Streiten ohne Argumente: So gehts (und so nicht)

Manchmal hat man nur so ein Gefühl, dafür rein gar keine Argumente. Macht nichts. Du musst am Ende trotzdem nicht als inhaltslose Keifnudel dastehen...

von Miriam Kühnel

Streiten ist eine Kunst für sich. Aber richtig kniffelig wird es, wenn du ehrlich gesagt keine echten Argumente hast, sondern nur so ein Gefühl, dass es SO nicht gehen kann. Wie solltest du auch erklären, dass ein ganz bestimmter Blick von deinem Mann dich auf die Palme bringt oder warum deine Schwiegereltern die Kinder nicht 14 Tage lang in den Urlaub nehmen soll.

Mit diesen fünf Tipps kommst du auch durch diese Gewässer, ohne dass deinem Gegenüber auffällt, dass du keine Argumente hast (oder sie – wie im Schwiegereltern-Fall – aus Nettigkeit lieber für dich behältst)

1. Bloß nicht ausfallend werden

Ja, wir wissen es: Je weniger Argumente wir haben, desto eher verlieren wir die Fassung. Leider weiß das (zumindest unbewusst) auch dein Gegenüber. Sogar Kinder spüren das. Also Gang rausnehmen und kräftig durchatmen. Wer ruhig bleibt, gewinnt. 

2. Gut zuhören und Schwächen in der Argumentation des Anderen ansprechen (auch wenn es ein bisschen fies ist)

Zugegeben, kein netter Zug, aber wenn es wirklich wichtig ist, diese Diskussion nicht zu verlieren, heiligt der Zweck ja vielleicht das Mittel. Von unseren Ehemännern gelernt und für sehr effektiv befunden: Dem anderen dabei zusehen, wie er sich um Kopf und Kragen redet. Dann den einen kleinen Schwachpunkt finden und zack, bist du wieder im Rennen.

3. Keine Begründung suchen, wo es keine gibt

Damit dein Gegenüber nicht die Schwächen DEINER Argumentation findet, versuch es erst gar nicht mit Fakten. Gibt schließlich keine. Belass es bei "Ich bin dieser Meinung und möchte das nicht erklären müssen. Punkt."

4. Keinen Konsens suchen, sondern ein Kompromiss

Wer keine Argumente hat, wird es schwer haben, den anderen komplett zu überzeugen. Deshalb lieber von Anfang an einen Kompromiss anstreben oder wenigstens das eigene Ziel wie eines aussehen lassen. 

5. Mit den richtigen Sätzen erhaben sein über die Wut

Echte Totschläger sind Sätze wie "Ich verstehe dich vollkommen und wünsche mir, dass du dir auch die Mühe machst, meine Position zu verstehen" oder "Es gibt keinen Grund, mich anzuschreien". Das nimmt dem anderen sehr viel Wind aus den Segeln und hält dich oben auf dem Pferd, selbst wenn es sachlich gesehen eher ein Pony ist. 

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