Menocore: Warum der Menopausen-Look cool ist

Möglichst weit, hauptsächlich bequem, gern Leinen und weiche Baumwolle – der Look von Frauen ab 50 ist immer total in. Natürlich hat das Ganze auch einen schicken Namen: Menocore. Und eine Botschaft dahinter gibt es umsonst dazu. 

von Viola Kaiser

Gerade erst haben wir noch einen Text geschrieben über Mütter, die sich mittlerweile so kleiden wie ihre Töchter. Hier kommt der nächste darüber, dass Töchter aussehen wollen wir ihre eigenen Mütter. Ein Allzeit währender Trend führt nämlich dazu, dass 20-Jährige sich kleiden wie 50-Jährige. Ein bisschen zeitloser Kunstlehrerinnenchic mit Wallewalle-Röcken gepaart mit dem lässigen Leinen-Style von Diane Keaton in "Was das Herz begehrt" – fertig ist: Menocore. Warum die jungen Damen das so lieben? Vermutlich, weil es komfortabel ist und eben für alle, die noch weit von der Menopause entfernt sind, ganz schön exotisch. 

"Frauen zwischen 20 und 30 schauen zu den Frauen der der älteren Generation auf!"

Keine störenden Knöpfe, fließende Stoffe, dazu ein bisschen Beige, Weiß oder Blümchenmuster – so sieht der Stereotyp der feschen Best-Agerinnen-Kleidung aus. Nicht, dass alle jenseits der 50 überhaupt so aussehen würden, aber das ist ja egal. Zumindest steht dahinter ein kluger Gedanke: Nämlich, dass junge Frauen zwischen 20 und 30 zu den Frauen der Generation über ihnen aufschauen, die so überhaupt keine Fashionopfer sind. Die meisten Frauen wollen nach der Menopause  (und viele hoffentlich auch schon vorher) schließlich in der Regel und in erster Linie sich selbst gefallen, nicht mehr nur allen anderen. Das ist eine durchaus dankbare Botschaft, allerdings wird sie die echten Menocore-Ikonen vermutlich wenig interessieren. Die tragen ja eh, was sie wollen. 

 

 


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