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Psychologie Mit diesem Satz hilfst du Freunden in Krisensituationen

Hände
© PeopleImages / Getty Images
Krisen bedeuten Veränderungen und Veränderungen machen Angst. Sei es eine Trennung, ein Schicksalsschlag, Enttäuschungen und Verletzungen, der Verlust des Jobs oder einer geliebten Person, den man überwinden muss. Die meisten Menschen plagen in Zeiten, in denen kein Stein auf auf dem anderen zu stehen scheint, diffuse Ängste. Was man als Angehöriger tun kann, wenn nahestende Personen Angst haben und verzweifelt sind, verrät Psychologin Sally Schulze.

Ängste sind fies. Weil sie so große Macht über uns haben. Weil sie nicht rational sind. Weil sie meist mit jeder Menge unangenehmer Gefühle um die Ecke kommen, und weil man sie meist erst los wird, wenn man ihnen ins Gesicht schaut. Und es gibt sie in einer bunten Mischung von allem: Existenzängste, Verlustängste, die Angst, zu versagen, nicht gut genug zu sein. Unser Selbstwert ist in solchen Momenten so klein und wir sorgen uns darum, dass dieses Gefühl nie mehr weggeht, dass uns die Ängste lähmen und unsere schlimmsten Befürchtungen wahr werden könnten. 

Wo sind die richtigen Worte hin?

Plagen unsere Liebsten Ängste und Sorgen, fühlen wir uns oft hilflos. Wir wissen nicht, was wir sagen sollen oder was helfen könnte. Und nicht selten bewirken unsere Worte eher das Gegenteil von dem, was wir uns erhofft hatten. Wenn uns Freunde und Angehörige anvertrauen, dass sie Angst haben und sie gar nicht wissen, wie es weitergeht, bleiben uns zwei Optionen, wie Psychologin Sally Schulze erklärt. 

"Wie kann ich dir helfen, mutig zu sein?"

Wir können einerseits sagen, dass das alles schon wieder gut wird und unser Gegenüber keine Angst haben braucht. Das fühlt sich aber irgendwie komisch an, vor allem für den Betroffenen. Wenn man Angst hat, dann hat man eben Angst. Das ist schließlich kein Modus, den man einfach an- und ausknipsen kann. Was hingegen hilft und die Selbstwirksamkeit wieder ankurbelt, ist die Frage: Wie kann ich dir helfen, den Mut zu finden, es zu machen, obwohl du Angst hast?

Diese Frage ist für viele erleichternd, weil sie bedeutet, dass sie nicht erst ihre ganze Angst loswerden müssen, um vorwärts zu kommen, erklärt Sally. Statt die Angst zu bekämpfen, geht es also darum, mehr Mut zu haben als Angst. Und wenn wir fragen, "Wie kannst du mutig sein?", fällt den meisten etwas ein, das ihnen Mut gibt. Nur auf Knopfdruck keine Angst zu haben, geht leider nicht. 

Sally Schulze
© PR

Sally ist Diplompsychologin, approbierte Psychotherapeutin und Expertin für Frauenheilkunde. Sie hat vier Jahre lang Frauen mit drohender Frühgeburt und Eltern auf der Babyintensivstation der Uniklinik Frankfurt betreut. Sie ist daher Expertin im Umgang mit Krisensituationen. An der Uniklinik hat sie außerdem Paare mit unerfülltem Kinderwunsch ehrenamtlich beraten. Bald schon konnte sie die vielen Anfragen von emotional belasteten Paaren nicht mehr abdecken. Aus diesem Bedarf heraus entstand die Idee für die Onlineplattform MentalStark.

Barbara

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