Peinlicher geht nicht – Die dollsten Ex-Freund-Geschichten

Ex-Freunde trifft man am liebsten, wenn man gerade aus dem Friseursalon kommt. Passiert nur leider nie. In echt sieht so ein Ex-Freund-Zufall immer ganz anders aus. 

von Diana Huth

Bad Hair Day meets Ex-Freund

Es war einer dieser Tage, an denen man das Haus nicht verlassen darf. Eigentlich. Ich sah aus wie ein zerrupftes Huhn auf Ecstasy, das sich blind am Altkleidercontainer eingedeckt hat. Eben so ein Samstag nach einem sehr langen Freitag, wie das früher ab und an mal vorkam. Meine Schwester und ich schleppten uns verkatert zum Supermarkt um die Ecke. „Wenn ich jetzt jemanden treffe, falle ich vor Scham in Ohnmacht“, sagte ich. „Wie doof, da steht nämlich dein Ex“, sagte sie. Und tatsächlich. Da stand er, rauchend vor einem Hotel. Hübsch und gut gekleidet wie immer. Ich dachte keine Sekunde nach,  sprang wie ferngesteuert hinter ein parkendes Auto - und traute mich erst zwanzig Minuten später aus meinem Versteck. Am Nachmittag rief ich ihn an und beichtete ihm die Aktion, weil ich Angst hatte, dass er diese armselige Nummer mitbekommen hatte. Hatte er nicht. Dafür fand er aber meine Telefon-Beichte ziemlich lustig und lud mich am nächsten Tag auf ein Bier ein. Natürlich nur, um mich nochmal auszulachen. Aber wenigstens sah ich gut dabei aus. 
Helen, 37

Er fiel auf die Knie und bat um Vergebung

Hach ja, ich habe schon ein, zwei dramatische Beziehungen hinter mir. Meine Freundinnen nennen mich manchmal den „Heiligen Samariter“, weil ich recht gutmütig bin, manchmal vielleicht zu sehr. Doch irgendwann ist Schluss. Selbst bei mir. Bereits zwei meiner Ex-Freunde hatten Jahre später das Bedürfnis, sich bei mir zu entschuldigen. Der eine hatte mich betrogen, der war besonders reumütig. Wir trafen uns in einem Park und er fiel vor mir auf die Knie, wünschte sich, dass ich ihm vergebe. Ich erinnerte ihn daran, wie schäbig er sich verhalten hatte. „Es tut mir leid!“ rief er so laut, dass sich die Parkbesucher umdrehten. Peinlich! Ich bat ihn also schnell, aufzustehen und sagte, dass ich ihm vergebe. Was war ich froh, als die Situation vorbei war. Trotzdem: Innerlich war es auch Balsam für meine Seele, dass er seinen Fehler eingesehen hatte. Besser spät als nie. 
Verena, 41

Er dachte, ich sei lesbisch geworden

Nachdem ich die Heulphase nach der Trennung überwunden hatte, fand ich, dass es Zeit für einen Selbstfindungstrip war. Einmal Thailand mit Yoga, Meditation, tollem Essen und wunderbaren Menschen. Mir tat das richtig gut und ich machte natürlich auch ein paar Bilder, die ich online teilte. Nach ein paar Wochen rief mein Ex plötzlich an: „Ich wollte dir zu deiner neuen Freundin gratulieren.“ Meiner was? „Schön, dass du endlich zu deiner Homosexualität stehst!“ Wie bitte? „Na der Dame von deinen Thailandfotos.“ Ahh, ähm ja. Das war eine Freundin, die mich begleitet hatte und mit der ich gerne zusammen Sport machte. Alles rein platonisch. Und nein, Frauen, die sportlich sind und Fotos mit anderen Frauen machen, sind nicht gleich lesbisch, erklärte ich ihm.  Männer! Was soll man da noch sagen.
Linda, 45

Auf der Party meines Ex-Freundes

Ich lernte meinen Ex durch meinen besten Freund kennen. Er war klug, lustig und hat mir nach der ersten Nacht superleckere englische Scones gebacken. Ein toller Typ! Hamburg – Berlin, das war gut machbar, mein Auslandssemester in Venedig haben wir dann aber nicht überlebt. Wir machten irgendwann völlig in Rage wegen irgendeinem Quatsch am Telefon Schluss. Das war zwar kein würdiges Ende, aber wenigstens eines mit Wumms. Danach war Funkstille. An Silvester fuhr ich wie immer nach Berlin zu meinem besten Freund. Er erzählte mir, dass wir auf eine tolle Party gehen würden, an einen ganz geheimen Ort, top secret. Er fing schon nachmittags an, mich abzufüllen, das hätte mich stutzig machen sollen. Einige Stunden später stand ich jedenfalls sturzbetrunken vor der Tür meines Ex-Freundes. Man könnte nun meinen, das sei ein netter Wiederverkupplungsversuch gewesen. War es aber nicht. Es war einfach nur der Unwille meines besten Freundes, sich von meinen Liebschaften in seiner Partywahl beeinflussen zu lassen. Es gibt Tage, an denen ich ihn für seinen skrupellosen Pragmatismus liebe. An diesem wollte ich ihn lieber erwürgen. War dann aber doch ganz lustig. Für mich. Für meinen besten Freund. Nur die neue Flamme meines Exes hat sich nicht so gut amüsiert.
Leoni, 32

Meinen Ex? Den hab ich geheiratet

Wenn andere sich mit ihren dollsten Geschichten über den Ex in Rage reden, kann ich nur locker schmunzeln. Ich habe meinen nämlich geheiratet. Ganz ohne großen Stress. Wir brauchten eine Auszeit von drei Jahren, haben uns ausgetobt und dann festgestellt, dass es für uns einfach niemanden Besseres gibt. Also haben wir es wieder versucht. Seit 14 Jahren hält das jetzt und unsere beiden Kinder finden es auch klasse. 
Erika, 49