Bares für Rares: Warum Flohmärkte mehr Frust als Genuss sind

Flohmärkte haben eine große Anziehungskraft. Warum das so ist, obwohl sie so oft für ziemlich viel Frustration sorgen, verrät unsere Autorin. 

von Kirsten Mannshardt

Sonntagnachmittag, die Sonne scheint. Jetzt ein ausgiebiger Bummel. Ja, schon klar: Sonntags haben die Geschäfte geschlossen. Aber zum Glück gibt es ja Flohmärkte! Auf denen herrscht am Wochenende ein buntes Treiben - absoluter Hochbetrieb sozusagen. Endlich mal wieder nach Herzenslust stöbern. Aber wonach eigentlich? Naja, nach diesem ganz besonderen Teil, das total vintage und absolut einzigartig ist und obendrauf noch eine krasse Geschichte zu erzählen hat. Logo, was sonst?! Die Erwartung, dieses Mal einen solchen Schatz auf dem Flohmarkt zu finden, ist groß. Und wehe sie wird am Ende enttäuscht! Mit der Familie im Schlepptau geht es auf die Jagd. 

Flohmarkt: Irgendetwas zwischen Chaos und Kitsch

Bei Ankunft sieht erst einmal alles sehr vielversprechend aus. So viele Stände und einer hat mehr zu bieten als der andere. Perfekte Bedingungen. Da sollte der ganz persönliche „Bares-für-Rares“- Schatz doch schnell gefunden sein. Auf geht’s ins fröhliche Flohmarkt-Getümmel. „Suchen und Finden“ lautet das Motto. Stand für Stand wird sich vorgenommen. Fleißig wird jedes Teil genauestens begutachtet und dann doch wieder an seinen Platz zurückgelegt. An den ersten fünf bis sieben Ständen klappt das noch mit Begeisterung. Danach stellt sich langsam Ernüchterung ein. So richtig Spaß macht es irgendwie nicht, sich durch das Chaos zu wühlen, indem Kitsch und Nichtsnutzigkeit dominieren.

Kaffee und Kuchen gegen den Flohmarktfrust, bitte!

Gegen sinkende Stimmung hilft in den meisten Fällen etwas Süßes. Und deswegen gibt es an der Schwelle – an der die anfängliche Begeisterung in Frustration umzukippen droht - erst einmal Kaffee und Kuchen. Zwei Dinge, die auf Flohmärkten sehr zuverlässig vorhanden sind. Das Päuschen schmeckt, die Glückshormone steigen. Was so ein leckerer Schokoladenkuchen doch alles bewirken kann - immer wieder erstaunlich! Gestärkt und mit neuem Elan geht die Suche weiter. Jetzt wird es klappen mit dem Schatz. Tschaka!   

Das Ende der Jagd alias die totale Frustration

Mittlerweile ich es 13 Uhr. Das Gedrängel wird immer gnadenloser. Hier ein Knuff, da ein Rempler und von hinten noch ein bisschen Geschiebe. Geht's denn noch? Das mit dem entspannten Bummel sollte irgendwie anders laufen. Und der bescheuerte Schatz hat sich auch noch nicht blicken lassen. Jetzt werden langsam innere Monologe geführt: „Gehen oder bleiben?“ In diesem Moment fängt auch noch das Kind an zu quengeln und der Mann schaut ebenfalls genervt mit dem „Können-wir-jetzt-bitte-endlich-nach-Hause-gehen“-Blick herüber. Kein Schokokuchen auf der Welt könnte die Situation jetzt noch retten. Die Frustration ist auf dem Höhepunkt, denn wieder einmal wurden die Erwartungen an den Flohmarktbesuch enttäuscht. Warum? Naja, weil es weit und breit nichts Rares für Bares gab. So ein Mist. Beim nächsten Mal sind wir hoffentlich schlauer! Aber das war schon beim letzten Flohmarktbesuch der abschließende Gedanke und trotzdem sind wir wieder verfallen: Der Jagd auf den Schatz, den auf Flohmärkten scheinbar immer nur die Anderen finden. 

Getty Images

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Bares für Rares: Frustrationspotenzial Flohmarkt
Bares für Rares: Warum Flohmärkte mehr Frust als Genuss sind

Flohmärkte haben eine große Anziehungskraft. Warum das so ist, obwohl sie so oft für ziemlich viel Frustration sorgen, verrät unsere Autorin.

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