Hochzeit absagen: Wann du lieber nicht vor den Altar treten solltest!

Angst vor der Hochzeit, Torschlusspanik, gesundheitliche Probleme oder eine neue Liebe: Die Gründe können ganz unterschiedlich sein. Doch wer zunehmend Bauchschmerzen kommt – sollte die Reißleine ziehen und die Hochzeit absagen!

Augen zu und durch?! Nicht selten bekommen Paare – oder auch nur ein Teil davon – bei der Planung einer Hochzeit plötzlich Bammel. Ein bisschen Torschlusspanik gehört vielleicht auch dazu. Es soll schließlich der glücklichste Tag im Leben werden – da möchte man sich natürlich auch wirklich sicher sein, dass alle Zeichen dafür auch günstig stehen. Abgesehen davon ist der finanzielle Aufwand einer Hochzeit oftmals gigantisch und setzt Paare unter Druck. Schleicht sich jedoch über einen längeren Zeitraum bei den Hochzeitsvorbereitungen ein ungutes Gefühl ein, sollte man im ganzen Organisations-Stress noch einmal Innehalten und sich fragen, ob man dafür überhaupt noch bereit ist.

 

Sollten wir die Hochzeit absagen? Diese Gründe sprechen dafür:

 

1. Die Liebe ist verflogen.

Erst jetzt als die Planung in vollem Gange ist, merkst du, dass es sich irgendwie nicht richtig anfühlt. Dein Partner und du – ihr seid ein gutes Team, aber empfindet ihr wirklich noch Liebe und Leidenschaft füreinander? Nehmt ihr euch noch die Zeit, datet ihr euch, versteht ihr euch blind? Und ganz wichtig: Geht ihr euch nicht auf die Nerven? Reicht das aus, um einen Menschen mit dem Ja-Wort an sich zu binden? Wenn du dir unsicher bist, wird es Zeit für ein ernstes Gespräch. Das muss noch nicht das Ende der Hochzeit oder der Beziehung sein. Aber eine Beziehung auf wackeligen Beinen verträgt keine Hochzeits(planung).


2. Der Druck bereitet dir Angst und Panik.

Die Erwartungen an ein Hochzeitsfest sind hoch: Royal- und Promi-Weddings oder Pinterest-Boards machen vor, wie perfekt eine Hochzeit heutzutage scheinbar aussehen muss. Deko, Programm, Menü, Location – ganz nebenbei sollten die Gäste sich natürlich auch noch amüsieren und wehe die Braut hat einen Aspekt noch nicht bedacht: „Wie, du hast noch keinen Termin für’s Spraytanning?“. Nicht selten sind sogar die Eltern von Braut und Bräutigam an der Hochzeitsorganisation beteiligt und stellen eigene Ansprüche an Gästeliste und Ablauf. Hier gilt es erst einmal, sich dem Druck nicht auszuliefern und die Hochzeit trotz Widerstände so zu planen, wie man sie sich selbst vorstellt und zu einem passt. Hast du Panikattacken, weil es dafür schon zu spät ist und alles aus dem Ruder gelaufen ist? Dann setze alles auf Null – und im Zweifel nochmal von vorne anfangen.

 

3. Gesundheitliche Gründe sprechen dagegen.

Manchmal kommt alles anders als gedacht und eine Krankheit erscheint wie eine dunkle Regenwolke am 7. Hochzeitshimmel. Hier ist nicht die Rede von einem grippalen Infekt. Manche Krankheiten sind langfristig und brauchen für die Heilung vor allem Ruhe. Zudem sind sie eine Belastung – vor allem dann, wenn das Voranschreiten des Heilungsprozesses unklar ist. Ein schönes Hochzeitsfest, an dem Träume in Erfüllung gehen, kann sich hier natürlich positiv auswirken. Hat man aber das Gefühl, die Hochzeit nun auch noch irgendwie über die Bühne bringen zu müssen, ohne den Tag wirklich in vollen Zügen genießen zu können, sollte man als Paar die Absage in Betracht ziehen.

 

4. Du bist unglücklich in der Beziehung.

Kommt erstaunlich oft vor: Ein Paar ist lange zusammen und der nächst logische Schritt scheint eine Heirat zu sein – dabei wäre eine Trennung irgendwie offensichtlicher. Behandelt dich dein Partner gut? Ist es das Leben, das du führen möchtest? Du liebst deinen Partner zwar, aber einseitige Liebe reicht nicht. Er sollte dich genauso lieben und vor allem als gleichwertigen Menschen mit Bedürfnissen und eigener Persönlichkeit betrachten. Ist das nicht der Fall, seid ihr leider nicht bereit für eine Hochzeit.

