Mittelkind und stolz drauf – Darum sind Dazwischenkinder total cool

Mittelkinder sind vergessene Schattenkinder? Vergesst es! Wir sind viel eher Glückskinder und verdammt stolz drauf!

von Marie Stadler

Ja, na klar könnten wir uns bemitleiden. Wir armen Sandwichkinder, die wir nie die Privilegien des größten und nur kurz die Privilegien des jüngsten Kindes genossen haben. Wir, die wir um Aufmerksamkeit kämpfen, um Liebe buhlen und um Anerkennung betteln mussten. Aber rumjammern steht uns nicht, denn wenn wir eines gelernt haben als Mittelkinder, dann dass die Jüngsten und Ältesten mitunter ganz schön anstrengend sind. So wollen wir nicht sein und deshalb sind wir stattdessen ziemlich nette Zeitgenossen. Woher wir das so sicher wissen?

1. Wir haben früh gelernt, dass wir nicht der Nabel der Welt sind

Was uns das gebracht hat? Eine Menge Zufriedenheit! Weil wir nicht erwarten, dass die Welt sich um uns und unsere Bedürfnisse dreht, sind wir auch selten enttäuscht, wenn sie es nicht tut. Wir sorgen selbst für unser Glück. Das macht nicht nur unser Leben besser, sondern auch das unseres Umfelds. Wir erwarten wenig, finden das ok und freuen uns umso mehr, wenn alles super ist.

2. Wir genießen es, unter dem Radar zu schwimmen

Wir sind wahre Meister darin, uns die Welt Pippi-Langstrumpf-mäßig zurecht zu ruckeln. Wir wissen, dass es sich ganz angenehm unter dem Radar schwimmt. Dass wir nicht jedes Mal ICH ICH ICH schreien, sondern abwarten, erleichtert uns das Leben ungemein. UNd die anderen haben durchaus auch was davon, wenn schon mal einer glücklich ist, wenn alle glücklich sind.

3. Wir sind tolle Vermittler

Die Größten sind Bestimmer, die Kleinsten sind verwöhnt, was blieb uns also anderes übrig, als fantastische Diplomaten zu werden? Das macht uns übrigens auch zu großartigen Eltern und Freunde, denn wir haben immer alle im Blick. 

4. Wir sind im Alter glücklicher, sagt die Wissenschaft

Mittelkinder? Glücklich? Oh ja! Laut Umfrage schätzten sich Mittelkinder im Alter selbst als durchsetzungskräftiger und beruflich erfolgreicher ein als ihre Geschwister. Gut, das könnte auch auf einen gewissen Größenwahn hindeuten, aber woher unsere Selbstzufriedenheit rührt, ist ja auch vollkommen egal am Ende. Hauptsache, wir finden uns gut. Und das tun wir.

5. Wir sind Gerechtigkeitsfanatiker

Ok, manchmal war es nicht einfach. Der kleine Bruder durfte bei den Eltern schlafen, weil er ja so klein war und die große Schwester hatte schon einen Gameboy, weil sie schon so groß war. Für uns gabs halt manchmal keine Extrawurst. Das hat uns aber nicht gebrochen, sondern sehr gerecht gemacht. Wo wir Unrecht sehen, schreiten wir ein. Denn allen soll es gut gehen und keiner soll übersehen werden! Wir wissen schließlich, wie sich das anfühlt. 

6. Uns ging es nie schlecht und alle hatten Mitleid. MUAHAHA!

Ganz ehrlich, wir waren nie Opfer. Das sah nur so aus. Im Grunde haben wir die Großen die Kämpfe ausfechten lassen und die Kleinen ausrasten lassen, am Ende haben wir doch immer etwas davon gehabt, wenn die anderen sich durchgesetzt haben oder so sehr nervten, dass wir wie Engel wirkten. Am Ende haben wir uns noch eine Runde bemitleiden lassen für unseren Mittelkind-Status und eine kleine Portion Extra-Zuwendung kassiert. Vielleicht nicht sympathisch, aber extrem klug. CHECK! 


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