„Ich sage auch mal: Nö!“ – Der Glücklichmacher der Reichen

Timo Daus macht für seine Kunden das Unmögliche möglich. Nur bei Koks und Nutten hört bei ihm der Spaß (und Geschäftssinn) auf

von Wiebke Brauer

Herr Daus, Sie haben eine Menge reicher Kunden in ihrer Kartei, was haben die denn so für Wünsche?

In erster Linie, dass immer alles sofort passieren muss. Typisches Beispiel: einen Tag vor einem Madonna-Konzert in Kopenhagen beschließen, dass man dafür Backstage-Karten braucht. Und da komme ich dann ins Spiel.

Und: Kriegen Sie das hin?

Mit den Jahren habe ich zumindest die Erfahrung gemacht, dass ich mit der richtigen Wortwahl und viel Empathie sehr weit komme.

Was war das Spannendste, was sie je organisiert haben?

Ich habe mal für einen Kunden bei Richard Bransons Firma Virgin Galactic Weltraumflüge gebucht. So eine Aufgabe hat man nicht jeden Tag auf dem Schreibtisch. Toll war auch, als ich zum Geburtstag eines Fußballers die erste Geige aus dem Musical „König der Löwen“ organisiert habe – ich wusste, wie sehr er Klassik liebt. Oder der deutsche Nationalspieler, der mich anrief und sagte: „Ich will ihr einen Antrag machen, aber du musst mir dabei helfen.“ Das liegt mir, ich habe eine romantische Ader.

Hat er Ihre Idee hinterher als seine verkauft?

Kann schon sein, aber es ist mir nicht wichtig, ob meine Kunden mit den Sachen, die ich abwickle, angeben oder einfach nur eine gute Zeit haben. Mein Grundsatz ist: Womit ein Kunde sein Geld verdient und wofür er es ausgibt, ist seine Sache.

Gibt es für Sie dennoch eine moralische Grenze?

Natürlich! Manche Anfragen lehne ich ab. Wenn ich etwa nach einem Begleitservice oder nach Drogen gefragt werde – das mag in manchen Kreisen salonfähig sein, aber damit will ich nichts zu tun haben. Wenn also jemand anruft und fragt: „Ey, Timo, wir sind morgen in Saint-Tropez, kannst du eine Yacht klarmachen, ein paar Kisten Schampus und ein paar Mädels?“, sage ich: „Nö.“ Einem deutschen Nationalspieler habe ich mal direkt gesagt, dass ich nicht für ihn arbeite. Auch unter unseren Kunden – die meist sehr höfliche und dankbare Menschen sind – gibt es nämlich welche, die einen von oben herab behandeln.

Warum haben Sie eigentlich so viele Fußballer als Kunden?

Wir entwickeln unsere Ideen immer passend zum jeweiligen Kunden. Ich denke mal, es spricht sich dann rum, dass wir einen guten Job machen.

Wo fängt für Sie Dekadenz an?

Für mich gibt es da einen klaren Unterschied: Viele würden es als Überfluss bezeichnen, dass meine Klientel eine Fünfzimmervilla für 10 000 Euro am Tag auf Ibiza bucht. Aber auf der anderen Seite leben davon auch viele Leute. Verschwendung wiederum ist für mich, wenn man auf einer Yacht vor Formentera abhängt, eine Flasche Dom Pérignon mit dem Säbel köpft und diese 130 Euro dann ins Meer kippt. Das finde ich abartig.

Verfeuert ein schwerreicher Magnat sein Geld anders als ein Fußballer?

Ja, schon. Ein Teil dieser Unternehmer ist davon getrieben, alles haben zu wollen. Und die verstehen nicht, dass man in einem Restaurant, das die nächsten drei Monate ausgebucht ist, keinen Tisch für sie zimmern kann. Oder dass eine Suite in einem Hotel schon vergeben ist, weil es tatsächlich auf der Welt noch andere Menschen gibt, die sich so etwas leisten können.

Was haben Sie in den letzten Jahren über reiche Leute gelernt?

Am Ende geht es immer um die gleichen Themen: Familie, Freundschaften und darum, die besonderen Momente zu genießen. Auch meine Kunden wollen Zeit mit ihren Lieben verbringen, weil es doch letztlich das ist, was zählt.