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Ihr seid doch alle völlig IRRE! Der Termin-Wahnsinn im Dezember!

Ihr seid doch alle irre!
© Getty Images
Die Weihnachtszeit stellt man sich immer sooooo gemütlich vor. Dann kommt sie. Und mit ihr 27 Weihnachtsfeiern, 250 Termine und mindestens zehn To-Do-Listen. 
von Marie Stadler

Freunde der Weihnacht... auf ein Wort. Ich bin gestresst! Nicht von den Geschenkekäufen, über die alle immer so fluchen (nein, ich liiiieeeebe es, Geschenke zu besorgen und schön zu verpacken!). Es geht auch nicht ums Plätzchen backen und erst recht nicht ums Schmücken des Hauses. Alles Ehrensache im Dezember. Nicht mal Rolf Zuckowski geht mir auf den Wecker, der gehört dazu und das darf er. Er soll sogar! ABER was wirklich wirklich anstrengend ist, sind die vielen, vielen Termine, die mit den Kindern im Dezember so über einen rollen. Und auch ohne Kinder wäre die Liste der Weihnachtsfeiern schon etwas verrückt, so schön sie im einzelnen alle sein mögen.

Das Problem: Wir haben nicht mehr 1990

Aber kommen wir nochmal auf die Kinder-Sache zurück. Ich habe drei und jedes bringt im November eine lange Liste an Terminen und Aufgaben mit nach Hause. Ich soll zum Adventssingen in die Kita kommen – vormittags. Am 4. Dezember werden Plätzchen in der 2c gebacken. Gerne mit möglichst vielen Eltern. Vormittags. Dazu kommt das Adventsgärtlein (Waldorf-Kita-Eltern wissen bescheid), Apfelkerzen-Basteln, der Nikolausnachmittag (möglichst ohne kleine Geschwister), das Weihnachtskonzert der Gesamtschule, die Kita-Weihnachtsfeier, der Vorlese-Vormittag, der Schulbazar, der gemeinsame Adventsnachmittag im Hort und das Vorsingen der Musikschule. Uff. Das ein oder andere ist freiwillig, das ein oder andere nicht. Aber selbst wenn die Veranstaltung keine Pflicht ist... so herzlos bin ich dann doch nicht, dass mir enttäuschte Kinderaugen nichts tun würden. So schön ich all das auch finde, ich möchte hiermit auf eines hinweisen: Wir haben 2019! Ein Großteil der Eltern arbeitet. Ja, auch im Dezember... In jeder Buchhaltung sogar dreimal so viel wie sonst. 

Zu viel, zu viel, zu viel von allem

Und auch ohne Kinder, ist es doch ernsthaft schon ein bisschen absurd. Allein meine Abteilung feiert vier Weihnachtsfeiern. Ist vielleicht etwas speziell, aber hinzu kommt die Feier beim Sportverein, das obligatorische Glühweintreffen mit den Freundinnen und puuuuuuhhhh, ihr wisst schon, was ich meine. Meine Lösung? Ich fände es toll, wenn wir alle mal aussprächen, dass keiner all das Zeug erwartet. Vielleicht würden sich all die Lehrer, Kita-Erzieher und Hortmenschen ja freuen, wenn sie auch ein bisschen öfter alleine auf ihrem Sofa mit ner Tasse Glühwein chillen könnten. Wie ich – falls das jetzt noch nicht deutlich genug war.


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