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Bei dir piepts wohl Mit Vögeln den Winterblues überstehen

Zwei Rotkehlchen auf Ast
© dikkyoesin1 / Getty Images
Vielleicht wird dich dieser Artikel enttäuschen, vielleicht aber auch überraschen. In jedem Fall geht es hier nicht um irgendwelche Bettgeschichten, sondern um neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft und die haben mit Vögeln und ihre Wirkung auf unser Gemüt zu tun. 

Man kennt es: der Alltag ist stressig, Abschalten fällt schwer. Dazu kommen – wenn man nicht gerade idyllisch auf dem Land lebt – Straßenlärm und die Geräusche, die viele Menschen und Fahrzeuge in Städten so machen. Und nun steht uns auch noch der Winter bevor. Grau, kalt, nass. Das hemmt nicht nur die Endorphine, sondern begünstigt auch psychische Erkrankungen. Viel Lärm versetzt den Körper in einen Alarmzustand und verstärkt depressive Stimmungen. Natur hingegen lässt uns zur Ruhe kommen und das mehr, als bislang vermutet und Vögel haben daran einen nicht ganz unwesentlichen Anteil.

Tschiep Tschiep – Vogelgezwitscher gegen schlechte Stimmung

Forschende des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf haben jetzt in einer Studie herausgefunden, dass Vogelgezwitscher gegen schlechte Stimmung, Ängste und paranoide Gedanken hilft. Dazu führten sie ein randomisiertes Online-Experiment mit insgesamt 295 Teilnehmenden durch. Diese hörten sechs Minuten lang entweder typische Verkehrsgeräusche oder Vogelgesänge. Das Ergebnis: Die Vogelstimmen vertreiben ängstliche Gedanken und verbessern die Stimmung. Der Verkehrslärm hingegen sorgt für miese Stimmung. Ja gut, irgendwie logisch, möchte man jetzt meinen. Schließlich ist der beruhigende Einfluss von Natur auf unsere Hirnregion schon lange bekannt. Wer aktiv Vogelgezwitscher zuhört, bei dem setzt eine ähnliche Wirkung ein, als würde man in der Natur spazieren, da das aktive Zuhören die Aufmerksamkeit vom Stress der Umgebung und der eigenen Gedanken ablenke. Neu ist allerdings, dass das Vogelgezwitscher nicht nur die Symptome von affektiven Störungen wie Depression und Angststörungen verbessern, sondern auch paranoide Gedanken reduzieren kann. Dies erklären die Forschenden damit, dass Naturgeräusche im Gegensatz zum Stadtlärm oder auch dem Kontakt mit anderen als nicht bedrohlich wahrgenommen werden.

Präventiv bezwitschern lassen

Diese Erkenntnis ist alles andere als banal. Denn daraus folgernd könnte so günstig und niedrigschwellig Prävention betrieben werden. Gerade Personen, die betroffen oder anfälliger für psychische Erkrankungen sind oder besonders unter dem Winterblues leiden, können davon profitieren, denn mit ganz simplen Vorschlägen kann man sich den Vogelgesang nach Hause holen. Etwa per Klang-CD, App oder einer Zwitscherbox beispielsweise. Viel schöner ist es natürlich, morgens das Fenster zu öffnen, kurz innehalten und dem Gesang der Vögel lauschen, aber wo man das nicht kann, tun es auch die Alternativen. Und gerade im Winter wird draußen eher weniger gezwitschert, da sorgt ein wenig Vogelgesang im Bad während der Morgenroutine für bessere Stimmung. 

Quellen: mpg.de, swr.de/wissen

Barbara

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