Schluss mit Mainstream: Pornos zum Hören

Sex in normalen Pornos hat meistens herzlich wenig mit der Realität zu tun. Frauen sind dort generell haarlos, dünn und wirken selten so, als hätten sie selbst auch Spaß. Das sollen Audio-Pornos jetzt ändern.

von Eva Manegold

Pornos ohne Videos und Bilder – funktioniert das überhaupt?

Das Konzept der Audio-Erotik ist eigentlich uralt, schließlich gibt es Telefonsex wahrscheinlich schon seit es Telefone gibt. Die visuelle Stimulation durch Bilder und Videos spricht Frauen außerdem weniger an als Männer, das ist mittlerweile sogar wissenschaftlich bewiesen. Eine Online-Plattform mit Audiopornos und Erotiktexten ist also eigentlich der nächste logische Schritt.

Masturbation statt Meditation

Deshalb hat Caroline Spiegel im April die kostenlose Plattform Quinn gelauncht. Dort findet man keine Darstellerinnen, die quasi auf Kommando anfangen zu stöhnen. Stattdessen gibt es Audiodateien mit so schönen Namen wie "Orgasm Remix", "Hot Yoga" und "Orgasm Meditation", in denen man unter anderem Menschen beim Sex oder der Masturbation zuhören kann. 

Das ist nicht nur mal eine nette Abwechslung, es funktioniert auch tatsächlich besser. Schaut man als Frau normale Pornos, bekommt man nämlich schnell das Gefühl mit dem eigenen Körper und Sexleben stimmt irgendwas nicht. Das nimmt einem dann leider oft den Spaß an den eigentlich sehr spaßigen Aktivitäten. Caroline Spiegels Ziel ist es, dass Frauen dank Quinn beim Sex entspannter sind und auch häufiger zum Orgasmus kommen.

Der Aufbau der Website: Überblick über die einzelnen Rubriken

Audio-Pornos: Gehen ins Ohr, bleiben im Kopf

Podcast-Pornos im Audioformat sind intimer: Man betrachtet nicht voyeuristisch irgendwelche mittelmäßigen Schauspieler beim Sex, sondern wird teilweise selbst direkt angesprochen (wahlweise auch im sexy britischen Akzent).

Außerdem turnen dort keine perfekt gebräunten, barbiehaften Sexbomben um den Mann herum, die quasi nur aus Beinen bestehen und deren Haare auch noch nach drei Runden vögeln noch perfekt sitzen. Die Gefahr, dass man anschließend mit noch weniger Selbstbewusstsein daliegt als anfänglich, ist also deutlich geringer. 

Wenn man sich dann je nach Lust (und Laune) für eine Tonspur, zum Beispiel  "Call me" entschieden und es sich gemütlich gemacht hat, steht den eigenen Fantasien nichts und niemand mehr im Wege.

Themen in diesem Artikel