 

5. Ihr habt finanzielle Sorgen.

Eine Hochzeit kann eine ganz schön große Kerbe ins Konto schlagen und es ist nicht leicht, den Überblick bei den vielen Ausgaben zu behalten. Droht eure Existenz daran zu scheitern, gehört sie definitiv nicht auf eure To-Do-Liste. Klärt eure Finanzen, das Brautkleid kann warten. Auch wenn das Thema ja immer sehr heiß gekocht wird: Man muss nicht heiraten – es ist ein Luxus, den man sich gönnen kann – oder eben nicht. Abgesehen davon kann man eine Hochzeit auch low-budget und im kleinen Kreis halten. Oder auf später vertagen.

  

Wie sagst du deinem Partner, dass du die Hochzeit absagen willst? 

Ganz klar: So schnell wie möglich! Es gibt dafür keinen besseren Zeitpunkt als jetzt. Im besten Fall ist dein Partner bereits vorbereitet: Du hast ihn bereits vorsichtig in deine Zweifel und Gedanken eingeweiht, ihn um seine Einschätzung und Bedenkzeit gebeten. Steht der Entschluss für dich fest, dann hilft nur: Raus damit! Es wird mit Sicherheit kein angenehmes Gespräch, aber es wird dir Erleichterung bringen. Natürlich solltet ihr zu zweit sein und nicht unbedingt den Wocheneinkauf im Supermarkt für den besten Ort für dieses Gespräch wählen. Klar, oder? Gib ihm etwas Zeit, die Nachricht zu verarbeiten und falle nicht gleich im Anschluss mit der großen To-Do-Liste auf ihn ein, was jetzt alles zu tun sei.

 

Und der Rest: Wie solltest du eine Hochzeit absagen? 

Hier kommt es darauf an, wie weit fortgeschritten die Hochzeitsplanung bereits ist. Außerdem gilt es hier zwischen Beteiligten und den Familien und Freunden zu unterscheiden. Am einfachsten ist es, zunächst die Dienstleister zu informieren: Location, Fotograf, Caterer, Standesamt und Kirche. Dann sind diese Pflichtgänge erledigt, ihr bleibt bestenfalls nicht auf den Kosten sitzen und könnt euch nun Freunden und Familien widmen. Mit euren Engsten solltet ihr das persönliche Gespräch suchen und die Gründe für die Hochzeitsabsage erläutern. Habt ihr schon Einladungskarten verschickt, solltet ihr dem Rest eine Absage per Brief oder Postkarte versenden. Hier reicht die Angabe „aufgrund persönlicher Gründe“ – wer mehr wissen will, wird auf euch zukommen.

 

Wie fühlt sich das an, eine Hochzeit abzusagen? 

Die Gründe spielen dabei natürlich eine entscheidende Rolle. Klar ist, dass das für niemanden das Wunschszenario ist. Niemand möchte gern freiwillig eine Hochzeit absagen. Doch letztendlich solltest du dir dabei denken: Niemand leidet darunter so sehr wie ihr als Paar – also nimm bitte keine Rücksicht auf die eventuellen Befindlichkeiten anderer Personen. Es wird mit Sicherheit ein paar unverständliche Blicke und Kommentare geben, doch ihr werdet auch überrascht sein, wie viele Menschen aus eurem Umkreis mitfühlen und Verständnis aufbringen. Nicht umsonst wolltet ihr sie an dem wichtigen Tagen ja um euch haben – die Personen mögen und sorgen sich um euch. Hat sich die Lage beruhigt und sind alle Gespräche geführt, wird sich Erleichterung in dir breitmachen. Es wird sich richtig anfühlen!

 

Abschließend sollte gesagt sein, dass eine Hochzeit auch meist heißer gekocht wird als sie tatsächlich ist, denn natürlich kann auch ein JA-Wort kann wieder rückgängig gemacht werden. Doch wer bereits vor der Trauung weiß, dass das nicht der richtige Weg für einen ist, sollte sich diesen bürokratischen, finanziellen und vor allem emotionalen Aufwand ersparen.