Wenn das Leben Zitronen verteilt – Das hilft in schwierigen Situationen

In Selbstmitleid baden, jammern und mit dem Leben hadern – so reagieren viele Menschen auf unvorhergesehene, negative Ereignisse, Verluste oder Trennungen. Doch wie schafft man es, optimistisch zu bleiben, wenn das Leben einen gerade so richtig f***t? 

1. Kein Mitleid, lieber Arschtritt

...aber vielleicht nicht gleich ganz so fest. Aber doch so fest, dass sich was bewegt. Wenn man selbst schon am Boden liegt und sich in den Ungerechtigkeiten suhlt, die das Leben für einen bereitgestellt hat, hilft es nicht, wenn andere auch noch mit traurigem Blick auf einen schauen und "Ach Mann, das tut mir so leid, dass es dir so schlecht geht" von sich geben. Dass das lieb gemeint ist und die Menschen, die einen mögen, ja auch nicht wollen, dass wir leiden, weiß ich, aber viel mehr helfen doch positive Gedanken, die das Gefühl vermitteln, dass schon irgendwann alles wieder gut wird. Bemitleiden können wir uns schließlich selbst ziemlich gut.

2. Akzeptanz und Erkenntnis

Wenn sich alle Optionen, für die man sich im Leben entscheiden könnte, richtig scheiße anfühlen, ist es schwer, daran zu glauben, dass es schon irgendwann wieder gut wird. Man sieht all die anderen da draußen, die scheinbar perfekte Leben führen und denen jeden Morgen schon nach dem Aufstehen die Sonne aus dem Hintern scheint. Und das wiederum macht wütend, missgünstig, traurig, verzweifelt und man hadert mit seinem Schicksal, bewertet, was richtig und was falsch war. Man denkt, jetzt gehe es für immer so weiter mit dem Scheißleben. Nie wieder würde man sich normal, geschweige denn glücklich fühlen. Und dann kommt man sich so vereinzelt vor, weil alle anderen ein normales Leben führen dürfen, während man selbst in sich versumpft. Ein Leben in Freiheit kann man aber nur leben, wenn man Verantwortung für sich selbst übernimmt, sich von den Dingen befreit, die einen hindern, der Mensch zu sein, der man ist. Das kann verdammt weh tun, einen ganz tief fallen lassen und an den Rand des Wahnsinns treiben. Aber unterm Strich können wir uns nur selbst glücklich machen, niemand anders sonst. Dazu gehört auch die Akzeptanz, dass es im Leben Höhen und Tiefen gibt. Es wird uns nicht immer gut gehen, aber aus den Erfahrungen werden wir lernen können. 

3. Handeln statt Grübeln

Nichts prägt uns mehr als unsere Kindheit. Was uns unsere Eltern von Geburt an mitgeben, prägt uns ein Leben lang. Unsere Persönlichkeitsstruktur macht uns genau deswegen in der ein oder anderen Situation auch ganz schön zu schaffen. Aber egal wie schwer wir uns mit Veränderungen tun: Durch Denken wurden die wenigsten Probleme gelöst. Am Ende müssen wir selbst ins Handeln kommen. Denn es wird uns niemand abnehmen, unser Leben sortieren und für uns die Konsequenzen tragen. Und wenn große Schritte nicht gehen, dann vielleicht einfach kleine. Einen Fuß vor den anderen, irgendwann kommt man dann auch da an, wo man hinwill. 

4. Selfcare statt I don't care

Es klingt fast ein bisschen banal, aber es stimmt:  Wenn der Körper fit ist, genug Schlaf bekommt und mit ausreichend, guten Nährstoffen versorgt ist, wirkt sich das auch auf unsere Laune und die Sicht auf die Dinge aus. Umgekehrt fühlen wir uns oft noch schlechter, wenn wir auch noch müde und ausgelaugt sind. Und auch wenn wir uns dabei gern mit einem Glas Wein trösten möchten: Alkohol ist besonders kontraproduktiv, vor allem die nicht selten folgende Kater-Depression. Dann lieber auf Bewegung, Badewanne und Buch setzen, die beste Freundin anrufen oder stundenlang netflixen. 

5. Hilfe annehmen: Coaching, Beratung, Therapie, Supervision

Es gibt Phasen, Krisen, Entscheidungen, da braucht man jemanden. Weil es einem den Boden unter den Füßen wegzieht, weil man nicht weiter weiß, weil man unglücklich ist. Und dann reichen manchmal die Gespräche mit Freundinnen nicht, dann muss es jemand mit Erfahrung und Professionalität sein. Es ist nichts Schlimmes, eine Therapie zu machen, ganz im Gegenteil: Die Dinge werden anders gesehen, anders wahrgenommen und von allen Seiten betrachtet. Es ist nichts, wofür man sich schämen muss! Wir dürfen uns die Hilfe suchen, die wir brauchen.

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