Gegen zu viel Routine: Mikroabenteuer sind das neue Schwarz

Kein Mensch braucht Fallschirmsprünge oder Ausflüge auf den Mount Everest, um ein aufregendes Leben zu führen. Wir haben mal ein paar etwas alltagstauglichere Erlebnisse rausgesucht. 

von Viola Kaiser

Nicht, dass uns Trends interessieren würden, aber Dinge zu erleben ist einfach immer in. Das kommt auch niemals aus der Mode, hält jung, macht glücklich, mutig und schafft neue Perspektiven. Jetzt muss man nicht gleich superverrücktes Zeug machen, schließlich haben wir alle genug zu tun und sind keine 15 mehr. Trotzdem: So ein bisschen Action schadet nie, wir haben alle schließlich auch nur ein Leben. Und das ist zu kurz für Langeweile.

Deswegen haben wir uns gefragt: Warum in die Ferne schweifen, wenn wir ein bisschen Abenteuer  sofort, auch mit wenig Zeit und gleich um die Ecke haben können? Hier kommen unsere Anregungen:

1. Geh raus und tanz die ganze Nacht!

Dafür bist du zu alt? Unsinn. Das Ziel dieses sehr leicht zu organisierenden Mikroadventures ist es, so lange unterwegs zu sein bis die Sonne aufgeht. Hatten wir natürlich alle in unserem Leben schon mal, fühlt sich aber sehr anders an, wenn man das mal zehn Jahre nicht gemacht hat und die Sonne aufgeht, wenn man aus dem Club kommt – nämlich wie ein richtiges Abenteuer. Leider fühlt sich auch der Kater am nächsten Tag für alle, die auch wie ein Abenteurer trinken sehr, ähm,  abenteuerlich an, aber egal, der Spaß lohnt sich trotzdem. 

2. Flirte mit einem Unbekannten!

Für manche mag das alltäglich sein, für die meisten, die seit zehn Jahren verheiratet sind, gilt es aber vermutlich als ziemlich krasse Mutprobe. Dich guckt keiner an? Unmöglich. Du bist ganz sicher sehr viel attraktiver als du denkst (hier kannst du das gleich nachlesen, warum!). Also, ab in die Bar um die Ecke, irgendeiner findet dich gut, das ist klar. Wenn dafür keine Zeit ist: Flirten geht überall, auch in der Bahn oder im Supermarkt.

3. Spring ins kalte Wasser!

Das kann man wortwörtlich tun, dann ist es wirklich beeindruckend. Egal, ob es das Kältebecken in der Sauna oder ein saukalter See in Skandinavien ist, Adrenalin ist garantiert. Für alle, die jetzt schon beim Lesen eine Gänsehaut bekommen, ginge aber auch die übertragene Lösung: Irgendwas tun, das man immer schon machen wollte, aber sich bisher nicht getraut hat. Nie wird man sicher größer, stärker und erhabener fühlen als nach dieser selbstgewählten Herausforderung. Und wenn es nur der Gang zum Stand-Up-Paddling-Verleih oder der in den dunklen Keller ist. Traut euch!

4. Alleine wegfahren

Zum Ayurveda nach Indien oder in ein Wellnesshotel an irgendeinem See 60 Kilometer entfernt. Wem das erste zu teuer und das zweite zu öde ist, empfehlen wir einen Wanderung auf dem Jakobsweg oder die Anfängervariante: Ein Wochenende ohne vertraute Menschen, alleine ins Kino, ohne Begleitung ins Restaurant. Macht mutig und wieder richtig Freude auf andere. 

5. Jemandem mal ordentlich die Wahrheit sagen

Das kann ruhig mit Gefühl sein. Irgendwo hat man schließlich immer eine Rechnung offen. Vielleicht hat man sich beim Ex-Freund nie entschuldigt, obwohl man sich total daneben benommen hat (wir waren alle mal jung!), vielleicht  hat man der Affäre nie gesagt, dass man sie wirklich, wirklich aufrichtig mochte, auch wenn daraus dann doch nichts geworden ist (dazu raten wir ausdrücklich nur,  wenn alle sicher drüber weg sind), vielleicht hat man seiner Mutter schon lange nicht mehr gesagt, dass man sie liebt oder dem Chef noch nie, dass er in dieser einen Sache absolut Unrecht hat. Wir wetten, danach fühlt ihr euch großartig. Aufrichtigkeit ist ein Abenteuer, das sich meistens lohnt, in etwa 99,9% der Fälle zumindest.

6. An einen Ort gehen, an dem alle viel jünger sind

Es muss ja kein Untergrundclub in Berlin sein: Bei jeder Demo für Klimaschutz (wir sagen nur "Fridays for Future") wird man sich jenseits der 40 sehr alt und weise vorkommen, aber gleichzeitig auch mal wieder ein Gefühl dafür bekommen, wie junge Menschen so ticken. Sowas weckt Erinnerungen und lässt einen mal um die Ecke denken. Allein das ist ja schon ein Abenteuer ab einem gewissen Alter.

Älter geht übrigens auch. Schon mal auf einem Rod Stewart gewesen? Da sind echt fast alle um Dekaden älter als man selbst – und trotzdem haben diese Menschen Spaß. Und das ist nur ein Beispiel. Siehe dazu auch Punkt 7.

7. Live-Musik machen oder anhören

Gut, es kann nicht jeder ein zweiter Phil Collins sein, das ist klar. Will heißen, ihr müsst nicht unbedingt selbst Schlagzeug spielen oder singen. Wobei das ja angeblich jeder können soll. Tatsächlich gibt es Studien, die besagen, dass Menschen, die regelmäßig Live-Konzerte besuchen, zufriedener sind und länger leben. Spaß macht Live-Musik nun wirklich immer. Ausprobieren kann man das auf jeden Mal, selbst wenn man kritisch ist. Lässt sich auch hervorragend mit Punkt 1 kombinieren. 



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