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Ohne die richtige Hose geht's nicht

Ohne die richtige Hose geht's nicht
© Foto: Benno Kraehahn
Barbara hält beim Sport vor allem eine Sache aufrecht: Was genau das ist, erklärt sie hier. 
von Barbara Schöneberger

Meine Trainerin fährt ein weißes Auto, das ich durchs Fenster schon von Weitem erkennen kann. Dann verdunkelt sich meine schöne Pippi-Langstrumpf-Welt. Ich ertappe mich oft bei dem Gedanken – für den ich mich schäme –, dass irgendetwas sie vielleicht verhindern könnte. Nichts Schlimmes, nur ein Blechschaden, Magen-Darm oder verlorene Autoschlüssel. Aber sie ist zuverlässig und sehr pünktlich. Während ich dann leise stöhnend Russian Twists, Burpees und Squads absolviere, reden wir meist über Männer und Sex. So geht die Zeit schneller rum.

Mir geht jede Art des kompetitiven Verhaltens ab

Viele Menschen denken ja, ich wäre stolz auf die ESC-Moderation oder meine neue Platte oder so. Tatsächlich bin ich nur auf eines stolz: dreimal die Woche Sport zu machen, obwohl es gegen meine innerste Veranlagung geht. Mein Körper zieht den Stecker, sobald er merkt, dass es anstrengend wird. Er möchte nicht schwitzen und hat kein Bedürfnis, sich in eine Prüfungssituation mit anderen oder sich selbst zu begeben. Mir geht jede Art des kompetitiven Verhaltens ab. Das Einzige, was mich sportlich aufrecht hält – im wahrsten Sinne –, ist eine sehr enge, sehr hoch geschnittene Sporthose, die mir das Gefühl von Festigkeit und Sprungkraft gibt. Ohne diese Wunderhose wäre ich zu den sportlichen Höchstleistungen nicht in der Lage. Einmal hatte ich eine normale Trainingshose an und sofort das Gefühl, meine Oberschenkel würden ein rhythmisches Eigenleben führen.


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