Honeymoon Zystitis: Wenn die Blase nach dem Sex schmerzt

Blasenetzündung nach dem Sex? So einfach kannst du das verhindern.

von Marie Stadler

Dieses Stechen in der Blase, das irre Brennen beim Gang auf die Toilette und dann dieses schreckliche Gefühl, dass man unmöglich von ebendieser aufstehen kann... Blasenentzündungen können echt verdammt grausam sein. Besonders gerne ereilt sie uns genau dann, wenn wir es am wenigsten gebrauchen können. Im Urlaub zum Beispiel. Oder wenn wir einen neuen Partner haben. Klassiker auch: Bei Fernbeziehungen genau an Tag 2 des schönen, geplanten Wochenendes. Das ist nicht etwa Zufall oder ein besonders gemeiner Schabernack des Schicksals, sondern oft schlicht und ergreifend dem Sex geschuldet, den du vermutlich in den Nächten davor hattest.

Honeymoon Zystitis: Blasenentzündung vom Sex

Um direkt mal mit blöden Vorurteilen aufzuräumen: Mit schlechter Intimhygiene hat der Hang zur Zystitis im Normalfall mal so gar nichts zu tun.Ob man anfällig ist für Blasenentzündungen ist tatsächlich vor allem genetisch bedingt. Allein das fehlende Y-Chromosom und damit verbunden die kürzere Harnröhre macht uns Frauen zu beliebten Opfern.-Dass Sex der Blase solcher immer-wieder-Opfer manchmal so gar nicht gut tut, hat mehrere Gründe. Zum Einen reizt die Reibung den Intimbereich. Das macht den Harnweg noch anfälliger. Zum Anderen gelangen beim Sex im Eifer des Gefechts schon mal Darmbakterien in den Bereich der Harnleiter, was die Sache nicht besser macht. Wenn dann auch noch der Partner neu ist oder man längere Zeit keinen Sex mehr hatte, der Körper also mit den "ungewohnten" Bakterien des Mannes konfrontiert wird, ist das Schicksal für den nächsten Tag schon besiegelt. Oder? 

Vorbeugung ist die halbe Miete

Zum Glück ist es nicht ganz so aussichtslos. Gerade der durch Sex verursachten Blasenentzündung kann man nämlich sehr gut vorbeugen. Kein Sex ist natürlich überhaupt keine Lösung. Wenn du diese drei goldenen Regeln beachtest, sinkt das Risiko aber trotz heißer Liebesnächte erheblich:

1. Vor dem Sex gründlich waschen. Und zwar auch und vor allem das Hinterteil. So sind gar keine Darmbakterien da, die verteilt werden könnten.

2. Nach dem Sex relativ schnell auf Toilette gehen. Solange die Bakterien noch nicht in der Blase angekommen sind, kann man sie so recht einfach rausspülen.

3. In besonders heißen Phasen regelmäßig Cranberrys essen oder Cranberrysaft trinken. Cranberries machen es den Bakterien nämlich sehr unbequem. 

Blasenentzündung: Diese Hausmittel helfen

Wenn es dann doch mal passiert ist, gibt es ein paar wirklich gute Tipps aus Omas Hausapotheke gegen die miese Entzündung. Wichtig ist es, die Blase zu entkrampfen und zu beruhigen. Außerdem müssen die Bakterien ausgespült werden. Dafür eignen sich wahnwitzige Mengen an Harn- und Nierentees. Die gibt es in Apotheken oder in Drogeriemärkten. Cranberrysaft ist nicht nur zur Vorbeugung ideal, sondern auch bei akuten Entzündungen gut und Wärmflaschen lindern die Schmerzen. Wenn das Brennen und der Harndrang aber auch mit diesen Mitteln nicht nachlassen, sollte man unbedingt zum Arzt gehen. Denn wenn die Bakterien in die Nieren wandern, wird es richtig gefährlich. 

Kein Sex ist auch keine Lösung

Übrigens sinkt die Wahrscheinlichkeit, eine durch Sex ausgelöste Harnwegsentzündung zu bekommen, wenn wir regelmäßig mit dem gleichen Mann Sex haben. Will heißen: Eine feste Partnerschaft, in der Eros kein seltener Gast ist, ist am Ende die allerbeste Vorbeugung. Also, schmeißt euch mit dem mann eurer Träume in die Kissen. Es lohnt sich. Auch medizinisch gesehen.



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