Selbstversuch: Wie funktioniert eine Menstruationstasse?

Tampons, Binden, Slipeinlagen, ja sogar Perioden Unterhosen – kennen wir alles. Eine Menstruationstasse hat allerdings noch keiner von uns benutzt. Bis jetzt. Ein Erfahrungsbericht. 

von Theresa König

"Wie kriege ich das Ding jetzt da rein?", frage ich mich, als ich die "Merula Menstrual Cup" aus ihrer Verpackung hole. Die Menstruationstasse sieht irgendwie größer aus als ich dachte. Sie ist leuchtend pink, denn ich habe mich für das einigermaßen hübsche Modell mit dem niedlichen Namen "Strawberry" entschieden. Passend dazu gibt es eine putziges luftdurchlässiges Stofftäschchen, in dem ich meine neue Errungenschaft durch die Weltgeschichte transportieren kann. Das alles klingt irgendwie unkompliziert, freundlich und appetitlich.

Politisch korrekt ist meine neue Spezialtasse übrigens auch. Ich lerne, dass alle Merula-Cups vegan und aus aus zertifiziertem medizinischen Silikon bestehen, das natürlich frei von Weichmachern ist. 

Sind Menstruationstassen eklig?

Aber ich bin ja nicht hier, um das vorzulesen, was auf der Verpackung steht. Ich soll dieses Teil testen. Erstmal muss ich die Packungsbeilage angucken, damit ich weiß, wie ich es an die Stelle bekomme, an die es gehört. Das hilft. Die Menstruationstasse ist rund mit einer sogenannten Leiter zum Wiederherausziehen. Ich muss sie erst falten, dann wird sie schmaler – und passt wider Erwarten rein. Ich muss alles ein bisschen zurechtruckeln, damit es sitzt, allerdings habe ich zwei Kinder bekommen, ich bin da unempfindlich.

Um das mal vorwegzunehmen: Ich finde die Idee ganz gut, weil sie umweltfreundlich und relativ sauber ist. Man kann sie anders als einen Tampon zwölf Stunden tragen, man braucht nur das eine Teil und erstmal nichts anderes, und die Tasse fasst bis zu 38 Milliliter (was für eine absurd genau Zahl!). Das ist eine ganze Menge, wenn man überlegt, dass man insgesamt bei seiner Regelblutung nur etwa 50 bis 100 Milliliter Blut verliert. Irgendwie finde ich das Ganze trotzdem ein bisschen eklig. 

Auch wenn es an sich sicher total Sinn macht, das Blut einfach aufzufangen und dann auszukippen. Ich möchte jetzt hier nicht ins Detail gehen, aber es ist eine viel sauberere Geschichte, als man denkt. Klarer, viel weniger unordentlich und schmierig als man denkt. Das genügt wohl an Information. Allerdings gibt es eine Sache, die mich stört: Ich merke die ganze Zeit den Fremdkörper. Anders als bei Tampons spüre ich die Merula. Vielleicht hab ich irgendwas falsch gemacht, vielleicht bin ich einfach nicht der Menstruationstassentyp – egal, ich habe es versucht. 

Menstruationstassen haben schon Vorteile 

Theoretisch hält der Cup übrigens bis zu zehn Jahre, wenn man ihn schön ordentlich pflegt. Man muss ihn immer nur fünf Minuten auskochen nach Gebrauch. Er trocknet nicht aus, es hängt nichts raus, und man kann sogar unbeschwert damit baden (das habe ich allerdings nicht versucht). Ich kann es nicht leugnen, diese Tasse bringt sehr viele Vorteile mit sich. Theoretisch. Praktisch ist es nicht so mein Ding. Hat was mit dem Gefühl zu tun. Aber das ist ja alles Geschmacksache.