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"Du dämliche Arschgeige, Gas ist rechts!" Aggressionen im Straßenverkehr: Tipps zum Runterkommen

Autofahren
© RapidEye / Getty Images
Unsere Autorin fährt gerne Auto – nachts, auf leeren Straßen. Wenn alle anderen schlafen. Die machen sie am Tag nämlich wirklich wütend. Doch wütend sein schadet auf Dauer. Deshalb will sie ihre Aggressionen jetzt in den Griff bekommen und sucht nach Tipps. Hier kommen ihre Ergebnisse.

Ich liebe Autofahren. Zumindest dann, wenn ich so fahren kann, wie ich das gern tue: flüssig. Leider bin ich selten allein auf der Straße und dementsprechend viele Störfaktoren mit mir unterwegs. Natürlich fährt auch niemand so gut Auto wie ich! Und ich würde behaupten mein Repertoire an Schimpfwörtern ist ebenso beachtlich wie meine Fahrkünste. Man möge sich nun vorstellen, wie das so ist, wenn auf der Straße jemand nicht so fährt, wie gewünscht. Meine Mutter steigt schon nur noch unwillig in mein Auto ein – zu unentspannend, sagt sie. Und ich muss gestehen, Sie hat ja Recht. Daher habe ich mir vorgenommen, einmal mehr durchzuatmen, fremde Menschen nicht zu beleidigen (auch, wenn sie das nicht hören) und vor allem meine eigenen Nerven zu schonen. Bringt einfach überhaupt nichts, sondern macht dem einzigen Menschen, der wirklich Autofahren kann schlechte Laune: nämlich mir. 

Aber was hilft beim Runterkommen?

Die Autovermietungsexperten von StressFreeCarRental.com haben einige Tipps parat, wie wir alle entspannter durch den Verkehr kommen – die müssen es ja wissen. Und ihr Wissen geben sie an uns weiter:

Oberste Prämisse: 

"Was auch immer geschieht: Übe keine Vergeltung und verliere während der Fahrt nicht die Beherrschung. Konzentriere dich auf das, was du tust, und auf deine Fahrt und nicht auf das, was andere Fahrer tun. Wütend zu werden wird die Situation nur noch schlimmer machen." – Alright, ist gemerkt!

1. Ausreichend Zeit für die Fahrt ist einer der wichtigsten Punkte, damit Autofahrer nicht die Kontrolle verlieren. Wenn man schon unter Zeitdruck losfährt, stressen einen Kleinigkeiten natürlich noch viel mehr als sie es sonst tun würden. Und sind wir gestresst, übernimmt natürlich direkt der:die Wutbürger:in das Steuer.

2. In der Spur bleiben: Manchmal wollen wir dem:der anderen Fahrer:in gern noch deutlich machen, wie ätzend wir sein:ihr Verhalten gerade finden, aber das nachzuahmen ist nie eine gute Idee. Im Eifer des Gefechts mag es verlockend sein, der Person gegenüber eine bestimmte Geste zu machen. Aber das führt zu nichts. Am besten ruhig und besonnen bleiben. Atmen.

3. Niemals aufgewühlt losfahren! Haben wir alle schon erlebt: Gerade einen Streit mit dem:der Freund:in gehabt, im Job etwas frustrierendes erlebt oder irgendwas trauriges gehört und wir setzen uns hinter das Steuer und sind nur halb bei der Sache oder sehr aufgebracht. Dabei bringen wir uns selbst und andere in Gefahr. Lieber erstmal kurz durchatmen, nochmal eine Runde um den Block gehen und sich auf die Fahrt einstellen, statt direkt loszustarten. 

4. Mit Musik ist alles besser! Gute Laune-Songs an und schon steigt auch die Stimmung. Wie wäre es mit einer Car-Playlist, extra gegen Stress und miese Laune? 
5. Gefahr des Augenkontakts. Menschen, die das Gefühl haben, dass ihnen auf der Straße Unrecht getan wurde, haben manchmal den natürlichen Instinkt, den:die Fahrer:in des anderen Fahrzeugs anzuschauen. Keine gute Idee. Erstens provoziert das den:die andere:n noch mehr, zweitens gehören die Augen im Auto einfach auf die Straße. 
6. Sei nachsichtig, du bist auch nicht 24/7 perfekt. Naaagut, stimmt schon: Egal wie gut ich die meiste Zeit fahre, natürlich mache ich auch Fehler. Das versuche ich ab sofort immer im Hinterkopf zu behalten, wenn die Wut sich wieder Bahn brechen will. Lieber darauf konzentrieren, wie ich Gefahren vermeiden und ruhig bleiben kann.

Mit all diesen Tipps setze ich mich das nächste Mal hinter das Lenkrad und hoffe inständig, dass sie helfen meinen Blutdruck zu senken. Probiert es aus!

Barbara

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