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Mein Lieblingsmensch? Das bin ICH!

Lieblingsmensch
© Getty Images
Wer sagt eigentlich, dass der Lieblingsmensch immer ein anderer Mensch für uns sein muss? Wir finden, dass wir uns ruhig selbst als solchen sehen können. Und zwar aus gutem Grund!
von Kirsten Mannshardt

Die meisten Menschen würden auf die Frage, wer denn ihr Lieblingsmensch ist, wohl in zuckersüße Lobeshymnen über Schatzi verfallen. Warum? Naja, weil mit ihm eben selbst „die Plörre an der Tanke schmeckt, wie Kaffee auf Hawaii, yeah.“ Gleich dahinter reihen sich Mama, Papa, Bruder, Schwester oder natürlich die beste Freundin in die Top-Liga der liebenswertesten Menschen ein.

Ich muss mit mir jede Sekunde verbringen

Und klar, alle diese Menschen, die man so heiß und innig und wirklich von Herzen gerne hat, sind toll und manchmal sogar zu großartig, um wahr zu sein. Das große Stück von der sonntäglichen Sahnetorte schmeckt mit ihnen einfach am allerbesten. Und auch der Nachschub, weil man einfach so gierig sein kann, wie man will und dafür keine mahnende Blicke à la „Hast-Du-etwa-immer-noch-nicht-genug“ von der Seite kassiert. Danke dafür!
Mit einer schier unerklärlichen Selbstverständlichkeit nehmen sie einen einfach so, wie man ist, werden zur Area 51, wenn es sein muss und schaffen es irgendwie einen aufzubauen, wenn man mal so richtig durchhängt. Und obwohl diese Menschen, dass Leben so viel schöner machen und man sie darin auf keinen Fall missen möchte, muss man am Ende jede Sekunde des Tages mit sich selbst verbringen und vor allem zufrieden sein. Und das ist wohl der alles entscheidende Grund dafür, dass man sein ganz eigener Lieblingsmensch sein sollte.

Aber so etwas sagt man doch nicht!

Oh doch, unbedingt! Und es ist sogar total gut, alles dafür zu tun, was notwendig ist, um für sich selbst zu diesem Menschen zu werden. Schließlich lebt man sein Leben nicht für andere, oder wie heißt es doch so schön: Jeder ist seines Glückes Schmied! Wer an der Beziehung zu sich selbst arbeitet und sich öfter mal fragt „Moment mal, wer bin ich eigentlich und was will ich?“ tut gut daran und ist deswegen noch lange kein Egoist. Denn sein wir doch mal ehrlich: Was bringt es einem für die eigene Zufriedenheit immer nur danach zu fragen, was das Umfeld will. Genau, nämlich nix.

Auf ein Date mit mir selbst

Wer sich die Mühe macht, sich selber richtig gut kennenzulernen und sich öfter mal auf ein Date mit sich selbst trifft, der wird höchstwahrscheinlich ein zufriedeneres, glücklicheres und auch erfolgreicheres Leben führen. Klingt logisch, oder? Sich in den richtigen Momenten ab und zu selber auf die Schulter zu klopfen, gehört übrigens auch dazu. Und nein, dass hat nichts mit stinkendem Eigenlob zu tun, sondern mit der Fähigkeit die eigenen Erfolge auch mal gebührend anerkennen zu können. Jawohl!
Zu wissen, wer man ist und wo man steht, verleiht Selbstsicherheit und das wiederum wirkt auf andere Menschen attraktiv und erleichtert den Umgang. Kennen wir doch alle, oder? Woher sollen andere schließlich wissen, was man sich wünscht, wenn man es selber nicht sagen kann? Man könnte also sagen: Durch eine gute Beziehung zu sich selbst, wird man automatisch auch für andere zum Lieblingsmenschen. Und von so viel positiver Energie haben am Ende des Tages doch auch die Menschen etwas, ohne die das Leben nur halb so schön wäre. 

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