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Frauen in Filmen Das schweigende Geschlecht?!

Frauen in Filmen haben tendenziell einen niedrigeren Sprechanteil
Frauen in Filmen haben tendenziell einen niedrigeren Sprechanteil
© Jacob Lund / Adobe Stock
Offenbar haben Frauen in Filmen nichts zu sagen. Nicht einmal, wenn sie eigentlich die Hauptrolle spielen.

Was denn nun? Das Klischee besagt ja eigentlich, dass Frauen grundsätzlich viel mehr reden würden als Männer. Ein empirisches Forschungsergebnis, das das auch wirklich wissenschaftlich fundiert beweist, sucht man dazu aber vergebens. Im Filmbereich stimmt es sowieso nicht, wie eine Studie, die auf "The Pudding" veröffentlicht wurde, belegt: 2.000 Drehbücher von unterschiedlichen Blockbuster-Filmen wurden hierbei untersucht, einige Ergebnisse hat das Goethe-Institut in einem Post auf Instagram zusammengefasst. Demnach haben Frauen in vielen Filmen wenig bis absolut gar nichts zu sagen – selbst wenn sie die Protagonistinnen sind, fallen ihnen die Männer sogar noch ins Wort.

Frauen haben in Blockbustern zu schweigen

"The Grand Budapest Hotel" ist ein von Kritiker:innen wie Zuschauer:innen gefeierter Film, in dem unter anderem die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin Tilda Swinton mitspielt. Der Film lässt allerdings lieber zu 99 % Männer zu Wort kommen. Sicherlich kann man dagegenhalten, dass diese auch die absolute Mehrheit des Ensembles darstellen (was für sich ja schon ein eigenes Problem ist) – doch die Ergebnisse sind bei Filmen, die Frauen in der Hauptrolle haben, nur in Maßen anders.

Der Disney-Film "Mulan" hat beispielsweise die titelgebende Kämpferin als Protagonistin. Doch der Sprechanteil liegt hier gerade einmal bei 25 % - die anderen drei Viertel nehmen die Männer für sich in Anspruch, wie der Minidrache Mushu (von Otto Waalkes synchronisiert). Ähnlich mau sieht es für Uma Thurman in der Hauptrolle von "Kill Bill – Volume 2" aus: 32 % Sprechanteil für Frauen, 68 % für Männer. Und wo dürfen Frauen mehr sagen? In Filmen, die "explizit ein weibliches Publikum" ansprechen sollen, wie es im Post heißt. Dazu gehört zum Beispiel die Verfilmung des Klassikers "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen. Hier nehmen die Frauen 70 % des Sprechanteils ein.

Präsenz in Filmen und Frauenhass

In ihrem Artikel "Die Frauenfeindlichkeit in uns drin" geht Anna Rosenwasser auf die Ergebnisse der Studie ein und setzt eine Verbindung mit internalisierter Misogynie (verinnerlichter Frauenhass). "Wenn wir es gewohnt sind, dass selbst die weiblichen Heldinnen unserer Kinderfilme kaum ein Viertel Redezeit erhalten: Wie empfinden wir dann erst Frauen, die es wagen, die Hälfte der Redezeit einzunehmen? Geschweige denn mehr?" Da wir Frauenfiguren kaum reden hören, würden sich Frauen schnell als "aufdringlich und 'zu viel'" empfinden, wenn sie Raum einnehmen, so Rosenwasser weiter. Kleiner Reminder an alle Frauen: Ihr seid nie "zu viel" – lasst euch nichts anderes sagen.

Verwendete Quellen: instagram.com, goethe.de, pudding.cool

cs Barbara

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