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Zyklus Ich, ich, ich und auch ich: 4 Persönlichkeiten, die wir jeden Monat durchlaufen

Zyklus: Ich, ich, ich und auch ich: 4 Persönlichkeiten, die wir jeden Monat durchlaufen
© izusek / Getty Images
Eisprung, PMS und Periode: Jeden Monat sorgen unsere Hormone für Aufruhr in unserem Körper und in unserem Kopf. Mal fühlen wir uns unwiderstehlich, mal unausstehlich. Diese vier Persönlichkeiten nehmen wir jeden Monat an.

Hoch, runter, auf und ab – die Hormone in unserem Körper treiben ihr wildes Spiel mit uns. Sie sorgen nicht nur dafür, dass wir jeden Monat die Chance haben, schwanger zu werden, wenn wir das wollen, sondern auch dafür, dass wir uns regelmäßig fragen, was mit uns eigentlich gerade los ist. Gestern noch richtig gut drauf und Energie, um einen ganzen Wald zu roden, heute eher Strohfeuer und kaum Power, das Bett zu verlassen. Natürlich sind die Hormone der Grund dafür, aber die sind eben nicht nur dafür zuständig, dass es Untenrum rund läuft, sie beeinflussen unsere Stimmung, Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse. Sie sind der Motor unserer Persönlichkeiten. Und davon gibt es vier. 

1. Die Ruhige

Unser Zyklus startet mit der Menstruation. Die Phase im Monat, in der wir uns erholen sollen, eine Regenerationszeit für den Körper und Kopf. Der Reset-Knopf im Zyklus. Es ist eine reinigende und heilende Zyklusphase – alles muss raus. Wir brauchen Ruhe und geben unseren Emotionen mehr Raum als der rationalen Stimme in unserem Kopf. Statt großer Action, liegen wir lieber auf dem Sofa, schauen eine Serie nach der anderen, lesen ein Buch und tragen viel lieber Jogger statt Jeans. Die Menstruation ist unser Reflektionsmodus, der Vergangenes betrachtet und vielleicht sogar schon neue Ziele und Ideen entwickelt. 

2. Die Neugierige

Nach der Periode und vor dem Eisprung befinden wir uns in der Follikelphase. Das Follikel wächst, die Gebärmutterschleimhaut baut sich langsam wieder auf und der Östrogenspiegel steigt. Wachstumsphase: Unser Körper erwacht aus dem Winterschlaf. Frühlingsgefühle sind angesagt. Wir blühen auf, haben mehr Energie und unser Selbstbewusstsein steigt. Mit frischer Tatkraft gehen wir Projekte an und sind neugierig auf Neues. Mit einer ordentlichen Portion Motivation, Kreativität und Spaß wuppen wir Job und Alltag. Wir sind am Start und wollen was erleben. 

3. Die Queen

Nach der Follikelphase kommt die Eisprungphase. Unser hormoneller Zenit. Die Testosteron-, Dopamin- und Serotoninwerte sind auf dem Höhepunkt, genauso wie der Östrogenspiegel – die hormonelle Sonne steht auf dem Zenit. Sommer! Wie fühlen uns rundum wohl, sexy und begehrenswert. Ladies, wir strahlen und haben Bock auf Sex. Dass wir uns rundum wohlfühlen, merken nicht nur wir, sondern auch alle anderen. Eine perfekte Zeit, erhobenen Hauptes in Gehaltsgespräche oder Job-Interviews zu stolzieren. Jetzt haben wir die Power, mit unseren Ideen und Vorschlägen zu überzeugen. So, wie es Königinnen eben machen.

4. Die Kritikerin

Nach dem Sommer kommt bekanntlich der Herbst und es wird wieder dunkler. Der Eisprung ist passé und in den Eierstöcken wird massig Progesteron, produziert, das dafür sorgt, dass die Schleimhaut noch stärker aufgebaut wird, unsere Körpertemperatur um 0,4-0,6 Grad steigt und sich die Stoffwechselgeschwindigkeit erhöht, weshalb wir am liebsten ständig etwas futtern möchten. Gleichzeitig lässt uns Progesteron ruhiger werden und schneller einschlafen. Runterfahren ist angesagt. Die perfekte Phase für ruhige Routinen, aufräumen, ausmisten, schlafen, essen, Projekte beenden, Höhle bauen. Gleichzeitig fühlt sich unser innerer Kritiker aber auch besonders wohl in dieser Phase. Wir analysieren, horchen in uns hinein, hinterfragen. Die luteale Phase kann ziemlich fies sein, aber gleichzeitig auch richtig gut und wichtig. Sie macht uns empathischer und lässt uns Probleme angehen, die wir sonst eher vor uns herschieben. Übrigens: Diese Phase ist perfekt, um blöde Gewohnheiten aufzugeben.

In welcher steckst du gerade?

Ein Körper, vier Persönlichkeiten und das jeden Monat. Richtig anstrengend ist das. Aber es hat auch Vorteile. Unsere Hormone sorgen schließlich auch dafür, dass wir uns ein wenig zurücknehmen und mal die Beine hochlegen. Wenn wir nur genau hinhören ... Und die Zeit dafür haben ... Das Gute ist: Wir können es regelmäßig wieder neu üben und mit dem Wissen um unseren Körper manche Dinge weniger ernst nehmen, sie anders betrachten, ihnen das Gewicht nehmen und schauen, was wir uns gerade selbst etwas Gutes tun können. Danke, liebe Hormone, dass ihr jeden Monat unser Leben auf den Kopf stellt. Wir haben euch durchschaut.

Barbara

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