VG-Wort Pixel

Plappermaul oder geschlossenes Buch Wie viel reden wirklich sympathisch macht

Gibt es ein "zu viel" beim Reden? Tatsächlich nicht!
Gibt es ein "zu viel" beim Reden? Tatsächlich nicht!
© DragonImages
Rede ich zu viel? Oder zu wenig? Eine Studie zeigt nun, wie viel reden bei der anderen Person gut ankommt.

Gerade in der Corona-Pandemie hatten es Singles nicht leicht – Dates waren immer so eine Sache, denn nebst der Gefahr eines unsäglich langweiligen Gesprächs bestand ja immer die Möglichkeit, dass nicht nur öde Geschichten aus dem Mund des Gegenübers kamen, sondern auch noch Viren obendrauf. 

Nun können wir wieder auf Dates und wissen gar nicht mehr so richtig, wie man sich eigentlich vor März 2020 unterhalten hat: Ist es in Ordnung, auf eine Frage erst einmal die halbe Lebensgeschichte herunterzubeten? Oder nerven wir damit unser Gegenüber und gelten schnell als Quasselstrippe? Und wie ist es eigentlich andersherum? Darf es auch mal ein "Ja" oder "Nein" sein oder sind wir dann schnell wortkarg und langweilig?

Unsicherheit beim Thema Gesprächsanteil ist verbreitet

Doch nicht nur im Dating-Kontext stellen sich viele Menschen diese Fragen, wie die Psycholog:innen Quinn Hirschi, Timothy D. Wilson und Daniel T. Hilbert in gleich drei Studien festgestellt haben. Die meisten Menschen sind sich ziemlich unsicher, was ihre Fähigkeiten in puncto "gelungene Konversation" angeht: Die einen denken, wenn sie zu viel reden, würden sie riskieren, als unsympathisch deklariert zu werden. Andererseits fürchten nicht wenige, sie würden ihr Gegenüber langweilen, wenn sie zu wenig reden.

Zu viel ist nicht gut, zu wenig ist nicht gut – echt jetzt? Was soll man denn bitte tun, "mäßig" reden? Ein ungefähr so guter Tipp wie eine Pflanze, die man bitte nur "mäßig" gießen solle. Natürlich kommt es immer darauf an, was wir uns von einem Gespräch erwarten, stellen auch die Wissenschaftler:innen fest: Laut ihren Ergebnissen wollen Menschen entweder gemocht oder interessant gefunden werden – unmöglich scheint es da, beides gleichzeitig zu sein. Aber dem ist nicht so.

So viel Gesprächszeit kommt sympathisch rüber

Im ersten Teil der Studie wurden die Proband:innen gebeten, sich ein Gespräch mit einer anderen Person vorzustellen. Dabei sollten sie beschreiben, welche Erwartungen sie an das Gespräch hatten und wie hoch ihr eigener Gesprächsanteil sein würde – und im Idealfall sein sollte, je nach Ziel des Gesprächs. In einem anderen Teil kamen die Teilnehmer:innen ins Labor, um miteinander in ein Gespräch zu gehen. Dieses hatte ein zufällig gesetztes Zeitlimit. Anschließend sollten sie einschätzen, ob sie die Person nach dem Gespräch als eher sympathisch oder interessant einordnen würden.

Das Ergebnis überrascht: Während die Proband:innen im ersten Teil zu dem Ergebnis kamen, dass man etwas weniger als die Hälfte des Gesprächs für sich beanspruchen sollte, um gemocht zu werden, kommen die Ergebnisse des zweiten Teils zu einem anderen Schluss. Denn wenn die andere Person mehr Redezeit hatte, mochte ihr Gegenüber sie mehr – und fand sie obendrein noch interessant! Eine gute Nachricht für alle Plaudertaschen unter uns. Es gibt also kein "zu viel", was das Sprechen angeht. Zumindest ist es nicht ganz so eng, wie viele von uns das immer fürchten. Aber bitte nicht vergessen, zumindest zwischendurch Luft zu holen!

Quelle: psychologie-heute.de

cs Barbara

Mehr zum Thema


Mehr Barbara ...