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"Kein Bock mehr!" Frustriert? Diese 3 Schritte helfen dir

Frustriert? Ein Psychologe gibt Tipps, damit besser umzugehen
Frustriert? Ein Psychologe gibt Tipps, damit besser umzugehen
© contrastwerkstatt / Adobe Stock
Frustration kennt ja wohl jede:r. Aber wie kommt man wieder zur Ruhe, wenn man eigentlich nur noch rot sieht? Wir haben ein paar Tipps für dich.

"Alles nervt!" Es ist schon wieder Montag, alles fällt dir herunter, die Wäsche kommt klatschnass aus der Maschine, das Essen ist verbrannt und der Freund meldet sich – mal wieder – ewig nicht. Es kann schon enorm nervtötend sein, wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir uns das vorstellen. 

In seinem Beruf begegnet Psychologe William Hwang allen möglichen Formen von Frustration: gegenüber dem Verkehr, den Partner:innen, oder sich selbst. Und auch wenn das Gefühl an sich normal ist, reiche es seiner Meinung nach nicht, Frustration als solches benennen zu können. Vielmehr sollten wir uns fragen: Warum genau sind wir frustriert? Haben wir eine Kontrolle über dieses unangenehme Gefühl? Ist die Frustration vielleicht sogar nützlich für uns?

Was Frustration eigentlich ist

Laut dem Lexikon der Psychologie tritt Frustration auf, "wenn das Erreichen eines Ziels oder die Befriedigung eines Bedürfnisses behindert wird". Die Emotion zeige sich auch körperlich, erklärt Hwang, beispielsweise durch einen erhöhten Blutdruck und körperliche Anspannung. "Das sollte doch nicht so schwierig sein", sei dabei ein häufiger Gedanke und manchmal könne uns das Gefühl dazu bringen, dass wir uns mehr anstrengen, um das zu erreichen, was wir wollen.

Wenn also ständig etwas herunterfällt, achten wir (vielleicht auch leicht genervt) darauf, dass dieses Mal das blöde Besteck auf dem Teller liegen bleibt, wenn wir ihn von A nach B transportieren. Oder wenn die Wäsche komplett nass aus der Maschine kommt, achten wir nächstes Mal darauf, sie nicht bis zum Bersten mit Bettzeug zu füllen. "Wenn ich mich frustriert fühle, weil etwas nicht funktioniert, kann es sein, dass ich einen kurzfristigen Motivationsschub erlebe, mehr Energie aufzubringen, um diese Frustration zu überwinden und das angestrebte Ziel zu erreichen", erklärt der Psychologe.

Schön und gut ist das bei Dingen, die wir selbst in der Hand haben. Aber was sollen wir bitte tun, wenn wir frustriert von einer Situation sind, bei der wir wenig machen können?

Diese drei Schritte helfen, wenn der Frust dich packt

Damit uns der Frust nicht Dinge tun oder sagen lässt, die wir später bereuen, schlägt Hwang drei Schritte vor, um wieder klarer zu sehen.

  1. Erkenne, dass du anfängst, Frust zu empfinden
  2. Versuche zu verstehen, welche Erwartungen dich dazu bringen, frustriert von der aktuellen Situation zu sein
  3. Korrigiere deine Erwartungen – am besten, bevor es zu spät ist

Wie heißt es so schön: "Erwarte das Unerwartete!" Und tatsächlich kann das für Menschen, die oft frustriert sind, weil die Dinge nicht ihren Vorstellungen entsprechen, eine ziemlich hilfreiche Einstellung sein. Letztlich hat niemand das Recht gepachtet, dass alles und jede:r sich den eigenen Erwartungen anpasst – sich das klarzumachen sorgt dafür, dass wir flexibler damit umgehen, wenn etwas nicht so läuft wie gedacht. 

Dabei gehe es allerdings nicht darum, immer nur mit dem Schlimmsten zu rechnen und dass ohnehin alles schiefgehen werde, so der Psychologe, denn das könne uns "aufgrund unserer negativen Erwartungen viele Dinge ausreden, die eigentlich schön gewesen wären". Vielmehr ginge es darum, nicht davon auszugehen, dass Dinge "falsch" oder "richtig" laufen werden, sondern offen und flexibel mit einer Reihe von Möglichkeiten zu sein. 

Wir können – wenn wir ehrlich sind – doch nie wirklich vorhersehen, wie Dinge laufen. Wir können uns also unserem Frust und der Wut hingeben, wenn etwas nicht unseren Erwartungen entspricht – oder wir können entspannt sein, wenn auf einmal die Waschmaschine Feuer fängt und die Feuerwehr anrufen. Am Ende alles eine Sache unserer eigenen Einstellung.

Verwendete Quellen: dorsch.hogrefe.com, psychologytoday.com

cs Barbara

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