Goodbye Salamibrot: Warum warme Mahlzeiten am Abend super sind!

Der Winter hat es in sich und die Feiertage haben unserer Autorin den Rest gegeben. Völlerei, Alkohol und Micro-Bewegung. Das soll sich jetzt ändern! Was in Sachen gesunde Ernährung wirklich zählt und warum wir abends warm Essen sollten, verrät Ernährungscoach Julia Lang von InnoNature. 

BARBARA.de: Liebe Julia, auf der Liste der guten Vorsätze steht bei vielen gesünder leben und vor allem essen ganz weit oben. Aber wie fängt man an, wenn man seine Ernährung umstellen möchte?

Julia von InnoNature: Als erstes sollte man auf Industrienahrung, also Fast Food, Süßigkeiten und andere verarbeitete Lebensmittel verzichten und stattdessen auf unverarbeitete Lebensmittel umsteigen. Davon aber gern reichlich, also bitte keine Diät halten. Und klar darf auch mal Süßes dabei sein, gerade an den Feiertagen gehört das schließlich auch dazu. Im Januar sollte man den Körper dann aber wieder entlasten und versuchen, auf diese Lebensmittel zu verzichten.

Wie kann das dann aussehen?

Zum Beispiel kann man sich, statt morgens beim Bäcker ein belegtes Brötchen zu kaufen, zu Hause ein frisches Müsli zubereiten, oder ein Biobrot mit einem leckeren Aufstrich. Für Mittag- und Abendessen kann man gut selbst vorkochen oder vorbereiten, sofern man keine gute Kantine in der Nähe hat, in der man frisch essen kann. Wichtig ist vor allem, dass man nicht hungert, sondern sich an den richtigen Dingen satt isst. Und das sind vor allem die, die im Supermarkt immer ganz vorne sind – also in der Obst- und Gemüseabteilung.

Viele verzichten vor allem abends auf Kohlenhydrate, um abzunehmen. Gleichzeitig wird von dem Verzehr von rohem, unverarbeitetem Gemüse abgeraten. Ist das wirklich so problematisch?

Das kommt vor allem darauf an, wie man Rohkost verträgt. Wer ohnehin schon einen sensiblen Magen hat, dem kann Rohkost am Abend ganz schön zu schaffen machen. Gekochtes ist da leichter verdaulich, weil es quasi schon vorverarbeitet ist. Wer mit dem Magen aber keine Probleme hat, kann natürlich auch abends Rohkost essen. Vielleicht nicht unbedingt kurz vor dem Schlafengehen, denn das kann schon zu ordentlich Bewegung im Bauch führen. 

Wie sieht es mit warmen Mahlzeiten am Abend aus? Das ist in Deutschland ja nicht so üblich.

Um dem Magen ein wenig Erleichterung zu verschaffen, sind warme Mahlzeiten am Abend super. In Deutschland ist das tatsächlich ein wenig befremdlich, weil wir hier mit warmem Essen immer gleich "schwer" assoziieren, aber eine leichte Gemüsesuppe oder auch Trennkost ist das überhaupt nicht. Da tut sich unser Körper mit einem Salamibrot viel schwerer. 

Das heißt ja im Umkehrschluss auch, dass unsere Ernährung ganz viel Einfluss auf unseren Schlaf hat, je nachdem, was wir uns zum Abendessen gönnen...

Ja, auf jeden Fall. Abends wird unsere Verdauung träger und lässt nach – die Verdauungsenergie sinkt. Wenn man dann abends noch so schwere Kombinationen isst wie beispielsweise Salat mit Fleisch und Brot, also Rohkost, Proteine und Kohlenhydrate, hat das definitiv Einfluss auf unseren Schlaf. Denn eigentlich soll unser Körper ja nachts entlastet werden und regenerieren. Wenn er diese Zeit aber mit Verdauen verbringt, kommt Regeneration natürlich zu kurz und das wiederum wirkt sich auf die Schlafqualität aus. Im besten Fall hat unser Körper schon vor dem Schlafengehen alles verdaut. 

Welche Lebensmittel sollte man dann lieber abends weglassen?

Fleisch zum Beispiel, denn um das zu verdauen, braucht unser Körper sieben Stunden. Mittags ist das ideal, aber abends belastet es den Körper sehr. 

Das heißt also, dass Nahrungsmittel unserem Körper und unserem Wohlbefinden dann gut tun, wenn wir sie gut verdauen können? Gibt es dafür Ernährungsgrundsätze, an die wir uns halten können?

Genau und ja, die gibt es. Mittags kann man wild kombinieren, wie man mag. Denn da ist die Verdauungsenergie am höchsten. Abends sinkt die jedoch wieder ab, weshalb wir Kohlenhydrate und Proteine am Abend nicht mischen sollten. Das liegt einfach daran, dass der Körper andere Enzyme braucht, um Kohlenhydrate zu verdauen, als um Proteine zu zersetzen. Hat er die aber vielleicht gerade gar nicht zur Verfügung, braucht er wesentlich länger für die Verdauung, was wiederum Einfluss auf unseren Schlaf hat. Getrennt kann man Proteine und Kohlenhydrate wunderbar mit Gemüse zu sich nehmen. Zumal Proteine einfach wesentlich länger verdaut werden, als Kohlenhydrate.

Wie sieht es denn mit unser Stimmung aus? Haben Lebensmittel auch darauf Einfluss und können wir gute Laune quasi "essen"?

