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Mit zwei Kindern auf Arktis-Expedition – Mutig oder verrückt?

Mit zwei Kindern auf Arktis-Expedition – Mutig oder verrückt?
© Getty Images
Riecht nach Abenteuer. Azzaro Parfums schickt mit „Under the Pole“ eine Crew auf eine dreijährige Unterwasserexpedition in die Kälte. Auch an Bord: Emmanuelle Périé-Bardout – und ihre zwei Kinder.
von Björn Krause

BARBARA: Frau Périé-Bardout, Sie werden mit Ihrem Mann und Ihren zwei Kindern vom Arktischen Ozean über den Pazifik und den Atlantik bis zur Antarktis reisen. Ist es bei Ihnen zu Hause zu langweilig?

Emmanuelle Périé-Bardout: Eigentlich nicht. Ich bin sehr gern daheim, obwohl ich da den ganzen Tag zwischen Schule, Job und dem Kindergarten herumrenne. Da ist es an Bord schon leichter. Und zum Glück sind alle meine Lieben an demselben Ort versammelt.

Ihre Söhne Robin und Tom sind 4 Jahre bzw. 9 Monate alt. Sie werden bei der kompletten Expedition dabei sein. Ein Wagnis oder völlig normal?

Mit Robin habe ich bereits auf unserem Schoner „WHY“ gelebt, da habe ich also Erfahrung. Und Tom habe ich die ersten Monate seines Lebens an Bord großgezogen. Ich frage mich natürlich ständig, ob das funktionieren wird, aber ich bin zuversichtlich. Wir würden uns aber nicht auf ein solches Abenteuer einlassen, wenn wir Zweifel hätten. Ich frage mich nur, ob Tom noch vor Antritt der Reise laufen kann, oder ob er es an Bord lernen wird.

Was wird das größere Abenteuer sein – bei minus 50 Grad in einem Polarbiwak zu übernachten oder die Kinder ins Bett zu bringen?

Aktuell ist es definitiv Tom ins Bett zu bringen, er leistet Widerstand. Ich persönlich habe übrigens im Zelt am geografischen Nordpol besser geschlafen als im Moment.

Was ist das Ziel Ihrer Expedition?

Die Grenzen von Unterwasserexpeditionen zu erweitern. Mit diesem Projekt, das erst 2020 endet, bereisen wir die ganze Welt. Im Fokus sind zum Beispiel wissenschaftliche Programme zur Erforschung von Tiefseekorallen, Biofluoreszenz und Haien. Dabei werden wir versuchen, so viel Zeit wie nur irgend möglich unter Wasser zu sein.

Klingt nicht ganz ungefährlich …

Es ist nicht möglich, jedes Risiko auszuschließen, aber es lässt sich minimieren. Wir sind keine Hitzköpfe und versuchen immer, bei unseren Expeditionen sichere Wege einzuschlagen. Fürs Tiefseetauchen und im Polarwasser braucht es Erfahrung, die richtige Technik und Engagement. Mein Mann ist Unterwasserkameramann und Spezialist im Polartauchen. Er weiß genau, was er tut, hat alles Schritt für Schritt erlernt. Und er wird von Ärzten und Physiologen überwacht.

Sie werden als Skipper auf dieser Expedition unterwegs sein. Was genau ist Ihre Aufgabe?

Wie jedes Crewmitglied bin ich polyvalent. Zum einen bin ich Kapitän des Schiffs – mit Unterstützung des Ersten Offiziers und meines Mannes, der unseren Schoner in- und auswendig kennt. Zum anderen kümmere ich mich um die Kinder und werde Robin unterrichten. Wir haben aber auch ein Au-pair-Mädchen, das mir mit den Kindern hilft.

Ihr Expeditionsschiff bietet Platz für zwölf Crewmitglieder und kann unter anderem im Packeis überwintern. Keine Angst vor einem Lagerkoller?

Nein, nicht wirklich! Denn es ist für mich immer noch eher etwas Neues, in einem Haus zu leben. Bis vor Kurzem hatten wir nur unseren Schoner. Ich fühle mich an Bord zu Hause. Und was die anderen Crewmitglieder angeht: Das Team besteht aus passionierten und hingebungsvollen Menschen, denen die besondere Situation an Bord total bewusst ist. Und wir gehen ja auch oft auf den Schollen spazieren.


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