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Liebeskummer bewältigen So schaffst du es, durchzuhalten

Frau guckt traurig auf das Smartphone
© Westend61 / Getty Images
Liebeskummer ist schmerzhaft, manchmal sogar existentiell. Wie wir ihn überwinden und an ihm wachsen können, erklärt uns Michèle Loetzner mit viel Humor und Feingefühl in ihrem Handbuch für gebrochene Herzen.
von Michèle Loetzner

Es gibt Menschen, die noch nie wirklich Liebeskummer hatten, so richtigen. So einen, der sich nach einem kleinen Tod anfühlt, bei dem man nicht weiß, wie es jemals ohne den anderen wieder gut werden soll. Von dem man glaubt, er würde nie, nie, niemals aufhören. Das sind dann meist Freundinnen und Freunde, die entweder noch nie so richtig in einer Beziehung gesteckt haben oder jene, die schon ewig mit ihrem Partner zusammen sind. Für diejenigen ist es dann schwer nachzuvollziehen, dass Liebeskummer eines der schlimmsten Gefühle ist, das man haben kann.

Die Gedanken kreisen ständig um das Gleiche: Was macht er wohl gerade? War das die richtige Entscheidung? Hätte ich noch mehr tun können? Ich vermisse ihn so sehr... Dabei ist es auch egal, ob man die Verlassene ist oder die, die verlassen hat. Denn in vielen Fällen leiden beide sehr unter dem Verlust eines Menschen, mit dem man zumindest eine Weile sehr viel Zeit verbracht hat. Was man tun kann, damit der Liebeskummer schneller vergeht, verrät Michèle Loetzer in ihrem Buch "Liebeskummer bewältigen in 99 Tagen". Mit viel Humor, Feingefühl und kleinen Übungen für jeden der 99 Tage führt sie uns aus dem Liebeskummer und wieder mehr zu uns selbst. 

Liebeskummer geht nur weg, wenn man durch ihn durchgeht.

Es ist ein bisschen wie ein Workout, mit dem man sich wieder Muskeln gegen den Kummer aufbaut, um ihn schließlich ganz und gar zu besiegen. Tag für Tag und Schritt für Schritt begleitet Michèle Loetzner gebrochene Herzen auf dem Weg raus aus dem Schmerz und zurück zu uns selbst. Auch wenn sich jeder Tag unfassbar lang anfühlt, hat man zumindest den Moment mit ihren zwei Seiten aus dem Buch, die uns wissen lassen: Du bist nicht allein. Zum Beispiel an Hand von folgendem Szenario, einer Situation, die wir alle kennen – Du hast schon ein paar Tage geschafft und plötzlich eine Nachricht von ihm. Das rät Michèle Loetzner in ihrem Buch "Liebeskummer bewältigen in 99 Tagen":

Cover
© PR / PR

"Ich wollte nur fragen, wie´s dir geht." 

"Was machst du?", "Ich denk an dich."

Gab es schon eine Textnachricht dieser Art? Und wie lange hast du danach aufs Display gestarrt? Oder hast du dem Impuls nachgegeben und sofort geantwortet? Und wenn du geantwortet hast: Was hast du geschrieben? Ist ein Gespräch daraus entstanden? 

So viele Fragen. Und wahrscheinlich recht wenig zufriedenstellende Antworten. Am besten reagierst du auf so etwas gar nicht, aber natürlich ist das innere Verlangen nahezu unbezwingbar. Er fehlt dir ja schließlich. Und du ihm offenbar auch. So sieht es zumindest aus. Und mit etwas Abstand hat er vielleicht nachgedacht und festgestellt, dass du die einzige Frau bist, mit der er überhaupt jemals zusammen sein möchte. So zumindest die kleine Hollywood-Stimme in deinem Kopf. 

Sie säuselt: "Vielleicht wird doch wieder alles gut?"

Nope. Viel wahrscheinlicher ist, dass auch er mit der neuen Situation nicht zurechtkommt und bei dir kurz Halt sucht in Form von Resonanz. Was sich vielleicht temporär gut anfühlt, wird dich aber bald noch tiefer runterziehen. Nämlich genau dann, wenn das Gespräch plötzlich abbricht und du obsessiv auf allen Kanälen versuchst herauszufinden: warum, weshalb, wieso. 

Halte durch!

Es ist wirklich schwer, aber: Versuche nicht zu antworten. Denk an die Biochemie! Falls die Konversation schon läuft, beende sie und behalte so die Gesprächskontrolle. Du musst ja nicht fies werden. Ein "Ich brauche gerade Ruhe im Kopf. Ich melde mich, wenn ich wieder sprechen kann" tut’s sicher auch. 

Womit kannst du dich von dem Impuls ablenken, ihm zu antworten? 

  • Schwimmen gehen 
  • Das Handy auf Flugmodus stellen und Eat, Pray, Love ansehen (ja, Klischee, na und?) 
  • Deine beste Freundin anrufen 
  • Spontan zum Friseur gehen 
  • Ein Motiv für ein neues Tattoo aussuchen 
  • Der Seenotrettung Geld spenden 
  • In den Baumarkt fahren und Tomatensetzlinge kaufen (wenigstens etwas, das lebt …) 
  • Eine Reise planen (an einen möglichst beknackten Ort)  

Und dann stell dir noch die Frage: Welche Eigenschaft wünschst du dir jetzt gerade für dich selbst?

Michèle Loetzner
© Christian Brecheis / PR

Michèle Loetzner ist 1982 in Heidelberg geboren und hat an der LMU München und der Universität Helsinki Literaturwissenschaft, Anglistik und Linguistik studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Textchefin und Konzeptionerin u. a. für die Süddeutsche Zeitung, Plan W, Die Welt, Die Zeit und Frauenmagazine wie Cosmopolitan, Freundin oder Glamour. Michèle Loetzner lebt in München. ›Liebeskummer bewältigen in 99 Tagen‹ ist ihr erstes Buch und im Dumont Verlag erschienen.


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