Willkommen, neues Ich! Warum uns Veränderung so gut tut.

Da hat man es sich so schön gemütlich gemacht und das Leben plätschert bequem dahin. Und dann plötzlich ist sie da: die große LAAANGEWEILEEEE. Raus jetzt, Abenteuer erleben und runter vom Sofa. Wir wollen Veränderung, und zwar pronto.

Aufbrechen, neu orientieren, Entscheidungen treffen, etwas verändern. "Nein" sagen zum ätzenden Job, der dahinsickernden Beziehung oder dem Leben, dass sich so eingefahren anfühlt, fällt uns nicht leicht. Warum? Weil Veränderung oft erstmal Verlust bedeutet. Aber der Gewinn folgt auf dem Fuße. 

Veränderung macht mutig!

Okay, ganz so easy ist es nicht. Erstmal kommt die Angst. Bei den meisten jedenfalls - je nachdem wie bedeutungsschwanger sie daherkommen, die Veränderungen. Schließlich gibt uns das, was wir kennen, ein Gefühl von Sicherheit. Sicherheit macht nur leider nicht immer auch glücklich.

Dann gilt es an den Stellschrauben zu drehen, um genau das wiederzufinden, was irgendwo auf unserem Weg verloren gegangen ist - Selbstliebe, Wertschätzung, persönliche Freiheit, Selbstbestimmung. Doch das braucht vor allem eines und davon ziemlich viel: Mut. Hat man die Schrauben aber erstmal in die richtige Richtung gedreht, wird er belohnt, der Mut. Dann ist man nämlich ausgebrochen, hat sich auf den Weg gemacht, statt einfach auszuharren und sich auf sicherem Boden ein langweiliges Leben einzurichten. Und das macht im Umkehrschluss noch mehr Mut. Denn "Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende" (Oscar Wilde). Also lieber "Ja" zu Neuem sagen und sich auf das große Finale freuen, als leise zu verpuffen. 

Jetzt ins kalte Wasser springen

Wie lange meckern wir schon über die zu kleine Wohnung, schwören uns jedes Jahr an Silvester weniger zu rauchen, dafür mehr Sport zu machen. Quality-Time, statt Stress. Ja, müssen wir mal angehen, wenn die Zeit dafür da ist. STOPP! Jetzt müssen wir das angehen! Und dabei ruhig auch Ungewöhnliches wagen, neue Grenzen ausloten oder alte Wünsche reaktivieren. Und bloß nicht an Konventionen halten. Warum auch, dafür sind wir doch nun wirklich zu alt! Erlaubt ist, was gut tut. Und wenn es doch in die Hose geht? Eines hat man definitiv geschafft: Unser Horizont ist wieder ein Stück gewachsen. Auch wenn es nur ein Millimeter war, aber genau das ist es, was uns fit und in Bewegung hält und uns prägt. Wer weiß, was sich die nächste Tür, das nächste Abenteuer für uns ausgedacht hat. 

Und wie schon Hermann Hesse wusste...

...Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Denken wir mal zurück: Das Auslandssemester während des Studiums hat vielleicht die Italienerin in uns geweckt. Der erste stressige Job neue Fähigkeiten hervorgebracht. Partner Nummer eins, zwei, drei gezeigt, was wir wollen und was auf gar keinen Fall geht, wie verletzbar wir sind und wie wir Krisen meistern. Unser erstes Kind hat uns ans Ende unserer Kräfte gebracht und uns trotzdem überleben lassen. Und dann dieses Scheitern... Hat uns nicht auch das immer wieder aufstehen lassen? Wer wären wir heute, hätten wir nicht irgendwann mutig "Ja" gesagt. Sind es nicht erst die Veränderungen, die uns ausmachen? Und wollen wir das jetzt bleiben? Oder immer weiter wachsen? 

Das Beste dabei? Wir müssen es nicht, können uns aber stets aufs Neue orientieren - im Kleinen wie im Großen. Und wenn wir uns gerade richtig gut finden - was wir durchaus nämlich auch dürfen - dann genießen wir einfach, wo wir angekommen sind. Hallo neues, altes, geliebtes Ich.





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