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Bevor der Baum brennt Weihnachten mit der Familie: Der 7-Punkte Überlebens-Guide

Eine Frau sitzt deprimiert vorm Weihnachtsgeschenkpapier
© triocean / Adobe Stock
Weihnachten ist eine Zeit des Zusammenkommens, von Ruhe und Besinnlichkeit. Aber seien wir mal ehrlich: Idyllisch sieht das Fest nicht bei jeder Familie aus. Wir geben Tipps, die dir stressfreie Weihnachtstage näher bringen.

Das Essen vorbereiten, das Haus putzen und verdammt: Der Weihnachtsbaum steht nicht und die Geschenke sind nicht ready? Das kennen wir doch alle nur zu gut, oder? Und schon wird aus einer eigentlich schönen und fröhlichen Familienzeit etwas, das wir schnell hinter uns bringen wollen. Das muss aber absolut nicht so sein. Mit diesen einfachen Hacks machst du es dir diese Weihnachten einfacher und hast hoffentlich auch weniger Familienstress. Vor allem dann, wenn ihr alle diese Tage in einem Haus verbringt.

Die Familie ist nicht Gäst:in

Gastgeber:in spielen für deine Schwester, die Eltern oder eine andere geliebte Person? Nö. Du bist Teil der Familie, genau wie alle anderen auch und es muss nicht alles an dir liegen, nur weil die Sippe bei dir einkehrt. Es liegt nicht an dir, alle mit Getränken oder Snacks zu versorgen. Sag einfach allen, wo sie es finden, wenn der kleine Hunger kommt oder die Kehle trocken ist. Ein kleiner Buffet-Snack-Tisch mit Candy-Bar kann eine Idee sein – aber Vorsicht: besser außer Reichweite von Kindern aufbewahren. Sonst kann es zu Risiken und Nebenwirkungen durch überzuckerte kleine Monster kommen.

Bei den Getränken ist ein extra Getränkekühlschrank die beste Option oder wer die Möglichkeit hat: alles auf die Terrasse, den Balkon oder den Garten, kalt genug wird es ja anscheinend. Wenn jemand Bier, Cola oder Wasser will, lautet die Devise: "Besorg's dir doch selbst!" Wer das zu Beginn klarstellt, hat es gleich entspannter. Ich meine: Als Familie sollte man sich doch eh "einfach wie zu Hause fühlen"? Also: mi casa es su casa und so – und damit ist dein Kühlschrank auch ihr Kühlschrank.

Lallender Witzbold oder trunkener Ekel Alfred?

Ein Herz und eine Seele ist einer der Klassiker, die oft auch an Weihnachten laufen. Einen Ekel Alfred will aber niemand gerne im Haus haben, wenn es vermeidbar ist. Alkohol kann den Zustand hervorlocken oder manchmal auch verbessern – ob bei euch viel getrunken wird oder nicht, entscheidet ihr aber selbst. Manchen Verwandten sollten wir den Sekt besser unauffällig alkoholfrei einschenken, andere sind tiefenentspannt, wenn sie ihre Schlückchen vor sich hin nippen können. Das richtige Maß ist entscheidend. Vor allem aber: besser keinen Alkohol auf leeren Magen, sonst finden die Ersten beim Abendessen schon nicht mehr den Stuhl. Mit dem Snack-Stand von vorher sollte das aber möglich sein. Käseplatten mit Weintrauben sind auch eine Option.

Weihnachtsessen ohne Stress

Der Einkauf für das Weihnachtsfest ist ohne einen Urlaubstag gefühlt ein absolutes Unding und sorgt dafür, dass uns gar nicht der Sinn nach Besinnlichkeit steht. Dann kommen auch noch die Vorbereitung und das Kochen über mehrere Tage. Puhhh! Da denkt man vorher schon daran, die Haustür abzuschließen und die Rollläden runterzuziehen! Verteile alles, was möglich ist. Jede:r kann etwas mitbringen, beispielsweise diverse Salate. Eine feste Küchencrew kann beim Zutatenschnippeln helfen oder eine Person auf den Braten im Ofen aufpassen, während der:die Kochexpert:in letzte Schliffe erledigt. 

Einfache Ideen fürs Essen sind übrigens: Ein Braten mit Ofengemüse und Soße (das Schwierigste ist, nicht die lange Garzeit zu verpeilen); ein Raclette-Abend, bei dem Familienmitglieder Zutaten schon geschnitten mitbringen; Würstchen mit (Kartoffel-)Salat. Es muss nicht immer etwas super Schwieriges oder Nobles sein. Lieber etwas, das gelingt und allen schmeckt. Und bei Übernachtungsgäst:innen können zum Frühstück und zum Lunch leckere Brötchen mit Aufschnitt und Rührei herhalten. Frühstück ist doch sowieso die beste Mahlzeit des Tages.

