Barbara Schöneberger: Das Problem an großen Brüsten

Barbara Schöneberger über quietschende Stahlkorsagen und Männer, die beim Selfie-Machen auf die Brüste zoomen.

von Barbara Schöneberger

Ich wollte immer kleine Brüste haben. Allein der Gedanke, dass man ein Kleid auch mal ohne BH tragen könnte oder schnell rennen, ohne dass die Dinger eine Acht schwingen! Jahrelang habe ich meine Unsportlichkeit mit meinen großen Brüsten begründet, dummerweise musste ich lernen, dass man auch mit zwei Sport-BHs übereinander trainieren kann, sodass sich selbst beim Trampolinhüpfen nichts bewegt. 

Hauptsache die Brüste sind drauf, ne?

Um durchs normale Fernsehleben zu gehen, wäre ein B-C-Körbchen völlig ausreichend. Fernsehen macht ja alles noch mal größer, als es sowieso schon ist. Bei jeder Bambi-Verleihung schiele ich neidisch zu Ursula Karven oder Iris Berben, die mit einem Seidenfähnchen rückenfrei dasitzen, während ich mit einer quietschenden Stahlkorsage die Dinger so hochgeschnallt habe, dass ich mein Kinn darauf ablegen kann. Schön sind auch Moderationen bei Veranstaltungen mit vielen Männern. Hinterher werde ich geschätzt 500 Mal für ein Foto unter eine schweißnasse Achsel geklemmt. Und jedes Mal der Spruch zum Fotografen: "Haste alles drauf, hoho?" Ich glaube, manchmal haben sie sogar meinen Kopf oben abgeschnitten, um ein bisschen näher an die Brüste ranzuzoomen. Dabei habe ich eigentlich den Verdacht, dass Männer Brüste zwar begeistert wahrnehmen und kommentieren, sich aber die wenigsten im normalen Leben für große Brüste interessieren. Wenn sie dann so vor ihnen liegen (oder hängen), ist es ihnen doch zu viel Frau, mit dem sie da umgehen müssen.