Morgen-Routinen von Müttern – Hätte uns DAS mal einer vorher gesagt!

Es gibt gute Gründe, warum es keine Morgenroutinen-Videos auf Youtube von Müttern gibt. Erstens würde einem das kein Mensch glauben. Zweitens hätten wir für so einen Quatsch keine Zeit. Und drittens will man ja auch all die Schwangeren nicht erschrecken.

von Anna Gebhardt

Mit Kindern wird sich alles ändern, haben sie gesagt. Das kannst du dir so gar nicht vorstellen, haben sie gesagt. Ach was, habe ich gedacht. Alles eine Frage der Organisation und konsequent muss man sein. Man muss ja auch nicht jeden Quatsch mitmachen. Nicht ich und schon gar nicht morgens. Das ist nicht meine Zeit. Da schlafe ich oder kümmere mich in angemessenem Tempo um mich. 

Und da bin ich nun. Mutter. Meine Bedürfnisse werden morgens mit Priorität XY etikettiert und zurück bleibt ein  Kuriositätenkabinett der Morgenroutinen. Also vor der Arbeit, so richtig morgens. Das wäre mit vormals nicht im Traum eingefallen, wortwörtlich.


Hier meine Top Ten


1. Vor dem Weckerklingeln aufstehen

2. Ein Spinnenhaus im Blumenkasten auf dem Balkon bauen – die Spinnen müssen aus dem Kinderzimmer gerettet werden, sofort, schnell, komm doch maaaaal. Eine sitzt im Bagger, die andere auf dem Lieblingsbuch. Die Suche nach einer passenden Trinkschüssel für das Spinnenhaus (klar, bei den Temperaturen) sind bestimmt nochmal 5 Minuten extra

3. „Eine Seefahrt die ist lustig“ und „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“  singen und dazu auf dem Sofa wippen

4. Um 07:57 Uhr vor den Türen des Supermarktes lauern, bis sich diese endlich öffnen und man ganz schnell schon mal das Wichtigste einkaufen kann. Wenn der Mann die Kinder zu Kita bringt, ist das einfach ein zu schönes Erlebnis, als dass man darauf verzichten sollte nur wegen der noch unförmigen Tasche, mit der man dann zur Arbeit kommt…

5. Zehn Mal bestätigen, dass man auf der Toilette und in der Dusche wirklich am liebsten allein sein will (und dann diskutieren, ob man in der Dusche auch trocken bleiben kann, wenn man ganz kurz rein kommt und dolle aufpasst)

6. Erklären, warum Eis kein richtiges Frühstück ist, auch wenn man selber anderer Meinung ist 

7. Schaufel, Eimer, Sonnencreme, Wechsel T-Shirt, kleines Handtuch, Gel zur Behandlung bei Insektenstichen, ggf. Wechselschuhe für einen selbst… alles irgendwie in einem arbeitstauglichen Gepäckstück unterbringen

8. Melonensterne ausstechen

9. Akzeptieren, dass auch das zweite Kleid, das man frischgewaschen dem Schrank entnommen hat, nicht fleckenlos das Haus verlassen wird

10. „Time to say Goodbye“ singen, wenn man die Wohnung verlässt, in der sich der Nachwuchs noch kurzem Trennungsschmerz hingibt und dem irritierten Nachbar würdevoll zunicken, trotz alledem…