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Ein letztes Mal Urlaub zu zweit – So ist der Babymoon!

Ein letztes Mal Urlaub zu zweit – So ist der Babymoon!
© Getty Images
Noch einmal verreisen, bevor das Baby auf der Welt ist. Hört sich nach einer spitzenmäßigen Idee an. Wäre es auch – wenn einem da nicht ständig dieser Bauch in die Quere käme.
von Theresa König

Es fing schon bei der Planung an. „Wie wäre es mit Südafrika?“, fragt mich mein Freund. „Nee, zu weit weg. Was ist, wenn ich unterwegs Wehen kriege?“, antworte ich. „Außerdem kann ich schon jetzt kaum noch sitzen. Wie soll ich da die 14 Stunden im Flieger überstehen?“

Vor der Schwangerschaft konnte es uns nicht weit genug weg sein. China, Neuseeland, Kolumbien, Fiji – das war gerade richtig. Aber jetzt? Mit Baby im Bauch? Da wurde der Radius deutlich enger. Medizinische Versorgung wird auf einmal ein Thema und man macht sich Gedanken über Malaria, Zika und Thrombose. Und so erscheint die Heimat plötzlich in einem ganz neuen Licht und man sagt Sätze wie: „Deutschland hat doch sooo schöne Ecken. Muss doch gar nicht immer so weit weg sein, oder?“ oder „Ich wollte schon immer auf eine der Nordsee-Inseln. Du nicht auch?“

Oh Honey, das wird so schön!

Es wurde dann der Wellness-Urlaub an der Ostsee. Wellness geht ja schließlich immer. Auch im achten Monat. Total gut, dachte ich so. Meine Freundin hat Tränen gelacht, als ich ihr von unseren Plänen erzählt habe. „Ihr? Wirklich? Kauft ihr euch jetzt auch gleichfarbige Regenjacken und flaniert im Partnerlook über die Promenade?“ Sehr witzig.

Als wir vorm Hotel vorfuhren, waren wir voller freudiger Erwartungen. Babymoon, das ist so wie Honeymoon, nur noch viel schöner. Weil man noch ein letztes Mal alle tollen Dinge zu zweit erleben will, bevor es mit den schlaflosen Nächten, dem Geschrei und den stinkenden Windeln losgeht. Vor meinem inneren Auge hatte ich mir also ausgemalt, wie wir nach gemütlichen Wellnessstunden, knutschend am Strand entlang spazieren würden, um dann nach einem 5-Gänge-Menü wild übereinander herzufallen.

Alles wird anders

Und dann kam die Realität. Wer schon einmal eine dicke Kugel vor sich hergetragen hat, der weiß: Auch wenn das Bett noch so gemütlich ist, schlafen kann man darin trotzdem nicht mehr. So wälzt man sich die ganze Nacht von einer Seite auf die andere, um dann am nächsten Morgen total übermüdet und schlecht gelaunt aufzustehen. Und weil man nun mal schlechte Laune hat, kriegt der Partner was zu hören. Der Grund ist nebensächlich. Manchmal reicht schon seine pure Existenz, oder dass er falsch atmet oder einen komisch anguckt. Die Hormone machen die Gefühlslage nicht unbedingt besser. Von Romantik ist also nichts mehr zu spüren. Dass man im Wellnessbereich die Hitze der Sauna nicht mehr verträgt, macht das Ganze nicht besser. Und auch nicht, dass man von der Massage Kreislauf kriegt. Schon beim ersten Gang des Menüs am Abend bekommt man Sodbrennen, auf dem Weg nach oben ins Zimmer überkommt einen die Schnappatmung, weil einem mit der Plauze selbst bei der kleinsten Anstrengung die Luft wegbleibt. Zu Sex reicht die Kraft nicht mehr. Nur noch zu einem kurzen Bussi. Und ist man dann gerade eingeschlafen, meldet sich der kleine Mitbewohner im Bauch mit einem kräftigen Tritt in die Blase. Also huscht man das erste von 23 Malen aufs Klo und liegt die nächsten Stunden wach.

Home, sweet home

Tja. Um es kurz zu machen, der Babymoon war ein Reinfall. Die Erwartungen viel zu überhöht. Zuhause angekommen, kollabierten wir auf der Couch, machten unseren Lieblingsfilm an, schaufelten eine Schüssel Popcorn rein und legten die Füße hoch. Genauso muss Urlaub doch sein, oder? Geknutscht wurde dann auch noch. Den Rest könnt ihr euch denken. Zuhause ist es eben doch immer am schönsten. Wenigstens beim Babymoon.


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