Schick sie in die Wüste! Freundschaft kündigen ist auch eine Lösung

Eine Freundschaft zu kündigen ist ein drastischer Schritt. Manchmal ist es aber wirklich besser so. Für beide Seiten.


von Miriam Kühnel

Warum man mit Partnern Schluss macht, wenn sie nicht zu einem passen, mit Freunden aber nicht? Naja, weil Freundschaften nichts Exklusives sind. Wenn A nie mit mir feiern geht, mach ich das halt mit B. Macht ja nix. Und wenn B meinen Kleidungsstil eine Zumutung findet, gehe ich halt mit A oder C in die Stadt, anstatt mich mit B ins Shopping-Unglück zu stürzen. So einfach ist das. Meistens.

Warum sollte man eine Freundschaft kündigen?

Schwierig wird es, wenn Freundinnen oder auch Freunde dieses Anti-Exklusivitäts-Prinzip nicht verstehen und gerne A, B, C und sowieso alles bis Z sein wollen.

Diese 9 Zeichen sprechen eindeutig dafür, dass die Zeit für ein wirklich ernsthaftes Gespräch gekommen ist. Und bei manchen endet dieses Gespräch besser mit einem herzlichen „Leb wohl“. In der Wüste. Oder da, wo der Pfeffer wächst.


  1. Der andere ist eifersüchtig
    Passiert leider gar nicht mal so selten, dass Freunde denken, sie hätten Ansprüche, die sie lautstark geltend machen können. Es mag in der Grundschulzeit ok gewesen sein, dass Mila pikiert war, wenn man sich einfach so mit Greta traf, ohne zu fragen. Wenn man erwachsen ist, geht Mila das aber einfach mal so gar nichts an. Freundschaft und gemeinsame Zeit ist ein Geschenk, das man nicht einfordert! Wer das nicht versteht, darf getrost in der Wüste neue Freunde suchen. Kamele sollen ja auch sehr treu sein.
  2. Eure Gemeinsamkeit hat sich erledigt und ihr findet keine neue
    Man, war das lustig, sich mit Erik über Frau Musa, die nervige Mathelehrerin aufzuregen und ihr Papierkügelchen auf den Rücken zu schmeißen. Wenn du 10 Jahre später mit Erik kein anderes Gesprächsthema gefunden hast, wäre es vielleicht Zeit, Erik gehen zu lassen. Dann hat er mehr Zeit für Menschen, die sich auch für Quantenphysik interessieren und du kannst Frau Musa endlich hinter dir lassen.
  3. Du wirst ständig kritisiert für Dinge, die fest zu dir gehören
    Es gibt ja diese Menschen, bei denen passt du einfach nicht rein. Die grinsen peinlich berührt, wenn du mal wieder zu laut bist, die rollen mit den Augen, wenn du deine Meinung änderst, weil das in ihren Augen ein echt schlechter Charakterzug ist und die raten dir gerne mal, einfach ein bisschen anders zu sein als du eben bist. Diese Menschen haben natürlich ihre Daseinsberechtigung und wir leben in einem freien Land, keine Frage. Aber warum zum Teufel nennst du sie deine Freunde?
  4. Eigentlich hast du keine Lust, dich zu treffen
    Wenn eine Freundschaft einen festen Platz auf der To Do-Liste hat und Treffen zu den besonders gerne aufgeschobenen Punkten gehört, ist das womöglich ein Zeichen...
  5. Der andere hält dich klein
    Wenn deine Freundin dir sagt, dass der Kerl vielleicht nicht deine Liga ist und du es lieber mal bei dem Sozialphobiker nebenan probieren solltest, dann sollte dieser Kerl in der anderen Liga entweder George Clooney sein oder deine Freundin sollte sich eine andere suchen, der sie einredet, dass sie das ganz große Glück nicht verdient hat. Freunde sollten Mut machen und nicht ausbremsen! Gehört zu den goldenen Regeln.
  6. Du hast dauernd ein schlechtes Gewissen
    Ganz schlimm: Die schlechte-Gewissen-machen-Freunde. Hatte jeder bestimmt schon irgendwann mal. Dauernd fühlt man sich schrecklich. Zum Beispiel weil du es wagst, dich verliebt zu haben, wo ihr doch gerade so tolle Single-Freundinnen wart. Oder weil du verpasst hast, direkt am passenden Tag zu fragen, wie das Vorstellungsgespräch gelaufen ist. Nun, manchmal passiert das eben einfach. Und das sollte es auch dürfen.
  7. Der andere ist nicht loyal
    Dass deine Montagsgrippe eine sehr freie Interpretation deines Katers war, landet irgendwie plötzlich bei deinem Chef? Und das peinliche Foto vom Samstag wird ungefragt bei Facebook gepostet? Wer lieber einen Freund verliert, als eine Pointe verpasst, der soll doch eben dieses bitte tun und sich nach einem neuen Opfer umgucken. Und tschüss!
  8. Wenn einen von euch Neid zerfrisst
    Neid ist kein Gefühl, mit dem man sich rühmen kann, nein. Aber es ist ein Gefühl, das existiert und wenn man nicht gerade der Dalai Lama ist, kennt man es auch selbst. In einer Freundschaft macht Neid aber wirklich unglücklich. Und zwar alle beide. Entweder ihr findet eine Lösung, mit dem Ungleichgewicht umzugehen, oder es ist Zeit, sich in anderen Freundschaften wieder wohlzufühlen.
  9. Die Freundschaft ist einseitig geworden
    „Ich meld mich, sagte er vor sieben Monaten und dann war er weg. Klar kann man jetzt dreißig Mal ignorieren, dass ER sich melden wollte und tut es mal wieder selbst. Sollte man aber echt nur dann tun, wenn der andere ein eher verpeiltes Exemplar Mensch ist. Denn im Zweifel könnte das „sich nicht melden durchaus ein Zeichen für Desinteresse sein. Und für Menschen, die kein Interesse an dir haben, ist deine Zeit doch definitiv zu schade, oder? Manchmal ist ein unausgesprochenens „Leb Wohl auch irgendwie erträglicher als ein großes Drama. Natürliche Auslese oder so. Das klappt gut, wenn man bereit ist, auch mal loszulassen. Das tut im Zweifel manchmal beiden Seiten besser als verbissen an etwas festzuhalten, was seine goldenen Zeiten ohne Zweifel einfach hinter sich hat.