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Verliebt in die beste Freundin Wenn aus Freundschaft Liebe wird

Verliebt in die beste Freundin: Ein Paar geht Arm in Arm einen Feldweg entlang
© Aleksandra / Adobe Stock
Sie waren beste Freunde. Und dann hat es doch irgendwann Zoom gemacht – mit kleiner Zeitverschiebung.

Stefanie Stahl, 58, ist Psychologin und Bestsellerautorin ("Das Kind in dir muss Heimat finden")

Wir lernten uns auf einer Party in Trier kennen, das war 2004. Wir haben uns nett unterhalten, ich fand ihn klug und gut aussehend. Für meinen Geschmack war er aber zu zurückhaltend. Mein Beuteschema zu der Zeit: egozentrische Alphatiere – leider. Mit Holger traf ich mich ab und zu auf einen Wein, wir gingen auf Konzerte, verstanden uns super, hatten immer Spaß zusammen. Mal war ich in einer Beziehung, mal er, zwischen uns blieb alles freundschaftlich. Erst bei einer zweiwöchigen Gruppenreise nach Indien, die Holger und ich unternahmen, fühlte ich, dass da mehr ist. Doch als er mir nach dem Urlaub seine Gefühle gestand, dachte ich: "Das geht nicht, das ist der Holger, der ist mein bester Freund." Damit brach ich ihm das Herz. Für mich war es aber genauso schlimm. Wir trafen uns immer seltener, und als Holger wenige Monate später mit einer anderen Frau zusammenkam, herrschte phasenweise sogar Funkstille. Erst als er wieder Single war, trafen wir uns öfter. Und irgendwas an ihm war anders. Aber was? Als meine Mutter auf einer Küchenparty dann meinte "Ihr seid aber ein tolles Paar!", dachte ich, ja, stimmt. Kurz darauf, an meinem 47. Geburtstag, küssten wir uns, und ich wusste, ich bin verliebt. Dann ging alles ganz schnell: Ein halbes Jahr später zog er bei mir ein, weitere sechs Monate danach machte er mir einen Antrag. Worauf sollten wir auch warten? Wir kannten uns bereits vollkommen ungeschminkt – im wahrsten Sinne. Ich bin richtig glücklich mit Holger und gebe ihn nicht mehr her.

Auf Umwegen zum Glück

Holger Sorg, 50, ist Informatiker und arbeitet seit sechs Jahren in Stefanies Unternehmen

Während unserer gemeinsamen Indien-Reise wurde mir richtig bewusst, dass ich in Steffi verliebt bin. Wir hatten getrennte Zimmer, aber eine intensive Zeit, denn wir seilten uns oft von der Reisegruppe ab und erkundeten die Orte zu zweit. Es war wirklich zauberhaft. Uns verband eine enge Freundschaft, die sich über fast sieben Jahre entwickelt hatte. Schon beim Kennenlernen fand ich sie total attraktiv und interessant, ich fühlte mich zu ihr hingezogen. Weil ich aber eher der schüchterne Typ bin, sendete ich ihr keine Signale in diese Richtung. Doch nach jenem Urlaub, zurück in Deutschland, nahm ich dann all meinen Mut zusammen und gestand ihr meine Liebe. Steffi gab mir einen Korb. Sie war mir aber so wichtig, dass ich sagte: "Lass uns Freunde bleiben." Ich wollte sie eben nicht ganz verlieren. Zwei Monate später stürzte ich mich in eine Beziehung, Steffi und ich sahen uns immer seltener. Als ich wieder Single war, unternahmen wir mehr zusammen. Dass ich immer noch Gefühle für sie hatte, behielt ich lieber für mich. Zu der Zeit war ich total im Reinen mit mir, meine Karriere ging voran, ich trainierte und fand mich gut. Als ihre Mutter dann sagte, was für ein tolles Paar wir seien, hat das vielleicht Steffis Blick auf mich verändert – wir wurden ein Paar. Dann wollte ich keine Zeit mehr verlieren, zog bei ihr ein und fragte sie, ob sie meine Frau werden will. Und auch wenn das so klingt, als hätte ich es mit ihr abgesprochen, muss ich es so sagen: Ich bin total glücklich mit Steffi und gebe sie nie wieder her.

Barbara

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