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Barbara: Mein erstes Mal im Krankenschwester-Kostüm

Barbara: Mein erstes Mal im Krankenschwester-Kostüm
© Barbara Schöneberger/Benno Kraehahn
von Barbara Schöneberger

Das erste Mal....:

Ich verstehe mich ja als Dienstleisterin, und in dieser Funktion wird natürlich auch außerhalb des Berufslebens der ein oder andere Dienst von mir verlangt, den ich zu leisten meist gern bereit bin. Ich helfe ja, wo immer ich kann:
Er wollte unbedingt Verkleidungssex. Nennt man das so, wenn einer sich ein lustiges Kostüm anzieht und der andere das dann total scharf findet?

Es waren die dienenden Berufe, die es ihm angetan hatten. Zimmermädchen, Serviererin, Krankenschwester ... Glück gehabt, wie bescheuert hätte ich ausgesehen in einer Feuerwehruniform?
Ich wollte mich nicht beschweren, aber alles, was im Sexshop zufinden war, war schlichtweg zu billig, zu unglaubwürdig – Lack und Plastik für 12,99 Euro.

Nachdem ich nicht liefern konnte, beschloss er, selbst loszugehen. Nach eingehender Recherche entschied er sich für ein Berufsbekleidungsgeschäft, das auf der Homepage stolz sein 80-jähriges Bestehen feierte. Er ging also dorthin und verlangte bei der resoluten Verkäuferin ein Krankenschwesternkleid. Die Dame, seit 40 Jahren im Beruf, sagte: „Die jungen Schwestern tragen keine Kleidchen mehr. Das ist viel zu unbequem, heute trägt man Kittel und Hose.“

Kittel und Hose – das traf nicht ganz seine Fantasie, und er fragte nochmals nach einem Kleid. Aber die Dame brachte, um ihrer Empfehlung Nachdruck zu verleihen, doch den Kittel, dazu eine praktische Hose mit aufgesetzten Taschen und weiße OP-Schuhe aus Vollgummi!

Er hatte schon Bedenken, dass diese praktischen Bilder in seinem Kopf seine Fantasie für immer zerstören, und verlangte nachdrücklich nach einem Kleid. Die Dame fragte leicht eingeschnappt nach der Größe. Er antwortete: „Sie trägt 38.“ Daraufhin die Dame: „Nehmen Sie lieber eine 40, das ist bequemer zum Arbeiten.“ Dann er: „Ich nehm’s in 36!“

War dann aber doch noch ein schöner Abend.


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