Nicht verzweifeln... Warum schwere Entscheidungen toll sind

Leider ist es doch so: Schwere Entscheidungen sind zwar nicht immer wichtig, aber wichtige Entscheidungen (Kinder! Partner! Arbeit!) sind oft schwer. Dabei ist der größte Fehler eigentlich nur, die Entscheidung gar nicht zu treffen.

von Eva Manegold

Es fängt beim Frühstück mit der Müsliwahl an und endet abends mit der Überlegung, ob man jetzt wirklich noch mal aufstehen sollte, um sich die Zähne zu putzen: Den ganzen Tag über treffen wir Entscheidungen. Zugegeben: Die wenigsten davon sind wirklich schwer. Meistens entscheiden wir uns schnell und intuitiv oder sind uns gar nicht bewusst, dass wir grade eine Wahl treffen.

Je größer die Auswahl ist, desto freier sind wir - oder? 

Ehrlich gesagt: Häufig fühle ich mich gar nicht besonders frei, wenn ich beim Einkaufen zwischen 20 Müslisorten und am Abend zwischen Sport, Freunden und Familie abwägen muss. Es ist zwar quasi alles möglich, aber damit steigt auch der Druck, sich für das Richtige zu entscheiden. Das mag vor dem Supermarktregal noch erträglich sein, da die Folgen dieser Entscheidung generell nicht lebensverändernd sind.

Ganz anders ist das allerdings bei den essentiellen Fragen im Leben: Will ich Kinder - ja oder nein? Fange ich lieber einen sicheren Job an oder einen, der mich richtig interessiert? Soll ich mit meinem Partner zusammenziehen, auch wenn wir uns erst seit ein paar Monaten kennen?

Da helfen meistens auch die schönsten Pro- und Kontralisten nicht weiter.. Aber das ist kein Grund zur Verzweiflung, denn schwere Entscheidungen sind trotzdem (oder grade deswegen) etwas Schönes. Vorausgesetzt natürlich, man weiß, wie man mit ihnen umgeht:

Das A und O für die weise Wahl

1. Es gibt keine perfekte Lösung

Schwere Entscheidungen sind meistens deshalb so schwer, weil es keine unzweifelhaft rational "bessere" Option gibt. Es bringt nichts, immer mehr und mehr Informationen zu sammeln und lange Listen zu erstellen. Nach der perfekten Lösung zu suchen macht also nur unglücklich, denn es gibt sie nicht!

2. Kopf UND Herz sind wichtig

 Wir entscheiden uns letztendlich nicht für etwas, weil wir objektiv mehr Vorteile als Nachteile gefunden haben. Ausschlaggebend sind am Ende unsere Wertvorstellungen zu bestimmten Themen (Wunsch nach Unabhängigkeit, Sicherheit, Abwechslung etc.) - und die sind bei jeder Person unterschiedlich. Wenn man also für sich selbst herausgefunden hat, was für ein Typ Mensch man ist bzw. sein möchte, dürfte einem die Entscheidung schon um Einiges leichter fallen.

3. Autor des eigenen Lebens sein

Entscheidungen geben uns die Möglichkeit, aktiv zu bestimmen, wie man das eigene Leben gestalten möchte. Wir erfinden uns selbst. Das ist eigentlich etwas Schönes, auch wenn es sich in dem Moment nicht so anfühlt. Rückblickend ist es nämlich immer besser, die Entscheidung bewusst selbst getroffen zu haben, als einfach abzuwarten oder die Verantwortung abzugeben. Wie wir wählen, macht uns zu der Person die wir sind.








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