Hilfe, er steht nicht! Was ein Mann denkt, wenn er zum ersten Mal nicht kann

Männer können immer und überall? Was für ein olles Klischee. Weiß auch unser Kolumnist, der kürzlich auf der Premiere seiner eigenen Hängepartie war.

von Björn Krause

Etwas ist anders als sonst, alles dauert länger. Dieser Frau den BH zu öffnen, sie aus der Hose zu schälen und die Sache mit dem Gummi – in das ich erst noch reinwachsen muss. Chirurgen können mit nur einer Hand einen Faden einfädeln. Das hier ist komplexer, selbst mit vier Händen, und der Versuch in etwa so kläglich, wie mit gekochten Spaghetti Mikado zu spielen. Will nicht sagen, dass ich sonst bei Frauen sofort mit der Tür ins Haus falle, aber im Moment befinde ich mich nicht mal im selben Viertel.

Wunderschön, magisch, aber wirkungslos

Sie gibt nicht auf, intensiviert ihre Bemühungen, küsst mir den Hals, meine Brust, den Bauch und oh, ooooh. Jetzt muss doch. Nein, muss nicht. Was sie da tut ist wunderschön, magisch, aber leider, leider wirkungslos. Nicht jetzt, mein Freund! Und nicht bei ihr, nicht bei dieser Wahnsinnsfrau, bitte! Wenn der Körper einem nicht gehorcht, oder Teile davon, dann ist das hart. Oder gerade nicht. Akutes Organversagen im Lendenbereich. Mein Schwellkörper ist eine Hüpfburg mit zu wenig Luft drin, um Spaß zu haben, aber zu viel, um es nicht wenigstens mal zu versuchen.

Ich Schlappschwanz

Der Kopf, vermutlich. Bestimmt, hoffentlich ist es ein Kopfproblem. Oder wird das chronisch? Und wenn ja, wann? Nach dem zweiten Mal, dem dritten, vierten, fünften? Jetzt schon? Es ist das Unbekannte, vor dem ein Mann Angst hat, und nun begegne ich dem, was ich bisher nicht kannte: einer Erektionsstörung. Oder ist das Impotenz? Schluck.

Nein, nein, das sind zwei verschiedene Dinge. Das weiß ich, natürlich weiß ich das. Erektion ist die Fähigkeit, einen hochzubekommen. Potenz ist die Fähigkeit, heißen Sex zu haben. Heißt: Ohne Ständer kann es auch Spaß machen. Und andersherum: Mit Erektion kann’s danebengehen.

Passiert, machen wir eben etwas anderes. Problematisch wird’s, wenn ich trotzdem plötzlich denke: Ich Schlappschwanz. Oder sie: Der findet mich wohl einfach nicht toll. Dabei ist es ganz anders. Gegen sie sehen alle anderen Frauen aus wie Gollums Schwestern.

Erklär, das mal einer Frau...

Zwischen Nicht-Können und Nicht-Wollen besteht ein großer, sehr großer Unterschied. Ich kann zwar gerade nicht, aber ich will, will, will. Unbedingt will ich. Vielleicht ist genau das mein Problem. Bestimmt sogar. Auf diese Art betrachtet ist mein Durchhänger so etwas wie ein Kompliment an sie. Nur erkläre das mal einer Frau.

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