Mehr Mut zu Entscheidungen! – So machen sie dich schneller glücklich

Unsere Autorin war noch nie besonders schlecht darin, Entscheidungen zu treffen. Hier ein paar Tipps an alle, die keine Entscheidungen treffen können. 

von Jessica Seiffert

Im Job, im Privatleben oder an der Eisdiele: Wir müssen uns tagtäglich entscheiden. Manchmal sind es kleine Entscheidungen, manchmal haben sie große Auswirkungen auf unseren weiteren Weg. Eventuell hängt das mit Hochsensibilitität zusammen, manchmal sind es einfach Ängste, die mit den Entscheidungen zusammenhängen. Oder unsere eigene Unsicherheit.

Entscheidungen treffen macht glücklich

Doch eines ist ziemlich sicher: Vor uns liegende Entscheidungen machen uns nicht happy – sie belasten. Sie sind wie der eine Punkt auf der To Do-Liste, der einfach nicht abgehakt werden kann. Ein To Do, das uns schlaflose Nächte bereitet und der uns unproduktiv vorkommen lässt, weil wir ihn permanent vor uns herschieben. Das zu wissen hilft mir sehr, auf den Tisch zu hauen und den linken oder rechten Weg einzuschlagen. Job A oder Job B zu nehmen. Schoko- oder Erdbeereis.

Der Klassiker: Die Pro-und-Contra-Liste

Gut, das ist nun wirklich kein Geheimtrick, aber weil es so simpel ist, macht’s trotzdem kaum jemand. Dabei kann es wirklich sehr erleuchtend sein, sich einmal das Für und Wider schwarz auf weiß vor Augen zu halten. Ich schreibe das mit der Hand, es kommt besser im Kopf an – bilde ich mir zumindest ein. Finden sich auf der einen Seite deutlich mehr Argumente als auf der anderen? Dann nicht lange fackeln und Fakten schaffen.

Münze werfen bringt die Wahrheit ans Licht

Die Pro-und-Contra-Liste steht, aber beide Seiten sind gleich auf? Dann wirf eine Münze: Kopf oder Zahl? Ich nehme mir auf jeden Fall einen Zeugen dazu, dann gelingt es mir besser, mich damit selbst auszutricksen. Ist die Münze geworfen, halte das Ergebnis noch einen Moment zu und gehe in dich: Hoffst du insgeheim auf Option A? Dann ist die Entscheidung schon gefallen.

Fantasie einsetzen: Worst Case Szenario

Ehrlich gesagt funktioniert das bei mir ziemlich gut. Ich stelle mir vor, was mir im schlimmsten Fall passieren kann. Hängt von meiner Entscheidung Leben oder Tod ab? Verletze ich jemanden? Was setze ich mit meiner Entscheidung wirklich aufs Spiel? Das Ergebnis ist meistens echt ernüchternd: Nämlich sauwenig. Fast nichts hängt von meiner Entscheidung ab. Im schlimmsten Fall ist das Ergebnis Unzufriedenheit. Eine Situation, an der man jederzeit etwas ändern kann. Ein klares Pro für eine schnelle Entscheidung!

Träume vorstellen: Best Case Szenario

Habe ich einmal die schlimmsten Konsequenzen im Kopf durchgespielt, kommt jetzt die Kür: Sich ausmalen, wie es wird, wenn nach der Entscheidung alles absolut perfekt läuft. Keine Probleme treten auf, ich werde mega glücklich sein. Das gibt mir meistens den letzten Kick, den ich benötige, um mich zu einer Entscheidung durchzuringen. Meistens können wir durch eine Entscheidung mehr gewinnen als verlieren.

Argumente sammeln: Freunde mit einbeziehen

Bin ich hin- und hergerissen, hilft alles nichts: Ich brauche mehr Meinungen, Argumente, Aussagen. Dafür suche ich mir Freunde und spreche mit ihnen über die Entscheidung, die vor mir liegt. Das sind jedoch keine Personen, die selbst große Schwierigkeiten haben, Entscheidungen zu treffen, sondern die, die rational und analytisch denken. Oft erfassen sie die Konsequenzen schnell und sind sehr direkt. Manchmal reicht schon ein „Und du findest, dass das zu dir passt?“ oder ein „Und warum machst du das jetzt nicht?“, um im Nu überzeugt zu sein. Oder sie bringen noch einmal ganz andere Gedanken ans Tageslicht. Man muss sich mit seiner Entscheidung also nicht alleine quälen.

Falsche Entscheidungen gibt es nicht

Hand aufs Herz: Hast du schon einmal eine Entscheidung in deinem Leben wirklich bereut? Das ist nämlich sehr, sehr selten. Meistens würden wir alles noch einmal ganz genauso machen. Selbst Stationen oder Momente in unserem Leben, die nur so mittelgut gelaufen sind, gehören rückblickend zu uns und haben aus uns den Menschen geformt, der wir heute sind. Doch die Frage kann man auch anders stellen: Hast du schon einmal eine Entscheidung bereut, die du NICHT getroffen hast? Richtig, wir bereuen von Natur aus eher das, was wir nicht getan haben.

Also, entscheidet euch, denn jede Entscheidung ist besser als keine!