meiner Erziehung habe ich es versäumt, zu vermitteln, dass gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Mein Sohn isst nur Fleisch, das keine zuordbare Identität mehr hat – wie Hack und Frikadellen. Gibts keinen Rotkohl, gibts Ärger. Meine Schwiegertochter wiederum isst ausschließlich Fleisch und Kohlenhydrate, aber nie, nie, nie Gemüse! Meine Tochter hingegen ernährt sich seit dem dritten Lebensjahr ausschließlich vegetarisch und isst ansonsten am liebsten Proteine. Um satt zu werden, vertilgt sie deshalb Berge an Gemüse. Mein Mann, neuerdings ebenfalls auf dem Fitnesstrip, verzehrt nur helles Fleisch, wegen der Kalorien. Mein Schwiegersohn isst – dem Himmel sei Dank – absolut alles. Den haben wir (noch) nicht versaut. Gut für mich ist dann, was übrig bleibt. Und beim Nachtisch sind wir uns sogar einig. Trotzdem ist das "Festtagsmenü" jedes Jahr meine größte Herausforderung und auch, wenn alle mithelfen: Der Herd hat halt nur eine begrenzte Anzahl an Platten!

Aldi-Unterwäsche unterm Baum

Die Geschenke werden dann bei uns für den Rest des Abends erwürfelt, bei einer Sechs darf einer ein Geschenk auspacken, alle schauen zu. Wir geben uns Mühe, jedes Jahr Dinge zu finden, die einfach witzig sind. Glitzernde Schweineohren zum Beispiel, oder aufblasbare Gehhilfen. So haben wir schon sehr viel Spaß gehabt zusammen und das oft bis nach Mitternacht, denn wir sind viele und es gibt Wein.

Natürlich sind meine Geschenkideen nicht immer auch die meiner Kinder. Man lernt ja dazu, aber mir wird heute noch vorgeworfen, gerne mal Unterwäsche von Aldi zu verschenken. Ach, damit kann ich durchaus leben. Mein Sohn findet seit Jahren immer noch Mopsgeschenke für mich: Spardose, Fußmatte, Mütze, was bekomme ich dieses Jahr? Der Mopsregenschirm ist schon kaputt, das muss ich ihm noch sagen. Nur einen Mops haben wir bis jetzt noch nicht. Noch. Nicht.

Meine Tochter hat sehr gern immer noch eigene Vorhaben im Gepäck. Manchmal kommt sie schon einen Tag früher, um mit alten Schulkollegen Jahrgangstreffen in der einzigen Kneipe der Kleinstadt zu feiern. In diesen Jahren liegt dann eine Feierleiche unterm Weihnachtsbaum und Mama is not amused.

Besser ist, wenn wir alle gemeinsam beim jährlichen Glühweinstandtreffen im beschaulichen Städtchen schon vormittags mit alten Bekannten ein, zwei, drei Glühwein trinken und dann den Rest des Tages entspannt sind. Singen sich auch die Weihnachtslieder in der Kirche später viel besser. In diesem Sinne:

Fröhliche Weihnachten!

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