Wenn Teenager so richtig verletzend werden

Ein bisschen peinlich gefunden zu werden: okay. Doch wie geht man mit krassen Beleidigungen um? Erziehungsberater Jan-Uwe Rogge erklärts.

Teenies testen ihre Grenzen. Aber Sätze wie „Du bist richtig scheiße“ oder „Niemand ist bescheuerter als du“ gehen zu weit, oder?

Solche Sätze fallen häufig, wenn die Stimmung geladen ist. Aber es ist wichtig, dass ich mit meinem Kind in Ruhe darüber rede und sage: Das hat mich wirklich verletzt.


Wie soll man in so einer Situation ruhig mit dem Kind reden?

Die Beleidigung erst mal überhören und weggehen. Habe ich mich beruhigt, kann ich auf mein Kind zugehen. Im Gespräch sollte ich deutlich machen, wie sehr mich das Gesagte verletzt hat. Und versuchen herauszufinden, was dahintersteckt. Es gibt Eltern, die sich auf eine kumpelhafte Ebene mit ihren Kindern begeben – wovon die genervt sind. Also kann bei so einem Satz auch die unterschwellige Botschaft „Nimm dich ernst, Mama!“ mitschwingen.


Schießen Pubertierende in Zeiten von Social Media mit schärferen Wortgeschützen?

Wäre schön, wenn man das so sagen könnte, oder? Dann hätte man endlich einen Sündenbock. Tatsächlich waren Sokrates und Aristoteles die Ersten, die sich über die Wortwahl von Pubertierenden gegenüber ihren Eltern schriftlich geäußert haben. Und die haben vor Christus gelebt. Das zeigt: Pubertierende haben sich auch damals schon ziemlich krass benommen.


Finden Töchter eigentlich die Mutter und Söhne den Vater peinlicher?

Die peinliche Auseinandersetzung läuft meist auf der gleichgeschlechtlichen Ebene ab. Mütter ziehen oft eine Forever-Young-Nummer ab. Meint: Sie ziehen sich betont jugendlich an. Für weibliche Teenies ist das eine Herausforderung. Väter wollen dagegen gerne mal beweisen, wie cool sie noch drauf sind. Die zeigen dann, dass sie genauso schnell und lässig ihr Bike fahren können wie ihre Söhne. Finden die natürlich richtig peinlich.

Themen in diesem Artikel