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Betrüger hinter dunklen Gläsern - Warum Sonnenbrillen nicht immer cool sind

Typ mit Sonnenbrille in der Disco
© Getty Images

Die Sonne scheint: Sonnenbrille auf. Unter den Trägern der getönten Brille gibt es jedoch auch immer wieder Spezialisten, die sie in geschlossenen Räumen tragen. Eine Studie konnte belegen, dass bei denen was faul ist.
von Sascha Frankenberg

Kennt ihr noch diesen 80er Hit „Sunglasses at night“? Corey Hart hat den damals gesungen. Der Song handelt davon, dass er mit seiner Sonnenbrille heimlich die Leute beobachten kann. Kenn ich persönlich auch. Kaum hab ich meine Sonnenbrille auf, hab ich das Gefühl ich sei undercover. Sie versteckt nicht nur meine Blicke, sondern schützt natürlich noch vor den starken Sonnenstrahlen. Halten wir also fest: Sonnenbrillen sind super. Aber bitte übertreibt es nicht und werdet zu jemandem, der seine sunglasses sogar at night trägt.

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Eigentlich ist „sungalsses at night“ ein englisches Sprichwort und bedeutet soviel wie, dass man etwas nicht erkennt, was direkt vor einem liegt. Im Deutschen würde man sagen: „Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.“ Mit sunglasses at night verbinde ich jedoch etwas ganz anderes. Sofort denke ich an irgendwelche schrägen Typen, die mit ihrer Sonnenbrille in die nächste Disco laufen und auf Macker machen. Macht das nicht!

Sonnenbrille im Dunkeln ist echt albern

Natürlich sieht man mit einer Sonnenbrille super aus. Aber warum man sie im Dunkeln trägt kann ich mir echt nicht erklären. Wer nachts oder zum Beispiel in einer Disco mit Sonnenbrille raumläuft sieht einfach nur albern aus und außerdem sieht man doch gar nichts. Entweder die Person ist ein Voll-Proll und kombiniert ein uraltes Ed Hardy T-Shirt, Gelfriseur und weiße Slipper zur Brille oder die Leute denken derjenige hat eine Augenoperation hinter sich. Ich würde behaupten, dass beides nicht so vorteilhaft ist. Wieso manche Leute trotzdem ihr Sonnenbrille ständig im Gesicht tragen, erklärt jetzt eine Studie der Uni in Toronto.

Betrüger hinter dunklen Gläsern

„Wenn jemand eine Sonnenbrille trägt, dann verstärkt es den Glauben daran, dass er vor der Kontrolle anderer geschützt ist“, das sagen die Psychologen hinter der Studie. Und jetzt kommt der Hammer: „Menschen lassen sich dann auch eher dazu verleiten, unehrlich und eigennützig zu sein“, sagt Studienleiter Chen-Bo-Zhong. Oh man, das wird ja immer besser. Hinter jeder Sonnenbrille steckt jetzt also ein potenzieller Betrüger? Ganz so schlimm ist es nicht. Die Studie erklärt das ganz anschaulich: Den Probanden wurden sechs Dollar gegeben. Dieses Geld sollten sie mit einer anderen Person teilen. Diejenigen, die eine Sonnenbrille auf hatten, gaben sich selbst das meiste Geld. Daraus haben die Psychologen geschlossen, dass die Sonnenbrille einen täuschenden Eindruck von Anonymität erzeugt. Mit diesem Gedanken könnt ihr ja mal, sobald das nächste Mal ein bisschen die Sonne rauskommt, darauf achten, wer wohl etwas verbergen will. Oder noch schlimmer, euch vielleicht übers Ohr hauen möchte. Und bitte denkt daran: Nur Karl Lagerfeld darf seine Sonnenbrille wirklich immer tragen. Egal wann.


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