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Studie Faltenfrei und gut gelaunt: Botox hilft gegen Stirnrunzeln und Depressionen

Frau liegt auf Bett
© Maria Korneeva / Getty Images
Antidepressiva und Psychotherapie – so werden Depressionen meist behandelt. Jetzt gibt es aber neue Erkenntnisse und die haben mit Botox zu tun. Das Nervengift hilft laut Studie nämlich nicht nur gegen Knautschgesichter, sondern sorgt nachweislich für bessere Stimmung.

War Botox bislang vor allem im Kampf gegen unliebsame Falten im Einsatz, kommen nun immer mehr positive Eigenschaften des sonst überaus kritisch beäugten Nervengiftes ans Tageslicht. Wie Forscher der MHH jetzt entschlüsselt haben, hilft es nicht nur gegen Migräne und starkes Schwitzen, sondern hebt auch die Stimmung. „Wird Botox in die Stirn gespritzt, lindert es Depressionen. Auch bei Menschen mit Borderline-Erkrankung, die an extremen Stimmungsschwankungen leiden, dämpft es nachhaltig negative Emotionen“, heißt es von der MHH. Das habe Professor Dr. Tillmann Krüger, Oberarzt und Forschungsgruppenleiter an der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zusammen mit einem Hamburger Kollegen schon vor Jahren nachgewiesen. Mit MRT-Untersuchungen bei Borderline-Patienten konnten die Mediziner:innen jetzt herausfinden, wie und wo Botox die Gefühlssteuerung beeinflusst.

Botox mildert Emotionen

Botulinumtoxin beeinflusst im Gehirn die sogenannte Amygdala, auch Mandelkern genannte Region im Schläfenlappen, wo Ängste entstehen und verarbeitet werden. Durch die Injektion von Botox  zwischen die Augenbrauen wird das „emotionale Dauerfeuer“ abgemildert und die Stimmung gehoben. Bereits nach vier Wochen zeigten sich erste Erfolge. Eine Vergleichsgruppe, die mit Akupunktur behandelt wurde, zeigte hingegen keine neuronalen Effekte in der MRT-Untersuchung.

Freundliches Gesicht, positive Stimmung

Sind wir mies drauf, kann man uns das in der Regel ansehen. So zeigen sich Depressionen nicht nur innerlich, sondern stehen uns buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Vor allem in der Glabellaregion, also dem Bereich zwischen den Augenbrauen und der Nasenwurzel, da, wo Zornes- oder Sorgenfalten ihre Furchen bilden, umso zorniger und besorgter wir sind. Werden diese Muskeln gelähmt, reduziert sich die Intensität der Emotionen, da Gesichtsmimik und psychisches Befinden eng miteinander verbunden sind. Erhält das Gehirn die Information, dass wir die Stirn runzeln, kann dies negative Emotionen verstärken. Wird diese Rückkopplung durch Botox blockiert, scheint dies das Gefühlszentrum zu beruhigen. „Eine entspannte Stirn vermittelt sozusagen ein positiveres Gefühl“, erklärt Professor Krüger.

Botox wirkt auch bei Angststörungen

Das Nervengift ist aber nicht nur bei Depressionen und Borderline wirksam: In Zusammenarbeit mit der University of California San Diego fanden Professor Krüger und seine Kolleg:innen heraus, dass Botox auch Angststörungen mildern kann. Dazu muss es in die Kopfmuskeln, in die Muskeln der oberen und unteren Gliedmaßen sowie in die Nackenmuskeln gespritzt werden.

Schnelle und günstige Hilfe bei psychischen Erkrankungen

Bislang wird die Botox-Behandlung bei psychischen Erkrankungen noch nicht von den Krankenkassen übernommen. Für die etwa 5,3 Millionen betroffenen Menschen hierzulande wäre dies eine schnelle Lösung, um die Symptome zu mildern. Vor allem, wenn man bedenkt, wie lang die Wartezeiten für einen Therapieplatz sind. Weitere Vorteile von Botox: Die Behandlung muss selten vorgenommen werden, da die Wirkung mindestens drei Monate anhält. Die Injektionen sind weniger kostspielig als andere alternative Therapieoptionen und die Behandlung ist gut verträglich. Und ganz nebenbei gibts noch den Anti-Aging-Effekt on top.

Quellen: www.mhh.de/presse-news

Barbara

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