Keine Chance, Mr. Abwasch!

Mit der Familie im Haus ist schnell das ganze Tellerset eingesaut – die Spülmaschine sollte am besten immer direkt nach dem Essen befüllt werden. Kontrollcheck: Ist von allem noch genug für die nächste Runde da? Falls nicht: Maschine anstellen und sich später nicht ärgern. Wer per Hand abwaschen muss, sollte am besten gleich zu Beginn festlegen, wer beim Abwasch hilft. Es sei denn deine Familie ist eh schon superhilfsbereit und kommt von selbst auf die Idee? 

Fakt ist: Es hilft gegen den inneren Stresspegel, wenn der Abwasch sich nicht in der Spüle stapelt. Also Reste in Auflaufformen oder Töpfen am besten direkt mit etwas warmem Wasser und Spülmittel einweichen, eine Runde Kartenspiele spielen – und dann Leute zur Hilfe zwingen oder den Abwasch ganz machen lassen. Abspülen ist nämlich einfach ätzend und geteiltes Leid ist da wirklich nur halbes Leid.

Wann machen wir dies? Wann machen wir das?

Fragen darüber, wann ihr esst oder wann es Geschenke gibt, sollten im Keim erstickt werden. Gib der Familie von Anfang an einen groben Zeitplan mit auf den Weg: Wann gibt es Mittag- oder Abendessen, wann Tee und Kaffee – wann die Geschenke? Kleiner Tipp: Wenn die Kinder am Weihnachtsmorgen schon ein oder zwei kleine Geschenke auspacken dürfen, klappt das Warten bis zum Abend mit den neuen Spielsachen oftmals besser. Aber hey, keine Garantie!

Bleibt die ganze Familie für ein paar Tage unter einem Dach? Dann plant Zeiten ein, in denen jeder einfach für sich sein kann oder ein klassischer Weihnachtsfilm als Bespaßung läuft – zum kurz hinsetzen und auch genauso schnell wieder gehen. Esst ihr eher früh oder spät? Das kann ebenfalls wichtig werden. Gibt es um 18 Uhr schon den Festschmaus, können die Kleineren vielleicht bis danach auf die Geschenke warten, wird es 20 Uhr ist das Quengel-O-Meter höchstwahrscheinlich schon im roten Bereich.

Ablenkung ist der Schlüssel

Wie bereits angesprochen: Bei Weihnachtsfilmen im Hintergrund werden sich immer einige Personen vor dem Bildschirm versammeln und lassen dem Rest der Familie Zeit für andere Dinge. Aber auch ohne Fernseher klappt das wunderbar. Ein Puzzle ist beispielsweise eine gute Idee als weitere Unterhaltungsstation (... wenn die Aufmerksamkeitsspanne mitmacht), ausgewählte Brett- und Kartenspiele zum Zusammensetzen und sich gegenseitig abziehen oder eine Runde Stopptanz für die Kids. Das Schmücken des Weihnachtsbaumes am Tag von Heiligabend ist für die Kleinen natürlich auch immer eine tolle Sache – oder Plätzchen backen an einem ruhigen Vormittag, wenn der Ofen nicht in den kommenden Stunden schon benutzt werden muss; natürlich beides nur unter Aufsicht.

Weihnachtsgeschenke für alle

Für manche sind Geschenke an Weihnachten das Non-Plus-Ultra: sie müssen dabei sein, ohne Widerrede! Wie wäre es dann mit Online-Wishlists? Dort kann jede:r kostenlos eigene Wünsche notieren und die Liste an die Liebsten schicken. Je nach Webseite können sie sogar Wünsche für sich reservieren, damit nichts doppelt verschenkt wird.

Und unter Erwachsenen: Muss das Schenken überhaupt noch sein? Das Nichts-Kaufen ist auch eine Möglichkeit, womit nur noch die Kinder übrig bleiben, für die es eh am spannendsten ist. Faustregel hier: Keine lauten Geschenke, die den Rest des Abends die Ohren aller belasten. Der schreiende Dinosaurier, das kleine Spielzeugauto mit Sirene oder ein Roboter, der ständig Geräusche macht... das sind tolle Geschenke fürs Kinderzimmer, aber nicht bei der Familienversammlung.

lkl Barbara

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