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Entspannen in nur einer Woche Urlaub – kann das klappen?

Innenhof der Casa Yogafriends
© Diana Huth
Urlaub ist immer eine gute Idee. Doch reicht eine Woche aus, um sich erholen zu können? Unsere Autorin hat es ausprobiert und Yogaferien auf Fuerteventura gemacht. 
von Diana Huth

Jeden Tag dasselbe: Berge voller Arbeit, ein Gehetze von Termin zu Termin und alle möglichen Menschen wollen alle möglichen Sachen von mir. Abgestresst und ausgebrannt schreit der Körper nach Urlaub. Doch so einfach ist das nicht: Wann? Wohin? Mit wem? Fragen über Fragen. Die Antworten meist ernüchternd: Mit der Familie ist auch wieder stressig, die beste Freundin kann ihren Urlaub nicht zur selben Zeit nehmen und im Allgemeinen wollen alle an unterschiedliche Orte.

Ich tue mir jetzt was Gutes und fahre allein

Also entschied ich – aus einer Laune – einfach alleine in den Urlaub zu fahren. Lieber nur eine Woche. Das ist überschaubar. Ich wollte mich erholen, Sonne und irgendwie auch ein bisschen was machen. Ein Surf & Yoga Retreat sollte es werden. Nicht, dass ich besonders gut Yoga oder Surfen könnte. Eher so: noch nie gemacht. Aber das macht es ja erst richtig spannend. Abenteuer, ich komme! Die Wahl fiel auf die Yogafriends Fuerteventura.

"Wenn ihr Yoga übt, dann übt es für euch selbst."

Wie jetzt? Ich dachte, ich übe für einen tollen Körper, für mehr Gelassenheit und außerdem bin ich im Urlaub und da geht es doch um Entspannung, oder nicht?

Meditation um 7 Uhr – die spinnen, die Yogis!

Die Woche bei den Yogafriends war aber nicht wie ein gewöhnlicher Urlaub. In keinem Urlaub bin ich jemals um 7 Uhr in der Früh zur Morgenmeditation und um 8 Uhr zur ersten Yogastunde gegangen. WLAN gab es nur zwei Stunden am Tag, Alkohol und Kaffee gar nicht. Ich dachte, ich sei im falschen Film Hotel. Und das auch noch alleine. Dann kam die Rettung: das Frühstück.

Ok überzeugt. Für so ein Frühstück würde ich jeden Tag Yoga machen.

Genussmenschen unter sich

Nach dem Frühstück noch mehr Vergnügen: Zeit für eine Massage, den Strand und möglicherweise auch ein Käffchen. Bei aller Liebe: Ein Leben ohne Kaffee mag möglich sein, aber sinnlos. Das wissen auch die Yogafriends und haben in der Küche eine Kaffeemaschine. Die haben wir nicht benutzt. Kaffeegenuss ist für mich ein Ritual, verbunden mit dem Besuch eines charmanten Cafés. Und ich hatte eine Verbündete, was mir sofort sympathisch war. 

Überhaupt waren wir eine lustige Truppe. Zwischen dem ein oder anderen Om erklangen Lachkrämpfe und nach dem Abendessen erzählten wir uns – auch ohne Wein – unsere dollsten Geschichten. Es hat einfach gepasst. Nicht so anonym wie im All-Inclusive Bunker.

Wie neu geboren nach einer Woche

Eine ungewöhnliche Urlaubswoche war es. Mit viel Bewegung und Ruhe zugleich. Es war nicht immer leicht, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Oder "einfach nur" auf den Atem. Der steckt schließlich voller Gedanken. Drei Stunden Yoga am Tag, dazu im Meer plantschen oder gar Wellenreiten, das war alles andere als ein ruhiger Urlaub. Und doch war ich entspannter als sonst. Vielleicht auch weil niemand anderes dabei war und mich eine Woche mal kein nerviges Handy und Internet belästigt haben. 


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