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Untenrum-Wissen Deine Vagina ist nicht da, wo du glaubst, wetten?

Symbolbild Vagina
© Juj Winn / Getty Images
Manch eine denkt jetzt sicher: Meine Güte, womit kommen die denn hier um die Ecke. Als ob wir das nicht wüssten. ABER genau das ist das große Problem: Sehr viele Frauen wissen sehr wenig über ihren Körper. Daran sind vor allem tiefsitzende Grundannahmen aus der Schulzeit, unzureichende Aufklärung durch die Eltern und alte Tabus Schuld. 

Nein, das da ist nicht deine Vagina

Es ist wirklich erschreckend, wie dunkel es plötzlich wird, wenn wir über unseren Intimbereich sprechen. Nicht nur, dass unser Geschlechtsteil diverse seltsame Namen hat, sondern noch viel erschreckender: Wir lernen falsche Bezeichnungen – von unseren Eltern, in der Schule, überall. Gern wird auch einfach gar nicht weiter darüber gesprochen, was da zwischen unseren Beinen eigentlich so existiert, außer einem schwarzen Loch, in das erst der Mann seinen Penis reinstecken kann und durch das dann zu gegebener Zeit ein Baby auf die Welt gepresst wird. Und dieses Unwissen zeigt sich wiederum in einer neuen Studie, der zufolge ein Viertel der U.S.-amerikanischen Frauen nicht weiß, wo die Vagina überhaupt liegt. Jetzt mögen einige denken: "Ja, Amerika ist ja auch so prüde ...", wenn ich mich hier mit meinen Freundinnen unterhalte, sieht es nur leider nicht viel besser aus.

Das darf doch nicht wahr sein!

Das britische Marktforschungsunternehmens "OnePoll" hat 2.000 Frauen zu ihrem Intimbereich befragt. Die Ergebnisse sind zum Haare raufen: 46% der U.S.-amerikanischen Frauen wissen nicht, wo der Gebärmutterhals liegt, über die Hälfte der Frauen konnte die Gebärmutter nicht als solche identifizieren und ein Viertel hat keine Ahnung, wo genau die Vagina liegt. Das ist erschreckend und traurig zugleich, denn die Tatsache, dass viele von uns Frauen so wenig über das Geschlechtsorgan wissen, hat Gründe, die es zu betrachten gilt. 

"Hände aus der Hose" 

Das Untenrum-Tabu wird uns in die Wiege gelegt. Kaum stellen wir fest, dass da zwischen unseren Beine irgendwas ist, wird uns beigebracht, dass das etwas unsauberes ist, das wir lieber nicht so genau angucken und das aus nicht erklärten Gründen etwas schambehaftetes ist. Während Jungs fröhlich ihre Penisse schwingen, sie an Wände malen und sich auf dem Schulhof darüber austauschten, sind die Geschlechtsteile bei Mädchen kaum existent. Ganz so, als ob es sie nicht geben würde oder das da unten etwas wäre, dass man auf keinen Fall anfassen sollte. Die Krönung des Ganzen findet sich aber in der Benennung unserer Genitalien. Denn selbst in der Schule lernen unsere Kinder auch heute noch, das was wir da unten sehen, würde Scheide oder Vagina heißen. Während das eine ein absolut bescheuerter Begriff ist, der impliziert, das Loch zwischen unseren Beinen warte nur darauf, durch ein Schwert gefüllt zu werden, ist der Begriff Vagina für die äußeren Geschlechtsteile schlichtweg falsch. Damit sich das endlich ändert, räumen wir hier mal auf und erklären, was wo ist. 

Hier kommen die Fakten:

Die Vagina

Zählt zu den inneren Geschlechtsorganen. Sie ist ein etwa zehn bis zwölf Zentimeter langer, muskulärer und dehnbarer Schlauch, der die äußeren Geschlechtsorgane mit der Gebärmutter verbindet.

Die Vulva

Bezeichnet die äußeren Geschlechtsorgane, also all das was wir sehen und fälschlicherweise oft als Vagina bezeichnen. Zur Vulva gehören die inneren und äußeren Vulvalippen, der Venushügel sowie die Klitoris. 

weibliche Geschlechtsorgane
© EgudinKa / Shutterstock

Die Gebärmutter 

Ist das Zentrum unserer weiblichen Geschlechtsorgane. Hierher wandert die Eizelle, wenn sie bereit zu Befruchtung ist. Wird sie befruchtet, wächst das Baby in der Gebärmutter heran.

Die Eierstöcke

Die Eierstöcke befinden sich im Becken einer Frau. Sie sind verantwortlich für die Bildung der Eizellen und der weiblichen Sexualhormone. Die Eileiter befinden sich ebenfalls im Becken der Frau. Sie sorgen für den Transport der Eizellen aus dem Eierstock in Richtung Gebärmutter.

Der Gebärmutterhals

Ist der untere Teil der Gebärmutter, der mit dem Muttermund in die Vagina übergeht. Der Gebärmutterhals bildet außerdem einen zähen, klebrigen Schleim, der an den unfruchtbaren Tagen eine Barriere gegen Spermien bildet. An den fruchtbaren Tagen wird der vom Gebärmutterhals gebildete Schleim durchlässig. Je nach Zyklusphase können die meisten Frauen den Gebärmutterhals auch ertasten. Er fühlt sich ein wenig an, wie unsere Nase. 

Der Muttermund

Der Muttermund ist die Öffnung des Gebärmutterhalses in die Höhle der Gebärmutter. In einer Schwangerschaft ist der Muttermund fest verschlossen, um das Eindringen von Keimen zu verhindern.


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