Pssst: Warum Stille unserem Gehirn guttut

Nach den Feiertagen sehnt sich unsere Autorin nur noch nach einem: absoluter Stille! Keine streitenden Kinder, keine plärrenden Weihnachtslieder, keine gestressten Eltern und keine übervollen Shoppingcenter mehr. Einfach nur Ruhe! 

von Linda Berger

Pssst... hörst du das? Nein, ich auch nicht. Himmlisch, diese Stille. Vor allem nach der stressigen Weihnachtszeit. Ja, ich liebe Weihnachten auch, aber es ist jedes Jahr auch echt anstrengend, laut und voll und trubelig. Vor allem in der Vorweihnachtszeit, wo sich Menschenmassen durch die Städte schieben, auf der Jagd nach den letzten Geschenken und hoch oben unter dem Himmelstor jault "Last Christmas" aus den Lautsprechern. Da möchte man doch echt nur brechen.  

Zum Glück sind sie überstanden, die Feiertage. Rückzug ist jetzt angesagt, an einen Ort, der einfach nur leise ist. Schön oder? Und nicht nur das, Stille hat sogar noch mehr Pluspunkte. Die macht nämlich klug.

Chill mal still

Alles, was laut ist, lässt unseren Blutdruck ansteigen. Was das heißt, wissen wir ja: Herzinfarkte, Schlafstörungen, Gereiztheit und diverse andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen winken schon von Weitem. 

Aber: Eine kurze Auszeit am Tag kann Wunder wirken. Einer Studie aus 2006 zur Folge können uns schon zwei Minuten Stille entspannen, den Blutdruck senken und den Blutfluss im Gehirn stimulieren. 

In Ruhe auftanken

Smartphone, PC, öffentliche Verkehrsmittel, Kitas und Fernseher: Überall stürzen Farben, Formen und Laute auf uns ein. Eine Reizflut, die Stille unterbrechen kann und unsere mentalen Ressourcen wieder auffüllt. 

Lassen wir unser Gehirn stattdessen über lange Zeit auf Hochtouren laufen, werden wir müde, unkonzentriert und unmotiviert. Aufmerksamkeitsspanne gleich Null, genauso wie unsere Fähigkeit, komplexe Dinge zu durchdenken, Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen.

Gönnen wir unseren grauen Zellen also ruhig mal eine Atempause. Wenn wir beim Joggen nicht mehr können, halten wir schließlich auch an. 

Eine Spaziergang, fünf Minuten im Schlafzimmer die Decke anstarren, kurz meditieren - All das hilft unserem Gehirn. Dann muss es weniger Informationen nach wichtig und unwichtig sortieren.

Der Knaller zum Schluss: In der Stille wächst das Gehirn

… und zwar wortwörtlich. Denn, wenn alles leise ist, entstehen neue Hirnzellen.

Das zeigt eine Studie mit Mäusen aus dem Jahr 2013. Die Tiere wurden dabei verschiedensten Geräuschen ausgesetzt und andere Tiere als Kontrollgruppe in Stille gehalten. Tatsächlich fanden die Forscher aber heraus, dass zwei Stunden Stille am Tag neue Zellen im Hippocampus der Mäuse wachsen ließ - also der Hirnregion, die für unsere Konzentrations- und Gedächtnisleistung verantwortlich ist. Außerdem konnten die neuen Hirnzellen schnell mit dem Restgehirn verknüpft werden und ihren Platz im System einnehmen.

Also dann: Alles aus, Stille an und ganz in Ruhe wachsen lassen.

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Nach den Feiertagen sehnt sich unsere Autorin nur noch nach einem: absoluter Stille! Keine streitenden Kinder, keine plärrenden Weihnachtslieder, keine gestressten Eltern und keine übervollen Shoppingcenter mehr. Einfach nur Ruhe!

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