Süßes macht glücklich. Deswegen ist Schokolade auch so ein beliebter Tröster, wenn es uns nicht so gut geht. Gesünder ist allerdings die dunkle Variante mit 70-80% Kakao-Anteil. Die hebt nachweislich die Stimmung, statt nur einen Zuckerrausch auszulösen, wie es die stark verarbeitete Variante tut. Auch Zitrusfrüchte und Granatäpfel sind gut gegen das Grau da draußen und bringen ein bisschen Sonnenenergie mit. 

Wie sieht es mit Supplements, also Nahrungsergänzungsmitteln aus? Brauchen wir die wirklich?

Was jeder Einzelne von uns braucht, ist natürlich sehr individuell. Fakt ist aber, das etwa 90 Prozent der Deutschen einen Vitamin D- Mangel aufweisen, weil wir das im Winter einfach nicht selbst bilden können. Es ist aber vor allem für unser Immunsystem enorm wichtig. Den eigenen Vitamin D-Spiegel kann man beim Arzt oder bei verschiedenen Anbietern für Laboranalysen ganz einfach bestimmen lassen. Zusätzlich empfehle ich Vitamin K2, denn das hilft unserem Körper, das Vitamin D3 besser aufzunehmen. Ansonsten kann man von Vitamin C nie genug haben, Zink ist auch super. Trotzdem ist es sinnvoll, erst einmal zu schauen, was mir fehlt und was ich über die Ernährung aufnehmen kann. Leider bieten unser Obst- und Gemüsesorten oft gar nicht mehr das an Nährstoffen, was sie noch vor ein 50 Jahren geboten haben, weil die Böden durch die Landwirtschaft mittlerweile so ausgelaugt sind.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln sind viele auch sehr skeptisch. Ist ihr Ruf schlechter, als sie eigentlich sind?

Bei Nahrungsergänzungsmitteln sollte man unbedingt auf die Qualität achten. Die Vitamine und Nährstoffe sollten vor allem nicht chemisch im Labor hergestellt worden sein, sondern einen natürlichen Ursprung haben, also beispielsweise aus Extrakten von Acerola, Flechten oder Beeren usw. gewonnen werden und Lebensmittelqualität haben. Deshalb kann man diese dann auch nicht überdosieren.

Warum nicht? Ich hätte auch Sorge, dass ich zu viel einnehme und mir damit schade...

Ganz einfach gesagt: Man kann auch nicht zu viel Obst und Gemüse essen. Leider ist das bei den wenigsten Produkten in Drogerien und Apotheken der Fall.

Woran erkennt man das?

Entweder man fragt ganz einfach in der Apotheke nach, oder aber man schaut sich die Inhaltsstoffe an. Werden dort nur die einzelnen Vitamine aufgelistet, sind diese chemisch im Labor hergestellt. Bei uns hingegen wird beispielsweise Vitamin E aus Sojabohnen-Öl oder Vitamin C aus Acerola gewonnen und das muss dann auch dementsprechend deklariert werden. Das auch für den Laien gut erkennbar.  

Dein Superfood-Tip für den Winter?

Kurkuma! Kurkuma ist ein absoluter Allrounder. Am besten frische Knollen oder auch als Pulver, einfach über das Essen geben oder in den Tee. Kurkuma steckt voller guter Nährstoffe und wird schon seit über 1000 Jahren in der traditionellen ayurvedischen Medizin eingesetzt. Ein echtes Superfood eben. Ansonsten sind auch die regionalen Kohlsorten absolute Vitamin C-Bomben, sogar noch vor den Zitrusfrüchten. Blumenkohl und Brokkoli oder Rot- und Weißkohl kann man übrigens auch wunderbar roh essen, mit einem leckeren Dip oder einfach unter den Salat mischen.

Hast du derzeit ein Lieblingsrezept, dass du uns verraten möchtest?

Aktuelle steht die Bowl mit Quinoa und Erbsen hoch im Kurs:

 Zutaten für 2 Personen

  • 1 Tasse Quinoa
  • 1 Tasse Tiefkühl Erbsen
  • 1 Avocado
  • 1 Karotte
  • 1 Handvoll Grünkohl
  • 20 g Sonnenblumenkerne
  • Cherrytomaten nach Belieben

Dressing:

  • 50 ml Olivenöl
  • 20 ml Zitronensaft (frisch)
  • 2 TL Kurkumapulver
  • je 1 Prise Meersalz + Pfeffer


So geht´s:

  1. Quinoa nach Packungsanleitung zubereiten
  2. Tiefkühl Erbsen mit heißem Wasser übergie.en und einige Minuten stehen lassen
  3. Avocado würfeln
  4. Karotte raspeln
  5. Grünkohl waschen und grob hacken
  6. Cherrytomaten halbieren
  7. Olivenöl, Zitronensaft mit Kurkuma, Salz und Pfeffer verrühren
  8. Erbsen abtropfen lassen
  9. Zutaten in einer Schüssel anrichten
  10. Dressing und Sonnenblumenkerne darüber geben

Julia Lang ist Holistic Nutrition Expert & Founder und war lange auf der Suche nach Nahrungsergänzungsmitteln, die nichts Falsches versprechen. Durch das Studium zur Fachberaterin für ganzheitliche Gesundheit hat sie nun herausgefunden, welche Produkte tagtäglich zu einem besseren Leben führen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Gil gründete sie das Startup InnoNature. 


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