Überall 35-Grad-Monster. Warum wir bei Hitze zu Egomanen mutieren

Na? Auch schlecht drauf heute? Kein Wunder, die nette Version von dir macht nämlich Hitzefrei. Ist echt so, sagt die Wissenschaft. Also leg dich heute bloß mit niemandem an. Das endet nicht gut. Für keinen von euch.

von Marie Stadler

Im Fernsehen sieht Hitze immer so schön aus. Wenn die Raffaello-Frau mit ihrem weißen Gewand in die knackige Praline beißt und sich in der Sonne räkelt... hach, ist das schön anzusehen. Also im Dezember. In echt ist Hitze leider total anders. Fängt schon damit an, dass sie nach Menschen riecht. Und dass sie so latschig macht. Aber das Schlimmste: Sie lässt unsere gesamte Spezies zu Monstern zu mutieren. Echt jetzt.

Hitze macht aggressiv

Dass zu große Hitze nichts Gutes mit unserem Charakter macht, muss uns eigentlich keiner sagen. Merkt man spätestens, wenn nur noch eine gekühlte Flasche Cola im Supermarktkühlschrank steht und drei Hände gleichzeitig danach greifen. Aber ist es nicht schön, wenn die Wissenschaft einem Recht gibt? In mehreren Studien konnte hochoffiziell ein messbarer Zusammenhang zwischen der Umgebungstemperatur und Aggressivität nachgewiesen werden. Je heißer die Umgebung, desto hitziger werden auch die Gemüter. Selbst die Kriminalität nimmt an heißen Tagen zu. Überraschung? Naja...

Bei Hitze sind Menschen weniger hilfsbereit

In einer anderen Studie wurde festgestellt, dass bei hohen Temperaturen auch die Hilfsbereitschaft abnimmt. Der Körper stellt aufgrund des anstrengenden Temperaturausgleichs in einen Effizienzmodus um, der den Trump in uns zum Vorschein bringt: Me first, dann ganz lange nichts, dann wieder ich und fertig. Hinzu kommt der unruhige Schlaf, der vielen Leuten üble Laune macht. Das wird bei 35 Grad und mehr dann ziemlich lustig mit dem sozialen Zusammenleben. 

Aber 37 Grad ist doch Körpertemperatur

Eigentlich könnte man meinen, der Körper sei total glücklich mit 37 Grad. Muss er ja nichts tun, einfach nur auf gleicher Flamme mitlaufen. Aber so einfach ist es nicht, da unser Körper Energiewärme loswerden muss. 28 Grad wären optimal – zumindest wenn wir nackt wären und rein gar nichts tun würden. Aber da wir meist weder nackt noch untätig sind, geschweige denn beides auf einmal, sind selbst 28 Grad schon ganz schön anstrengend für uns.

Heute also bloß nicht streiten

Wer also heute ein bisschen aggro ist, sollte vielleicht erst mal abwarten, bis es kühler wird, anstatt einen unnötigen Streit vom Zaun zu brechen. Wahrscheinlich ist es bei 20 Grad nur noch halb so schlimm. 

Wahlweise könnte man sich natürlich auch nackt auf den Boden legen und gar nichts tun. Außer im Büro, da könnte der Chef eventuell empfindlich reagieren. Wegen der Temperaturen. Das macht so hitzig. Ihr wisst schon... Voll übertrieben.


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Marie Stadler
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