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Kolumne Unter der Gürtellinie: Männliche Konkurrenz

Björn Krause: eine Gurke mit einem grünen Maßband herumgewickelt
© olesia valentain/EyeEm / Adobe Stock
Männer sind ja tendenziell visuelle Typen. Und ständig im Konkurrenzmodus. Was also, wenn sie ganz nackt dastehen? Dann geht der Schwanzvergleich weiter.

Einige Impressionen aus der Nasszelle im Fitnessstudio: neben mir ein Kerl, groß, breit, muskulös. Größer, breiter, muskulöser jedenfalls als der Typ neben ihm. Als ich also. Gucke rüber, immer wieder. Ein Verhalten, das im Koordinatensystem des guten Benehmens an den Rand verbannt gehört. In den Bereich, von wo aus ich jetzt noch mal hinlinse. Auf. Sein. Gemächt.

Passiert automatisch, Impulsinkontinenz im Endstadium. Sein Penis jedenfalls ist dünn, aber pendelt. Hin. Und. Her. Mit einem auffallend langen Präputium, diesem dehnbaren Hautüberschuss an der Spitze, dem Wurstzipfel sozusagen, der beim Einseifen flattert wie eine Einkaufstüte am Fahrradlenker einer Bäuerin in Graubünden.

Die nackte Wahrheit ist: Es gibt ihn wirklich, den Schwanzvergleich. Weil Männer untereinander ohnehin alles vergleichen: Gehälter, Autos, Häuser und Frauen zum Beispiel, genauso wie Aktiendepots, Funktionsklamotten, Portionen auf Tellern und eben Körper. Und alles, was da so mit dranhängt: Länge, Umfang, Krümmung, Winkel. Als gäbe es ein perfektes Vorbild. Als sagte die Beschaffenheit etwas über die Standfestigkeit aus. Tut sie nicht. Ist aber egal.

Der eine so, der andere so

Gibt zwei Arten, beide klingen wie eine Spezialität beim Metzger: Der Blutpenis ist eher klein, hat aber enormes Wachstumspotenzial, weil er bis um das Dreifache über sich hinauswachsen kann. Wie eine Partytröte. Mit seinem Pendant, dem Fleischpenis, gehst du lieber in die Sauna. Ohne ein Handtuch umzuschnallen. Genau da geht der Typ jetzt auch hin, breitbeinig, als hätte er Rasierklingen im Schritt. Wer hat, der kann.

Bin ich neidisch? Bin ich nicht! Beneide andere Männer vielleicht um ihr dichtes Haar, schöne Zähne, Ausstrahlung, Muskeln. Unterhalb der Gürtellinie hört das auf. Denn mein Penis und ich, wir sind cool miteinander. Er hängt schon ewig mit mir ab und stellt sich selten ungefragt in den Mittelpunkt. Dafür wird er regelmäßig untersucht. Auch vom Urologen.

Weiß aber auch: Kein Selbstbewusstsein ist so gesund, dass es nicht innerhalb von Sekunden zerstört werden könnte. Jede Frau ist fähig, mehr männliche Egos zu zerschmettern als ein texanisches Erdbeben Häuser. Neulich hörte mein Kumpel Tim seine neue Freundin sagen: Du hast den perfekten Penis. Der von meinem Ex ist viel zu groß. Seitdem war Tim in keiner Sauna mehr.

Björn Krause wollte an dieser Stelle ein paar intime Details festhalten … uiiii, gerade noch verhindert

Barbara

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