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"Ich kann da nicht hinsehen!" Darum sind Horrorfilme der Horror für mich

Frau versteckt sich hinter Laptop
© Guido Mieth / Getty Images
Die Hexe, die Verschwörung oder der Ring - allesamt Klassiker des Genres Horrorfilm. Leider habe ich keinen davon gesehen. Gruselfilme aller Art sind nichts für mich. Und jetzt weiß ich auch warum. 
Hier schreibt Paula Becker

Horrorfilme sind für mich der Horror. Ich konnte sie noch nie anschauen und habe es auch mit gesteigertem Alter nicht lernen können. Es ist mir auch nach wie vor unbegreiflich, wie man sich zur Entspannung Filme angucken möchte, in denen tote Kinder oder irre Clowns die Hauptrolle spielen. Am Ende sterben auch meist die Hauptprotagonisten, wozu das ganze Theater. Was reizt Leute dazu, sich Filme anzuschauen in deren Kritik steht „Wenn sie sich diesen Film anschauen können, und dabei gleichzeitig noch in der Lage sind in Ruhe Popcorn zu essen, sind sie vermutlich ein Soziopath“. 

Ich habe es immer mal wieder probiert und bin kläglich gescheitert. Man möchte ja gerne mitreden bei seinen Teenager-Freunden, im echten Leben war ich auch nie eine ängstliche Person – aber der vorherige „Genuss“ von Horrorfilmen haben meine Nachtruhe immer empfindliche gestört. Was hab ich mich abgemüht und dachte: Wenigstens kannst du dich an deinen Schwarm/Freund anlehnen, wenn es schlimm wird. Aber das war es einfach nie wert. Oder der Freund/Schwarm war noch ein größerer Schisser als ich. Freddy Kruger, der irre mit der Krallenhand aus dem Film „Nightmare on Elm Street“ hat mir genauso schlaflose Nächte bereitet wie der zufällig gesehene Trailer (!) von „The Ring“.

Drei Gründe für den Horror vor dem Horror

Die Menschheit ist anscheinend geteilt in zwei verschiedene Gruppen von Menschen: Ein Teil kann den Horror ab, der andere braucht die RomCom (Romantische Comedy)  um sich zu gruseln oder zu entspannen.

Aber, hurra, für dieses Verhalten  Für dieses Verhalten gibt es Gründe, der davon hat die US-Forscherin Margee Kerr in ihrem Buch: Scream: Chilling Adventures in the Science of Fear aufgeschrieben.

Ein Grund für die Angst vor der Angst ist die Jungend, wie kann es anders sein. Verknüpft man als Kind Gruselgeschichten mit einer kuscheligen Umgebung wie das Lagerfeuer mit Eltern und Geschwistern oder das Bettenlager im Wohnzimmer, ist die Angst mit einem wohligen Gefühl verbunden. Es entsteht eine mentale Brücke zwischen Furcht und Vergnügen. Fehlt die, wird es mit Horrorfilmen eher schwierig.

Manche Menschen müssen sich auch mehr „fühlen“ , als andere. Ja, das ist das, was die Mutter in der Kita immer sagt, wenn ihr hysterischer Sohn rücksichtslos durchdreht. Der kleine Mattis „fühlt“ sich dann mehr. Vermutlich wird er als Teenie und Erwachsener das Horror-Genre lieben. Menschen mit so einem Gefühlssystem empfinden unterschwellig jede Form von Emotion, sei es Freude, Liebe oder Angst, als angenehm. Der Horror auf der Leinwand ist für sie der richtige Kick.  

Horrorfans, zumindest die meisten, ziehen im echten Leben auch viel Energie aus einem hohen Stresslevel.

Die gute Nachricht:  

Horrorfilme anschauen und vor allem genießen, das kann man angeblich lernen. Und zwar indem man sich „lustige“ Horrorfilme anschaut. Das findet man dann laut Forschung nicht so schlimm, übersteht die nächsten 90 Minuten mehr Horror dann immer besser und wird so resillient gegenüber Hexen, Zombies und anderen Untoten.    

Ich stehe nicht auf Stress, brauche mich nicht übermäßig zu fühlen und Für mich wird es wohl weiterhin aufregend genug sein, den Plot des Horrorfilms auf Wikipedia nachzulesen.  


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