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Sextrend Sensory Sex: Achtsamkeit im Bett sorgt für Orgasmen und Wohlbefinden

Sensory-Sex
© Westend61 / Getty Images
Sich selbst Gutes tun. Mit allen Sinnen genießen. Achtsam mit sich sein: Themen, die uns schon lange nicht mehr nur im Yoga-Studio begegnen. Auch in unseren Betten sind sie angekommen. Sensory Sex heißt der Trend fürs Schlafzimmer. 

Sex ist vielfältig, schnell, langsam, laut und leise, individuell und gesund – wissen wir. Das Wichtigste ist, dass wir uns dabei wohlfühlen und Spaß haben. Doch auch in unseren Schlafzimmern gibt es Trends, die für Inspiration und Abwechslung sorgen. Während im letzten Jahr Selbstliebe auf allen Ebenen ganz weit vorne stand, und Masturbation und Sexual Wellness nach wie vor große Themen sind, über die zum Glück nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird, kommt der Achtsamkeits- und Wellbeing-Trend nun auch in unseren Paarbeziehungen an: Achtsamer Sex oder auch Sensory Sex ist dieses Jahr einer der großen Sex-Trends, der sowohl unsere Intimität als auch unser Wohlbefinden verbessern soll. 

Sensory Sex: Was verbirgt sich dahinter?

Beim Sensory Sex oder auch achtsamen Sex geht es darum, so viele Sinne wie möglich ins Liebesspiel einzubeziehen. Dadurch soll sowohl die Intimität zwischen dir und deinem:r Partner:in vertieft, als auch die Erregung gesteigert werden. Jeglicher Sinnesreiz soll angesprochen werden: Fühlen, Hören, Sehen, Schmecken und Riechen. Liegt der Fokus meist sonst stark auf den Genitalien, soll hier der Körper als Ganzes betrachtet werden, mit dem wir Lust verspüren. So soll auch der Druck, "abliefern zu müssen" gemindert und gleichzeitig ganz neue Sphären sexuellen Vergnügens entdeckt werden können, erklärt Sexologin Megwyn White gegenüber Women's Health. Einzige Voraussetzung: neugierig bleiben! 

Wie geht Sensory Sex?

Sensory Sex kannst du allein oder mit deinem:r Partner:in erleben. Weil aller Anfang manchmal etwas holprig sein kann, haben wir hier ein paar Inspirationen für alle deine Sinne parat. 

1. Hören

Musik und Geräusche machen viel mit uns. Kennt jede:r: Ein sexy Song lässt sich uns sexy fühlen, kann uns richtig in Stimmung bringen oder auch den Rhythmus und die Geschwindigkeit vorgeben. Aber nicht nur Musik, auch Dirty Talk gehört in die Kategorie, der Atem, das sich aufbauende Stöhnen... Diesen auditiven Reizen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, hat definitiv das Potenzial, den Sex auf eine neue Ebene zu heben. 

How to:

  • Erstelle eine sinnliche Playlist
  • mache lustvolle Geräusche, während du deine:n Partner:in küsst oder seine:ihre erogenen Zonen verwöhnst
  • Stöhnen, summen, hauchen: Lass deinen Gefühlen freien Lauf. Das ist nicht nur sehr erregend, sondern gibt deiner:m Partner:in auch Feedback, was sich gut anfühlt
  • Nutze die Kraft der Worte, indem du sagst, was du magst, wie sehr du dein Gegenüber begehrst oder was dich anmacht
  • Hört gemeinsam eine erotische Geschichte

2. Sehen

Das, was wir sehen, ist meist das erste, was uns sexuell anspricht. Die Kurven, die muskulösen Arme, der Hintern, die Hände, die Augen – den:die Partnerin einfach nur anzusehen, kann schon total sinnlich sein. Außerdem nehmen wir über unsere Augen natürlich auch die Erregung des:der anderen wahr, was wiederum total heiß ist.

How to: 

  • Spiele mit Licht und Farbe und schaffe eine stimmungsvolle Atmosphäre, z.B. mit Kerzen
  • Schaut euch zusammen einen Porno an 
  • Zieht euch langsam voreinander aus
  • Verbindet euch die Augen. So liegt der Fokus auf den anderen Sinnen und gleichzeitig verstärkt das die sexuelle Spannung

3. Schmecken

Wie wir uns schmecken können, hat großen Einfluss auf unsere sexuelle Anziehungskraft. Gleichzeitig aber auch darauf, wie wohl wir uns beieinander fühlen und wie selbstbewusst wir im Bett sind, wenn wir den Geschmack unserer Körper als etwas ganz Normales betrachten, den wir bewusst erkunden können. Geschmack sendet außerdem auch hormonelle Signale über unsere Fruchtbarkeit. 

How to: 

  • Lenke deine Aufmerksamkeit bewusst darauf, wie der andere Körper schmeckt
  • Baue Früchte, Schokolade, Honig, Gleitgel mit Geschmack, essbare Unterwäsche oder ähnliches ins Liebesspiel mit ein

4. Riechen

Geruch ist unfassbar erotisierend! Das liegt vor allem daran, dass das Riechen mit unserem limbischen System verbunden ist, das unsere Emotionen, Erinnerungen und sexuellen Impulse steuert. Gerüche können daher nicht nur Erinnerungen hervorrufen, sondern uns auch beruhigen oder eben anmachen. 

How to: 

  • Verwende anregende Düfte wie Vanille, Sandelholz oder Yling Ylang
  • Finde heraus, welcher der Lieblingsduft deines Partners oder deiner Partnerin ist und trage ihn
  • Nutze Massageöl oder Duftkerzen
  • Fokussiere dich auf den ganz eigenen Geruch deines Partners oder deiner Partnerin

5. Fühlen

Es ist ja kein Geheimnis, dass die Haut unser größtes Organ ist, das durch die vielen Rezeptoren eine große Spannbreite an sinnlichen Informationen wahrnimmt: kalt, warm, feucht, nass, trocken, aber auch Vibrationen, Schmerz und zarte Berührungen. Dass unsere Haut für Sensory Sex eine große Rolle spielt, ist daher keine Überraschung.

How to:

  • Spiele mit unterschiedlichen Arten von Berührung. Mal sanft, mal druckvoller, massiere, kraule, streichle
  • Nutze z.B. Eiswürfel oder Glasdildos, deren Temperatur du regulieren kannst
  • Federn, Samt, Leder, Latex, Seide: baue verschieden Texturen ein und erkunde, was sich gut anfühlt

Darum tut uns Sensory Sex so gut

Sensory Sex und Orgasmen haben einen positiven Einfluss auf unseren gesamten Körper. Rein äußerlich zeigt sich das an unserer Haut, wir strahlen und bekommen diesen tollen Glow. Außerdem stärken wir unsere Muskeln und unser Immunsystem und verbinden uns wieder mehr mit unserem Körper und uns selbst. Gleichzeitig kann Sensory Sex unsere Stimmung heben, sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirken und unseren Stress-Level reduzieren. Und Spaß macht das Ganze auch noch. Also, wir sehen absolut keinen Grund, das nicht mal auszuprobieren und mit allen Sinnen und viel Zeit zu genießen. 

Barbara

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